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Piercing Forum - - Welches Piercing ist schön? Gedanken zur „Streitkultur“

Welches Piercing ist schön? Gedanken zur „Streitkultur“



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Hans
Piercing König




Anmeldedatum: 18.12.2009
Beiträge: 272
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 26.01.2010, 14:04    Titel: Welches Piercing ist schön? Gedanken zur „Streitkultur“

Gedanken zur „Streitkultur“, Schönheit, Wahrheit, Toleranz.

Vor ein paar Tagen wurde gefragt, ob ein Piercing „gut aussieht“. In einem älteren etwas schwammig formulierten Beitrag ( http://www.forum-piercing.de/diskussionen-ueber-piercings-t598.html ), der etwas nebulos zu den Themen streiten, gefallen, tolerieren, Piercings (nicht) mögen, Wahrheit ... führte, möchte ich bei letzterer einhaken.

Wenn jemand in der Sauna schlanke Mädchen schöner findet als ausgewachsene weibliche Rundungen, wenn er / sie als Aufgußzusatz Rosenöl lieber hat als Veilchenessenz, so sind das rein individuelle Vorlieben und haben mit „objektiver Wahrheit“ nichts zu tun.
Wenn jemand nach dem Aufguß- Hitzschwall auf die Abkühlung unter der Dusche oder im Frischluftbereich verzichtet, weil er / sie das als unangenehm empfindet, dann ist das zwar ebenfalls eine persönliche Haltung, aber ganz klar gesicherte Erkenntnisse (objektive exakt nachweisbare physikalische und physiologische Fakten) sprechen dagegen.
Ich kratze die Kurve zu den Piercings: jemand findet große silberne Ringe in den Brustknospen anziehender / erotischer / praktischer, also „schöner und handlicher“ als Stecker. Das ist absolut in Ordnung (gehört sozusagen zur Meinungsfreiheit), was aber überhaupt nichts daran ändert, daß als Ersteinsatz gerade Stifte einwandfrei empfehlenswerter sind - wiederum unwiderlegbar begründet durch physikalische und biologische Tatsachen. (Aber nicht deshalb, weil Silberschmuck für Piercings grundsätzlich ungeeignet ist!)

Der SCHÖNHEITSBEGRIFF ist stark abhängig von Epoche /
Gesellschaftsform und persönlichen Vorlieben. Oder, anders ausgedrückt: über Ästhetik zu feilschen ist stets eine heikle Angelegenheit und führt meistens zu nichts, denn das ist immer vorwiegend eine Geschmackssache.
Gesicherte Erkenntnis ist: das Schönheitsideal wechselt(e) im Laufe der Zeiten: was (nicht nur bezüglich Körperschmucks) jemand eben schauderhaft oder erstrebenswert findet, hängt von mehreren Faktoren ab, sodaß der objektiv gleiche Sachverhalt bei verschiedenen Personen völlig konträre Reaktionen auslösen kann! Verantwortlich dafür sind Kulturkreis, Elternhaus / Erziehung, persönlicher Geschmack / individuelle Vorliebe(n), Religion, Aussicht auf persönlichen Vorteil, Politik, Geisteshaltung / Weltanschauung, Geschlecht und jeweilige Einstellung zur Sexualität, sozialer Status, Schule / (Aus)Bildung, „allgemeiner Zeitgeist“ ... ... und selbstverständlich das Verhältnis zu bodymod in allen Varianten und die persönlichen Erfahrungen damit!
Also: aufgetakelte, überkandidelte, angeschmierte, stöckelschuhbewaffnete, stinkende, gepiercte und arschgeweihversehene (jüngere) weibliche Wesen sind für die Mitmenschen grausliche Kotzbrocken, neutrale Personen oder nachahmenswerte Ideale. Das ist KEIN Widerspruch, auch wenn es manche Leser vielleicht nicht wahrhaben wollen.

Im oben angeführten Beitrag wurden unter anderem auch verbissene „Diskussionen“ erwähnt.
Ich erwähne die üblichen Möglichkeiten / Ergebnisse einer KOMMUNIKATION:
1) Die Diskutanten sind von Anfang an einer Meinung, es wird einander auf die Schulter geklopft, oft erfolgt ein gemeinsamer Zusammenschluß gegen einen anderen / eine andere Gruppe, man fühlt sich stark und alles innerhalb der Gesinnungsgemeinschaft ist harmonisch.
2) Leute mit ursprünglich verschiedenen Ansichten einigen sich. (Brutal, aber Fakt: die Gründe dafür sind für das Ergebnis egal!)
3) Die verschiedenen Meinungen bleiben bestehen, die Partner haben aber ihre gegensätzlichen Standpunkte genauer kennengelernt und respektieren einander. Es kann sogar zu einer gewissen Wertschätzung kommen. Von entstandener Liebe ist zwar nichts zu merken, die Positionen werden jedoch akzeptiert.
4) Die voneinander abweichenden Standpunkte / Ideologien / Handlungsweisen bleiben nicht nur bestehen, der „Feind“ wird zusätzlich sogar erbittert bekämpft. (Auch hier gilt eine brutale Tatsache: alle Mittel, ALLE, können dabei angewendet werden!)

Das heikelste und schwierigste Thema kommt zuletzt: TOLERANZ.
Das Wesen der Toleranz setzt ja verschiedene (zuweilen sogar sehr entgegengesetzte) Haltungen / Ansichten voraus !
Jedoch: wenn ich etwas akzeptiere / toleriere (nicht aktiv bekämpfe), heißt das ja nicht automatisch, daß ich es billige!
Es gibt sehr wohl einige wenige Werte, die für ALLE Menschen bedeutend sind, nicht nur für die einer Gruppe oder eines Landes! (Zum Beispiel haben in manchen Gegenden Menschen für die Erringung des Wahlrechtes = „Freiheit“ ihr Leben gelassen!) Oder, exakt formuliert: zumindest wichtig sein sollten. Das führt aber nun sofort zu ethischen Kategorien. Toleranz ist für mich klar ein solcher Wert.
Der Hauptgrund für fehlende Toleranz ist immer mangelndes Selbstvertrauen / die eigene Unsicherheit / das Fehlen der „ruhenden Mitte“, und somit mehr oder weniger quälende Angst (in welcher Form auch immer). Diese erzeugt oft Rückzug / Abkapseln oder Aggression. Im letzteren Fall führt diese direkt oder auf Umwegen zu Intoleranz.
Wer Angst nicht ehrlich zu verarbeiten willens oder imstande ist (statt „Verdrängung“ oder „Rationalisierung“ oder „Sublimation“ oder usw ...) wird kaum Toleranz in den für ihn „heiklen“ Lebensbereichen bieten können. Oft entsteht reflexartig (aus dem verständlichen Schutz vor persönlicher Überforderung / wenn man unvermutet auf persönliche Defizite stößt ) mehr als nur verbale Intoleranz und Aggression. Das heißt aber auch: in gewissen Situationen sehr untergriffige Menschen können auf anderen Gebieten (in denen sie sich vermeintlich oder tatsächlich „sicher“ fühlen) erstaunlich tolerant sein.
Oft genügt die bloße Tatsache des Andersseins (z.B. „nur“ Gast sein, überhaupt keine Piercings haben ...), um die Feindbild- Reaktion auszulösen und jemanden als irgendwas abzukanzeln.

Ob Toleranz und Zivilcourage vom Einzelnen (oder von der Gemeinschaft) erwartet / eingefordert / verdient werden dürfen / sollen / müssen, darüber wurde / wird nicht nur in mancher community diskutiert. Auch Moralethiker, Gesellschaftskritiker, Theologen und Soziologen denken seit langem darüber nach. Es scheint so zu sein, daß aufgeschlossene und gebildete(re) Leute eher (vor allem dem Unbekannten und Fremden gegenüber) mehr Toleranz zeigen (weil sie aufgrund ihres Wissens sich weniger bedroht fühlen?).
Untersuchungen zur Zivilcourage („Bürgermut“) sind unbefriedigend, weil kaum verifizierbar ( nachvollziebar / kontrollierbar) und nicht signifikant ( Fünfprozent - Bereich). Ich neige zur Ansicht, daß Alter (Erfahrung - besseres Abschätzen des Risikos / Erfolgs) und Selbstvertrauen positiven Einfluß haben könnten, andere Parameter aber kaum: Nationalität, Geschlecht, Schullaufbahn, persönliche Vorlieben ... scheinen vernachlässigbar zu sein. In heftigen Situationen (Verletzungsgefahr oder sogar Risiko des Lebensverlustes) zeigen oftmals Leute, von denen man das vorher nie erwartet hätte, überraschend große Einsatzbereitschaft - während hoch gehandelte Vorbilder schon in Alltagssituationen gewaltig enttäuschen (schweigen / wegschauen, sich verleugnen lassen).
* Nichts mit mangelnder Zivielcourage zu tun hat folgendes Phänomen: wenn jemand z.B. seinen Plan äußert, die Zähne freizulegen und die Oberlippe entfernen zu lassen und sein Gesprächspartner nur milde lächelt. Im Zustand der (tatsächlichen oder vermeintlichen) eigenen Erleuchtung ist man oft unglaublich brutal zu den Mitmenschen:
Es ist der Gipfel der Menschenverachtung, wenn wir uns nicht einmal herablassen, auf die eindeutigen und offensichtlichen (gesundheitsgefährdenden) Fehler eines Mitglieds einer uns irgendwie nahestehenden Gesinnungsgruppe (im konkreten Fall: unserer Piercing- Gemeinde) konstruktiv hinzuweisen, sondern sie von unserer unzugänglichen Höhe in dem günstigen Strahl des eigenen Lichtes und des eigenen Wohlbefindens gönnerhaft oder abfällig verschweigen. (Jemanden „blöd sterben lassen“ sagt man in Wien.)
Genau so krass ist es, wenn man die Fehler der Mitmenschen aus bewußter oder unbewußter hybris (= Paarung von Überheblichkeit und Dummheit, das Urübel der Menschheit) mit dem Absolutheitsanspruch der eigenen Unfehlbarkeit im Omnipotenzwahn lediglich um des Verreißens wegen kurz niederprügelt.
Nicht einmal Faulheit ist in diesen Fällen ein Milderungsgrund, höchstens geistige Überforderung.

* Kann man / frau Intoleranz lernen? Doch, schon - es wir ja niemand vorurteilszerfressen geboren, diese Haltung ist ja nicht vererbbar. Intoleranz läßt sich relativ leicht aneignen, allerdings heißt das: man wird „konditioniert“ - durch wiederholte Koppelung einer (ursprünglich) neutralen Situation mit einem reflexauslösenden Reiz entsteht ein bedingter Reflex. Konditionierer sind Elternhaus (Verwandte, Vater / Mutter, Geschwister, Haustiere ...), Lehrer (Meisterbetrieb, Schule, Bundesheer, Kirche ... ), Politiker ( Staat, Gesellschaft ...) usw.
Einfaches Beispiel: Mammi geht mit Nachwuchs spazieren und ein sichtbar gepierctes Wesen kommt entgegen: „Schau, pfui gack - ein Gammler / Nazi / Gruftie / Intoleranter / Asozialer / Komplexler / Geltungsbedürftiger / Auffallenwollender ...! “
Ich bitte zu beachten, daß diese Aussage stimmen kann, aber keineswegs muß, und daß es natürlich auch wünschenswerte positive Lerneffekte gibt. Die Begriffe Konditionierung und Manipulation sind leider oft a priori (ohne objektive Prüfung von vornherein) negativ besetzt.

* Und ist Toleranz lernbar? Ich behaupte: mehr oder weniger erfolgreich ja, oft situationsabhängig. Es ist aber der weit schwierigere Weg. Ich wiederhole nochmal: das größte Hindernis ist dabei die Angst, der entscheidende Vorgang ist NICHT die falsche Ausgleichung oder Abschiebung selbiger, sondern die ehrliche Verarbeitung. Die Lösung ist so einfach und doch für viele unerreichbar: Angstfreiheit - exakt: Angst (spontan) verarbeiten zu können - ist nicht nur EINE der Voraussetzungen, um lieben zu können (Liebesfähigkeit zu erlangen und zu bewahren), sie stärkt auch den Kern eines Menschen, die Sicherheit der Seele! Wer seelisch gesund ist (= zu lieben vermag), der hat einfach Selbstvertrauen und ist damit automatisch hilfsbereiter (ohne auf „Gegenleistung“ zu schielen) und tolerant(er).

Das kostbare Recht auf freie Meinungsäußerung sollte in unserem Kulturkreis untrennbar verbunden sein mit der Verantwortung für ein gewisses Mindestmaß an Höflichkeit und Achtung. Leider neigen viele Leser (nicht nur in der Hitze des verbalen Gefechts und in überzeugter bis verbitterter Verteidigung ihres Standpunktes) gleich von Anfang an zu rüden Formulierungen und persönlichen Untergriffen. Wenn jemand dauernd schimpft oder niveaulos und ohne jeglichen Hauch von Selbstironie provoziert (oder in manchen Dschädds, wo das möglich ist, als anonymer Gast primitives Dauerstörfeuer abläßt), dann schadet ein dementsprechender heftiger Kraftausdruck seiner / ihrer Seele wohl nicht - aber sofortiges bloßes Abkanzeln ist nicht angebracht. Am ärgsten ist dies, wenn es ohne Hinweis, wie man / frau es besser machen könnte, geschieht ! !

Grenze der Toleranz
Ich finde es abstoßend, wenn sich Leute blöde Sprüche klopfend „die Festplatte löschen“ (= kuhler Neusprechausdruck für bewußtlos saufen) und dann sich und die Umgebung ankotzen, ich schätze dieses Verhalten nicht, ich verurteile es und werte es negativ, aber ich toleriere es. Ich wehre mich jedoch energisch, wenn das bei mir in der Wohnung geschieht.
Und ich bekämpfe es aktiv, wenn nach dem Abschlußfest meiner Klasse vor der Rückfahrt ein total besoffener Schulbusfahrer sich an´s Steuer setzt und die Möglichkeit der Gefährdung / Tötung Unschuldiger gegeben ist - dann hat die Toleranz ein Ende und wird zur offenen Konfrontation (Startschlüsselentzug, Polizeiruf). Der Vorwurf der Aggression / Intoleranz / Vernaderung beeindruckt mich dann überhaupt nicht. So problemlos und logisch ist das im Grunde genommen ...

In manchen Foren ist die mangelnde Toleranz sogar ein Ausschließungsgrund. Das geht so: wenn man zwar die Ansicht der Mehrheit der Mitglieder akzeptiert, aber die eigene (sogar wissenschaftlich begründete!) Meinung nicht angleicht oder gar die Meinung des Admins nicht übernimmt, dann ... ist man intolerant und ... zack ...

Wenn mir jemand vor dem Queren eines Lawinenhanges, den ich ohnehin umgehen will, hochgefährliche „Tips“ gibt oder einen schwachsinnigen Piercingpflege- „Ratschlag“, dann hat er eben schei..e erzählt ... dann darf ich ihm, wenn mir danach ist, das auch sagen. Wenn ich sehe, daß er mit völlig falschen Vorbereitungen mit seinen ungesicherten Kindern tatsächlich in den Hang einsteigen will, dann bin ich (zumindest „moralisch“) sogar verpflichtet, ihm das zu sagen. Der Hohn, wenn das Unternehmen gut geht, ist mir dann sicher - genauso als ich einmal sagte, der Stift durch die Handfläche gehöre NICHT zu den Standardpiercings. (Ich nehme an, daß dieses Vorhaben dann doch nicht ausgeführt wurde.)
Mit der Feststellung, daß Schmähungen andererseits ohnehin zum Leben dazugehören, schließt ha


Zuletzt bearbeitet von Hans am 20.09.2010, 17:13, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Verfasst am:     Titel: http://www.forum-piercing.de

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Kiwi
Bambi




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BeitragVerfasst am: 27.01.2010, 17:29    Titel:

Schöner Artikel
(auch wenn ich mir nicht sicher bin in wie weit der recherchiert ist und das ende verwirrt mich)

allerdings ein Vorschlag
(nur ein Vorschlag wenn das anders gesehen wird hab ich kein Problem damit):
Wie wäre es wenn du deine langen, ausladenden Very Happy Artikel
in ein Thema extra für Artikel machst, denn dann weiß man worauf man sich einlässt wenn man da anfängt zu lesen...

Denn ich ärger mich wenn ich eben anfange zu lesen, eigentlich nicht soo lange Zeit hab und denke "vllt kann ich antworten und helfen", dann nach der hälfte aufhören muss und es auch eigentlich kein forenbeitrag in dem sinne ist ,als das man drauf antworten könnte
(hoffe man versteht mich Very Happy)

Greetz
Kiwi
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Hans
Piercing König




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BeitragVerfasst am: 28.01.2010, 14:04    Titel:

Kiwi, ob ein Forum eine eigene „Artikel“- Abteilung anbietet, das obliegt nicht meiner Entscheidung. Aber ich verstehe sehr wohl, was du meinst: Beiträge, die ein Thema / eine Frage / einen Teilbereich ... sprachlich (Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck betreffen) einigermaßen brauchbar etwas tiefgreifender behandeln, eventuell Vergleiche ziehen oder verschiedene Aspekte behandeln, ab einem gewissen Anspruch auch eine Quellenangabe aufweisen > die deshalb meist etwas länger sind, in einer gesonderten Kategorie (eventuell geteilt in „bodymod“- Beiträge und „andere Artikel“) zusammenzufassen.
Das können in seltenen Fällen auch niveauvolle und ehrliche „Erfahrungsberichte sein. Beispiel dazu: http://www.wildcat.de/index.php?view=0c-articleshow&id=4046 , http://www.wildcat.de/index.php?view=0c-articleshow&id=5527. Es kommt natürlich auch vor, wenn die Moderatoren es zulassen, daß herzlos hingeschlampte fehlerstrotzende und auch sachlich nicht haltbare, also grottenschlechte „Artikel“ in dieser Gruppe sich finden - das gehört zur Meinungsfreiheit dazu. Die könnten nach einer gewissen Zeit in´s Blabla- Forum verschoben und später ganz gelöscht werden.

Hier in diesem Forum gibt es einen ernsthaften Ansatz zur Trennung - siehe die Artikel zu „Wildfleisch“ und „Christina“ > die wurden in eine eigene Kategorie verschoben, die sinngemäß etwa eine „Basisartikel“- Gruppe sein soll. Bei der Suche hat das den Vorteil, daß man dort sozusagen in einer „Kompaktfassung“ Grundinformation geboten bekommt.
Allerdings wurden, das Beispiel „Wildes Fleisch“ betreffend, zugleich mit dem Verschieben die restlichen zum Thema vorhandenen und nun überflüssigen (weil beantworteten) Fragen / Kommentare nicht gelöscht. Der Suchende muß sich also „durch alles“ durchkämpfen, was den Vorgang erschwert. Aber immerhin, der wirklich Interessierte findet schließlich.
In manchen Forum wird das leichtere Informieren mithilfe von „fixierten Texten“ versucht. Das Problem dabei ist nur: aus ihnen kann man / frau nicht mehr herausholen, als in diesen stolz angehefteten Artikeln steckt - einschließlich der Fehler ...

Du hast klar erkannt, wie schwierig es für ein Forum ist, die verschiedenen Erwartungen zu erfüllen (die „Zielgruppen“ zu befriedigen):
. 1) Leute wie du, die helfen wollen und dann erkennen, daß die Schreibabsicht des Autors „Wissenszuwachs bieten / zum Nachdenken anregen wollen“ und nicht „Ich brauche Hilfe“ ist. Das erzeugt dann Frust.
. 2) Leute, die ein (tatsächliches oder vermeintliches) Problem(chen) haben, hereinplatzen und sofort nach Hilfe schreien, ohne selbst auch nur drei Minuten zu investieren um zu schauen, ob ihre Frage ohnehin schon im jeweiligen Forum beantwortet ist.
Und jede dieser unnötigen Aktionen löst in größeren Foren unbarmherzig einen mehr oder weniger großen Schwall von schwachsinnigen Sagern, wenigen brauchbaren Tips oder nur belanglosem Blabla aus.
(Beispiele für erstere Gruppe:
Tyrosur als Gleitmittel, 5- Millimeterschritte beim Dehnen, Aidskranke nicht küssen, Ringe seien in BWs als Ersteinsatz vorzuziehen, Wasserstoffperoxid als Standardpflegemittel, Rauchen verhindere die endgültige Abheilung eins Piercings, bei einem Röntgen müßten alle Piercings raus, ein korrekt gesetztes frisches Piercing dürfe sich nicht entzünden, keine Milch nach frischem ZP, der unsägliche Spruch von der „eingekapselten Entzündung“ ... beliebig fortsetzbar ...)
. 3) Leute, die sich sinnvollerweise im voraus informieren wollen und dann im Wust des Forums versinken und resignieren. Wenn dann ein verzweifelter Leser schreibt: „Jetzt habe ich auf meine Frage so viele einander widersprechende Antworten bekommen, daß ich lieber nochmal frage, ob ...“ - dann jubeln manche Verursacher und der Kreislauf beginnt von neuem ... und das Forum wird tatsächlich zum Sauhaufen!
Kurzfassung: mit wachsender Zahl der Mitglieder erhöht sich dieser Mist aufgrund von Dutzendmehrfachanfragen zum immer demselben Thema mit den immer selben zuweilen belanglosen, falschen oder sogar bedenklichen Tips (unproportional!) gewaltig.

Dieses Forum hat die Riesenchance (weil es noch relativ übersichtlich ist und die Mods, wie ich es einschätze, sich bemühen), gewisse Fehler zu vermeiden.
Für „Allfälliges“ / „Geheimes“ / „Alles andere“ / „Laberecke“ (oder wie immer man das nennen mag) ist ja auch hier gesorgt.

Dein Kommentar hat eine Grundsatzfrage angeschnitten:
Wie soll ein Forum aufgebaut sein, um die drei Hauptbedürfnisse der Leser zu erfülllen:
. solide Information über Piercings und „bodymod“ überhaupt („Kerngebiet“);
. ernsthafte Fragen / Artikel / Auseinandersetzungen mit nicht den Kernbereich betreffende Themen (Technik; Gesellschaft / Soziologie / Politik; Sport / Gesundheit; Religion, ... )
. und Blabla.
Letztere Wortmeldungen, also nichtsagendes Geschwätz über Klamotten, Autos, Zigarettensorten, über Stinke und Schmiere und Frisuren ... , Motzerei, Lobpreisungen, endloses immer wieder aus demselben Grund sich wiederholendes Gejammere und Freudengeschrei aus der „Beziehungskiste“ (die Sache zu durchschauen, warum das entsteht, erfordert ja schon wieder Denkarbeit - da ist Heulen und Jubeln einfacher), Beileidskundgebungen, Durchhalteparolen, Tratsch / Seitenhiebe / verbale Spitzen, Solidarisierungen (vor allem gegen tatsächlich oder vermeintlich schwächere, „gefährliche“, andersartige ... Mitglieder), persönliche Befindlichkeitsdarstellungen (Antworten auf Fragen wie „Was denkst du gerade?“, „Wie ist deine derzeitige Verdauung?“), Geburtstagsgrüße, Verrisse, symbolisch- virtuelle Saufeinladungen (zum Beispiel im Dschädd), Verwünschungen, Seelenschleimabgänge, Danksagungen, entspannende oder weniger lustige Witzdarbietungen ... (das war jetzt ein Sammelsurium aus verschiedenen Internet- Seiten)  ...   haben nämlich eine sehr wichtige „psychohygienische“ Funktion in jedem Forum  -  die darf keineswegs unterschätzt werden!
Zu diesem durchaus von manchen Lesern angestrebten scheinbaren „positiven seelischen Nebeneffekt“ gehört auch die Bestätigung des Selbstwertgefühls bzw. seine Erhöhung mit Hilfe der Faulheit oder Ahnungslosigkeit anderer (gehört also in die Psychologie).
Wenn jemand „Hilfe von Leuten, die sich auskennen“, haben will, so gibt es in JEDEM Forum Mitglieder, die sich geschmeichelt fühlen und nach den abgegeben Tips sich als Fachmann / Fachfrau wähnen und sich bewundern lassen. (Als Beweiskeule gilt in der Regel: ich habe selbst ein Piercing und bei mir war das so und so, daher bin ich Experte und kompetent.)
Soll sein, aber oft sind die Tips nur wenig hilfreich oder sogar, siehe oben, bedenklich. Und nicht zu vergessen sind die ehrlich helfen wollenden Leser (wer kann die schon erkennen), die sich bemühen und dennoch Falsches verzapfen. Und schließlich: manches scheinbar Entgegengesetzte ist gar kein Widerspruch. Es ist nicht einfach ... ( siehe auch http://www.forum-piercing.de/welchen-ratschlaegen-sollte-man-folgen-t942.html )

Ich wiederhole, was ich immer sage:
. Ein Forum ist so gut oder so schlecht, wie die Benützer und Moderaroren es gut oder schlecht sein lassen.
. Der erwartete Erfolg bei der Benützung der Suchfunktion ist einzig von der Qualität des Forums abhängig.
. Die Qualität eines Forums steigt nicht zwingend mit der Anzahl der Mitglieder.
. Die grundsätzliche Schwäche eines JEDEN Forums bleiben die falschen bis absolut nicht ratsamen Infos, wobei es schnurzegal ist, ob die in ehrlicher Absicht oder aus Schlamperei, Geltungsbedürfnis, Dummheit / Selbstinformationsverweigerung / Faulheit / Nachplapperei ... erfolg(t)en - das Ergebnis ist leider dasselbe.

Ich muß dir widersprechen wenn du meinst, auf meine Beiträge könne man nicht antworten! Man / frau kann zusätzliche Ergänzungen bringen, Fragen stellen, Formulierungsvorschläge / Verbesserungen bieten, Fehler aufzeigen, zustimmen oder schmähen (und letzteres sogar begründen!), sich zu einem eigenen Beitrag animieren lassen ...
So viel zum kaum darauf Antwortenkönnen ... und was hast denn du gemacht !? !
Für die Mühe dieser deiner Antwort bedankt sich ha
PS: was am Schluß des Artikels war dir unklar?
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