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Piercing Forum - - Warum ist ein Piercing so teuer ! ? Berufsaussicht als Pierc




Warum ist ein Piercing so teuer ! ? Berufsaussicht als Pierc



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Beide Kugeln mit eingefassten Kristall

18 Karat Gelbgold Klemmkugelring – 1,6 mm
BCR aus hochwertigem 18 Karat (750er) Massivgold

Nasenstecker aus hochwertigem 18 Karat (750er) Massivgold
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Handgefertigtes Tragus-Piercing aus 14 kt Rotgold
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Hans
Piercing Freak




Anmeldedatum: 18.12.2009
Beiträge: 180
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 25.05.2012, 19:43    Titel: Warum ist ein Piercing so teuer ! ? Berufsaussicht als Pierc

Woraus ergibt sich der Preis für ein Piercing?
Kann man vom Piercen leben?
"Moralische" Grenzen ? ?

Oft wird in den verschiedenen Piercingforen sich darüber beklagt und/oder mehr oder weniger verwundert oder aggressiv die obige Frage gestellt.
Vorweg: ich bin kein „gewerblicher Piercer“, helfe / half nur sehr selten im Geschäft meiner Piercerin aus (das unter ihrem Namen / ihrer Lizenz und ihrer Oberhoheit lief / läuft), beschränke mich vorwiegend auf die Erfüllung von Wünschen im Freundes- und Bekanntenkreis zum Selbstkostenpreis oder vollkommen umsonst als Geschenk bei diversen Anlässen.
Weil ich vom Piercen nicht leben muß, kann ich es mir leisten ehrlich zu sein (sachlich über die Überlebenswahrscheinlichkeit gewisser Piercings sowie etwaiger unangenehmer Folgen zu informieren) und manche Wünsche abzulehnen (auch deshalb, weil ICH sie gar nicht durchführen könnte, selbst wenn ich es wollte).
Am ungeheuerlichsten mutet es an, wenn ich ein Piercing verweigere, mit dem ich mich nicht identifizieren kann, das mir persönlich zuwider ist - zum Beispiel mag ich einen Riesennasenring im weiblichen Septum nicht (erinnert mich immer an eine Alm mit friedlich grasenden Kühen) ... ich will ein hübsches Mädchengesicht nicht unnötig verschandeln.
Dazu (wurde mir mitgeteilt) meinte ein Profi zurecht: „Einen Kundenwunsch abzulehnen, weil es nicht dem eigenen Geschmack entspricht, ist nicht nur präpotent, sondern schlicht und ergreifend anmaßend und unverschämt bis hin zu hochgradig unprofessionell!“ Und ich muss andererseits keineswegs zerknischt gestehen, daß ich damit absolut zufrieden leben kann ...
(Kein Piercer in Österreich muß sich vorschreiben lassen, welches Piercing oder welche Betäubung er gefälligst auszuführen hat!)

Wenn also jemand „Piercer“ von Beruf ist (davon seinen Lebensunterhalt bestreiten will und muß), für den ergeben sich vollkommen andere Sachzwänge hinsichtlich Verkaufspolitik / geschäftlich sinnvoller Vorgangsweise und organisatorischem Umfeld. Es fallen an:
. Einen Laden baulich erhalten müssen oder Miete bezahlen.
. Einrichtung anschaffen - Mobiliar und Großgeräte (eventuell eine zweite Liege, einen zweiten kleineren Sterilisator).
. Betriebskosten für Beleuchtung, Beheizung, (Ab)Wasser, etwaige Helfer bezahlen.
. Vorgeschriebene Abgaben (stellvertretendes Beispiel: Gebühr für die regelmäßige Überprüfung des Autoklaven). Ein Laie hat keine Ahnung, was da (nicht nur in Austria) noch alles dazukommt.
. Die gar nicht billigen Instrumente (wenn sie qualitativ hochwertig sein sollen).
. Schmuckbeschaffung
. Verbrauchsmaterial (beim Piercen als auch für Schmucklagerung und Lokalreinigung).
. Kosten für Besuch von Messen und Weiterbildung und Werbung
... und ... und ...
Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
Es ist sofort ersichtlich: manches betrifft auch mich, manches erspare ich mir.

Ich greife nur als einziges Beispiel den Selbstkostenpreis heraus (verrate aber nicht, wie hoch der bei mir ist):

Schmuckstück; chemische / mechanische Vorreinigung in Lösung (Gewindeschneidöl und Metallspäne entfernen); Ultraschall; Einpackhüllen; sterilisieren; Seife; nicht steriles Tuch (Küchenrolle); Handdesinfektionsmittel mit Ellbogenbedienung; eventuell Einmalrasierer; 2 Paar Einweghandschuhe; Mundabdeckung; (Haarschutz); Flächendesinfektion; ein Paar steril verpackte Handschuhe; sterile einzeln verpackte OP- Unterlage („Wundabdecktuch“ mittlerer Größe); Markierstift (eignet sich vorzüglich als „Erinnerungsgeschenk“ für das Opfer); einzeln verpackte sterile Tupfer; lasergeschliffene sterile Einwegnadel; gute (nicht fusselnde) Babystäbchen; Wunddesinfektionsmittel; eventuell Pflaster und Hautdesinfektionsspray; ausgedruckte oder kopierte = weniger teure Seiten (Einverständniserklärung, Risikohinweis, Pflegeanleitung); Nachkontrolle;
(Anteilige Anschaffungskosten für alle mehrmals verwendbaren Instrumente und Geräte müßten auch berücksichtigt werden!)

Die Feststellung, daß die Preise erheblich schwanken, ist durchaus richtig. Gründe dafür können sein:
. Die Lage / das Umfeld des Geschäftes im Land, innerhalb einer Stadt, Einzugsgebiet, Konkurrenz in der Umgebung > man zahlt mitunter die Attraktivität der Umgebung als auch den tatsächlich oder vermeintlich „guten Namen“ des Lokals mit.
. Die Größe der Posten (Menge) bei der Schmuckbestellung sowie die Art und Qualität der Stecker, Ringe, Tunnels, Ketterln ...
. Die verschieden große Sorgfalt hinsichtlich Beratung, hygienischen Aufwandes, Schmuckgeeignetheit, Nachsorge ...
Dazu gehört auch, ob „geschossen“ statt gestochen wird: im Haarschneideladen, beim Feuerwehrfest, beim Juwelier, im Supermarkt, im Hinterhof, beim Optiker, manchmal (was leider immer noch vorkommt) sogar beim offiziellen gewerblichen Piercer kriegt man / frau ein geschossenes Ohrlochpiercing schon um 5 bis 10 Euronen.
. Es gibt verschiedene Körperstellen, die mit verschiedenem Schmuck versehen werden können - auch daraus ergeben sich oft unterschiedliche Preise > immer die gleichen oder fast gleichen Materialien, Stellen und Applikationsarten vergleichen!

Auf die Feststellung am Anfang komme ich nochmal zurück, weil das eben der entscheidende Punkt ist: ich muß vom Piercen nicht leben - das heißt, ich bin in einer durchaus angenehmen Situation. (In Austria gibt es dafür ein deftiges Sprichwort: „Mit voller Hose ist leicht scheißen.“)
Umgekehrt formuliert: ein Ladeninhaber, der durch „Bodymod“ seine wirtschaftliche Existent bestreiten muß, darf sich manches einfach nicht erlauben, was ich mir leisten kann. Es ist also aus der Sicht scharf kalkulierender Piercer in einer weniger frequentierten Gegend fast zwingend notwendig, manche zweifelhaften Tats und Piercings zu stechen und auf den fahrenden Microanchorschlitzingkaddingbrändingdingsbums- Zug aufzuspringen. Es ist nicht überraschend, daß dies gar nicht so selten zum Nachteil der Körperschmuckfreunde geschieht.

Kann man vom Piercen leben?
Ich präzisiere, weil der folgende Text sonst teilweise nicht dazupaßt:
Kann man / frau nur allein vom Piercen im eigentlichen Sinn in Austria überhaupt leben?
Daraus ergibt sich, daß diese Frage dem Großteil der deutschen Leser herzlich egal sein wird, für die österrreichischen Leser, die diesen Beruf anstreben, aber durchaus interessant ist.
Ich schicke meine Anwort nicht dreimal an je eine Privatmail- Adresse, sondern hänge diese durchaus berechtigte Frage an den obigen Abschnitt an.

Ich sage das mal ganz deutlich, gültig für alle Staaten:
In der hypothetischen Anname, daß alle Piercer die gleichen Fähigkeiten und über die gleichen Kenntnisse verfügen: es kommt darauf an,
. 1) wie oben: wo sich der Standort befindet (Größe des Einzugsgebiets, wie viele andere Piercingläden noch vorhanden sind und so weiter).
. 2) Wie die Gesetzeslage des jeweiligen Landes ist.
. 3) Inwieweit der Piercer sich daran zu halten bereit ist und
. 4) wie er angesichts bestimmter keinem Gesetz widersprechender Kundenwünsche reagiert.

Ich behaupte nun, unter Einbeziehung von 1 - 3 haben in Wien (samt Umland etwa 2 Millionen Einwohner) die Nur- Piercer keinen leichten Stand.
Es ist ja auch klar warum: erstens befindet sich ein Großteil aller östereichischen Angebote in der Bundeshauptstadt,
und zweitens und vor allem schließt das Austria- Gesetz die (gar nicht mehr so neuen) „neueren Applikationstechniken“ Transdermals / Hautverankerungen = dermal anchors / Hauteintaucher = skin diver / Microdermals / Singlepoint Piercings ... aus. (Kaddings, Brändings, Seilschwebings und Schnipplings sowieso! Es geht nun nicht darum, ob das unnötigerweise oder zurecht so ist!) Die österreichische Definition von „Piercing“ läßt diese Anbringungsarten ausdrücklich nicht zu.
Der Ösi- Piercer teilt sich sein Geschäft also sehr oft mit einem Tätowierer oder er inkt selbst auch ... oder er implantiert eben.
Meine ehemalige Piercerin, die ich vor Jahren aufgrund ihrer Sprachschwierigkeiten durch die Ausbildungszeit und Prüfungen begleitet habe (mit ihr gelernt habe und bei den Prüfungen auch dabei war, denn die Amtssprache ist nun mal deutsch), die zuvor in drei Geschäften tätig war, hat inzwischen den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt > sie ist folglich Alleinentscheidende in ihren Lokalen - mit allen Vor- und Nachteilen! Allerdings, damit keine Illusionen entstehen: sie hat inzwischen fünf Gewerbescheine in dieser Branche erworben! (Und das muß ihr zuerst mal jemand nachmachen.) Sie tut sich also etwas leichter mit dem „Dermal“- Verzicht.
Meine Position ist ganz klar: so wie ich in keinem Forum Moderator sein will, so will ich auch nicht mit ihr tauschen, will (und darf auch nicht) nirgendwo in Austria einen eigenen Laden haben.

In Deutschland ist es naturgemäß etwas dem Piercer entgegenkommender, denn wenn der Betreiber eines Geschäftes in einer Kleinstadt alle „bodymod“- Möglichkeiten ausschöpft, so ist das immerhin eine finanzielle Erleichterung.
Wenn 3 korrekt eingehalten und 4 berücksichtigt (= nicht jeder Kundenwunsch erfüllt) wird, so bringt das in Österreich auf Dauer viele Piercer, die keinen Nebenerwerb haben oder nicht zugleich auch Tätowierer sind, nahe an den wirtschaftlichen Ruin, und auch im noch freizügigen Deutschland erschwert es das Überleben beträchtlich.
Unbarmherzig führt 4 in jedem Land zur Frage:
Soll der „bodymodder“ = Körperveränderer (Piercer / Tätowierer / Schnippler / Brenner ...) jeden rechtlich gedeckten Auftrag erfüllen? Soll er manche Wünsche ablehnen?
Der Vollständigkeit halber erwähne ich:
. Dazu gehört auch der Frisör, der einem 19jährigen Jüngling, von dem ihm bekannt ist, daß er gerade auf Dschobsuche ist, eine Seite des Schädels ratzeputz kahlrasiert und die andere Hälfte mit einem vierfärbigen kühnen „Irokesen“- Schnitt verziert.
. Dazu gehört in weitestem Sinne auch der plastische Chirurg, der einem Mädchen mit proportional traumhaft schön gebautem Körper (B 75- Busen) und hübschem Gesicht einen D- Balkon verpaßt und die Lippen auf doppelte Größe aufspritzt und die kleinen Labien zunäht, nur weil ihr seelisch verkrüppelter reicher Madscho- Besitzer das so haben will und tausende Euronen dafür springen läßt.
. Das betrifft auch den fortschrittlichen Künstler, der einem auffallen wollenden Interessenten, dem es noch an Selbstwertgefühl mangelt und der etwas Ausgefallenes sucht („Etwas, das in meiner Stadt niemand noch hat!“) die Oberlippe entfernt, damit dieser dann mit seinen neckisch freiliegenden Beißerchen allerorts und jederzeit arme alte Omas schocken kann.
. Das betrifft das ernsthafte Ärzteteam (Psychiater, Chirurg, Neurologe, Anästhesist), das sich nach intensiven Gesprächen mit dem Patienten / der Patientin (in diesem Fall ist dieses Wort gerechtfertigt) schlußendlich dazu entschließt, ihm / ihr ein völlig gesundes Bein zu amputieren, weil er / sie ohne diesen Eingriff nie glücklich leben zu können glaubt.

Ich komme zurück zum „normalen“ Körperkünstler und setze also voraus, daß in seinem Land gesetzlich nichts den Kundenwunsch verhindert.
// Einschub: in Österreich darf z.B. in gewissen Situationen nicht gepierct / tätowiert werden: bei einigen Gegenindikationen, etwa wenn der Kunde Diabetiker ist; weitere verpflichtende Eingriffsverweigerung, jetzt nur in Schlagworten gebracht: Drogeneinfluß / fehlende eigenständige Entscheidungsfreiheit sowie ´fragwürdige jugendpsychologische Entwicklung´ und „Gruppenzwang“.
Warum erwähne ich die beiden letzten Bespiele? Weil in Austria Jünglinge und Jungfrauen (als auch nicht solche) ab 14 Jahren es unter bestimmten Voraussetzungen leichter haben, um regulär gegen den Willen der Erziehungsberechtigten zu ihrem Piercing zu kommen. (Für Tätowierungen gilt das nicht, weil der Gesetzgeber sagt, die seien irreversibel und so jungen Menschen sei die Konsequenz ihres Handelns nicht zumutbar.) //

Was also, außer gesetzliche Vorgaben, mag dem kostbaren Recht auf Meinungsfreiheit und eigene Lebensführung entgegenstehen?
Zuerst mal: grundsätzlich ist kein Piercer gezwungen, den Kundenwunsch zu erfüllen! Die von mir geschätzte Piercerin „Desh“ meinte einmal: „Egal ob ´ne 18jährige Jungtussi antanzt oder ein würdevoller pensionierter Hofrat auftaucht - ich pierce auch einen 79jährigen Opa mit Einverständniserklärungen von Mama, vom Ehepartner und von der Urstrumpftante sowie der Bewilligung vom Salzamt unter Vorlage aller Geburtsurkunden nicht, wenn ICH es für bedenklich halte!“ Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
Ferner: wenn der Piercer etwa die Montage nicht beherscht oder aufgrund eines anderen Umstandes unsicher ist, so ist es allemal besser dieses nicht zu setzen. Manche schieben dann fadenscheinige Ausreden („Bei deiner Zunge geht das nicht.“ „Ein PA ist vieeel zu gefährlich!“) aller Art vor, was aber auch noch besser als die mißglückte Montage oder das Inkaufnehmen vermuteter unbekannter Risiken ist. (Es ist dabei unerheblich, ob diese Risken wirklich oder doch nicht bestehen!)
Ich habe keinerlei Hemmungen zuzugeben, daß ich z.B. ein Uvula- Piercing (besitze nicht einmal das Spezialwerkzeug dafür) sowie die in Österreich offiziell verbotenen „Implantate“ / Transdermals ... noch nie ausgeführt habe.
Aber ich schicke auch oft Leute weiter, weil ich gewisse technisch relativ unschwierige Piercings (Handweb, Nacken, Augenbraue ...) nicht / nicht mehr mache. Dafür mußte ich mich in einem anderen Forum „arrogantes zensiert“ und „prebotenter diehnstleistungsverweigerer“ schimpfen lassen. (Wie sage ich dazu immer: möge mir nie im Leben Böseres widerfahren!) Wer Lehrer, Piercer, Arzt, Bergführer sein ... als reine Dienstleistungsberufe einstuft, der möge das tun.
Allerdings, und das macht den gewaltigen Unterschied zum gewerblichen Piercer aus: ich muß von dieser Tätigkeit nicht leben und bin daher „freier“ und kann mir „mehr erlauben“! Wenn der Kunde mit meiner Vorgangsweise nicht einverstanden ist und Verzicht auf Betäubung oder Alternativvorschläge entrüstet ablehnt, so darf ich dann allerdings nicht beleidigt sein und sollte ihn an einen möglichst kompetenten Kollegen verweisen.
Fakt ist jedenfalls: „Desh“ sowie sämtliche andere Piercer und Tätowierer, die einen legalen Wunsch ablehnen, verzichten immerhin auf Geld!
Tatsache ist: das Argument, wenn ich dieses zweifelhafte Piercing nicht setze, so macht es ein anderer und kassiert, ist zwar aus wirtschaftlicher Sicht verständlich, aber „moralisch anfechtbar“.
Zwischenfragen:
. Soll man einer wild entschlossenen 14jährigen, die mit aller Gewalt einen Oberohrschmuck (Knorpelbereich!) oder ein Bauchnabelpiercing haben will, ihren Wunsch wirklich erfüllen mit der zutreffenden und möglicherweise sogar ehrlich gemeinten Begründung: bevor sie es beim Drogisten oder im Großkaufhaus oder beim Haarschneider preisgünstig mit der Pistole geschossen holt; bevor sie es sich selber anpfuscht oder von der Freundin gestochen kriegt oder es in der Bude des Jahrmarktfestes besorgt oder beim hygienisch zweifelhaft arbeitenden Hinterhofpiercer bekommt, mache ich es?
. Wer bezahlt, wenn aufgrund eines Eingriffes (z.B. Piercing durch die gesamte Handfäche, auf´s Hirn tätowierter Totenkopf) eine teilweise Arbeitsunfähigkeit (Erwerbsbehinderung!) eintritt und / oder der damit beglückte Träger wegen Unvermittelbarkeit bei der Dschobsuche teilweise zum Sozialfall wird?

Die entscheidende Frage greift jedoch tiefer (es ist dieselbe wie etwa in der Genforschung, nur zwei Etagen unterhalb): ist alles, was technisch inzwischen durchführbar und gesetzlich erlaubt ist, auch verantwortbar / soll es gemacht werden!? Vor dieser Antwort können wir uns auf Dauer nicht drücken, und sie führt zwangsläufig weit in die Bereiche der Soziologie und „Moralethik“.

Im „bodymod“- Bereich sollte ein klares keine Grauzonen hinterlassendes deutsches Gesetz das Bewährte aus dem Austria- Gesetz übernehmen und den alpenländischen Schwachsinn meiden. Hierzulande werden alle Piercingstätten, in denen obiger Punkt 2 ignoriert wird, von Anfang an in die Illegalität gedrängt. (Eine österreichische Spezialität ist, bestehende Gesetze „großzügig“ zu handhaben. Von mir gerne zitierte Beispiele sind das „Nichtraucherschutzgesetz“ und das „Hundescheißevomgehsteigwegräumgesetz“ - beide für die Katz`. Auf „bodymod“ übertragen: die Piercer können das meist unbeschadet machen, solange nichts passiert = keine schwerwiegenden medizinischen Probleme sich ergeben und solange kein neidiger Nachbarpiercer Anzeige erstattet.)
Alles andere (Absichtserklärungen, „Prüfsiegelverleihungen“, urkuhle Webseiten, tolle Ausrüstung, sauteure Wochenend- Piercingkurse ...) ist unbefriedigende Schaumschlägerei. Regelmäßige Kontrollen der Einhaltung eines vernünftigen (der Praxis angepaßten) Gesetzes mit abgestuften Sanktionen bei Nichtbefolgung wären dann Voraussetzung für die Wirksamkeit.
Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch in Deutschland eine bundesweite staatliche Regelung erfolgt - aber ernsthaft daran mitarbeiten müßte jeder Betroffene zum Wohle der Kunden und der „bodymodder“ (Selbstschutz!) jetzt schon, bevor andere Interessensgruppen diesen Bereich alleine entscheiden!
Der österreichische Weg war zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber das Gesetz beinhaltet einige grausame Blödheiten.
/// Einschub * Beispiel: wer einen PA, der ab 3mm überhaupt erst interessant zu werden beginnt, mit Betäubung in 2.4 mm Ringstärke setzt und ein paar Tropfen Betaisodona verwendet, könnte allein deswegen 4 x (viermal ! ! ! !) Verstöße angekreidet bekommen.
Das Verbot der „Dermals“ und der Körperveränderungen im weiteren Sinne finde ich übrigens korrekt; ich muß aber ehrlicherweise erwähnen, daß so mancher Piercer bei gewissen Eingriffen (Zungenspaltung, „Elfenohren“, Brandziernarben, Eichelteilung ... ) dem Arzt (der in Austria alles machen darf) überlegen ist. Fakt ist jedenfalls: die ersten diesbezüglichen Experimente in Deutschland begannen schon vor geraumer Zeit! Und hier in Austria ! ? Die deutschen „bodymodder“ sind den österreichischen Kollegen (AUCH den gewerblich vollgeprüften mit Geschäftsbewilligung) also offiziell erlaubt etliche Jahre voraus.
Harmlose, aber deutliche Nebenbemerkung: selbst wenn die tollsten deutschen Künstler hierzulande ein „Studio“ betreiben würden, so wären sie in Austria illegal. (Es gibt meines Wissens nur eine nennenswerte Person, die in beiden Ländern zugelassen wäre, nämlich Thorsten Sekira; der Mann war einer der allerersten bei der österreichischen Piercerprüfung und hat ziemlich bald darauf sein Lokal in Wien aufgegeben (die Bauvorschriften für Piercingläden sowie die enge Auslegung des Begriffes "Piercing" im Ösiland waren vermutlich mitentscheidend) und seinen Wirkungsbereich nach München verlegt.
Die Begrenzung auf 2mm Drahtstärke halte ich dagegen für nicht angebracht. Es ist ja damals auch kein Fachmann in der Kommission gesessen. //

Ich lasse mich überraschen, was in Deutschland herauskommen wird; ob das österreichische Piercinggesetz modifiziert („novelliert“) werden wird und damit bessere Eröffnungs- und Überlebensbedingungen für die Piercer ermöglicht, das bezweifle ich.

Österreichisches Piercingesetz (NUR Auszug!):
Bundesgesetzblatt 14. Februar 2003. 141: Ausübungsregeln für das PIERCEN und Tätowieren durch Gewerbetreibende.
139: Verordnung über die Zugangsvoraussetzungen für das reglementierte Gewerbe ...
Beilage zu BGBl 141 - Unbedenklichkeitsnachweis
Kundmachung vom 6. Dez. 2004: Verordnung ... über die Prüfung für das reglementierte Gewerbe der Kosmetik eingeschränkt auf Piercen. (Aufgrund der §§ 22 und 352a Abs. 2 der Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194, in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 111/2002, wird verordnet blabla ... )
Nur ein Beispiel herausgegriffen:
§ 1. (1) Piercen ... ist das Durchstechen der Haut zwecks Anbringung von Schmuck an Hautfalten, verknorpelten Stellen des Ohres oder des Nasenflügels oder an der Zunge ... , sofern dazu ein Gerät verwendet wird, das höchstens zwei Millimeter durchmessend in die Haut eindringt und keine ... blabla.
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