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Piercing Forum - - SCHMERZ(vermeidung) beim Piercen




SCHMERZ(vermeidung) beim Piercen



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Hans
Piercing Freak




Anmeldedatum: 18.12.2009
Beiträge: 180
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 19.08.2010, 21:23    Titel: SCHMERZ(vermeidung) beim Piercen

Schmerzen und Schmerzlinderung / Schmerzvermeidung durch Betäuben / Betäubung

Vorbemerkung:
Innerhalb der letzten zwei Monate erreichte mich / entdeckte ich die dritte einigermaßen ernst zu nehmende Anfrage, deren Absender sinngemäß „alles“ über dieses Thema zu wissen begehrten. Na ja, „alle“ Info dazu habe ich auch nicht, aber das Wissen, das sich bei mir im Laufe der Zeit angesammelt hat, gebe ich nun weiter, wobei ich den „Basisartikel“ doch belassen ( = auch hier nicht gekürzt) habe. Vier Erweiterungen / Ergänzungen sind nachträglich dazugekommen.

Aufbau des Artikels:
Nicht wegzudiskutierende Fakten.
Zusammenhang zwischen Beweggrund für ein Piercing und Verzicht auf Betäubung.
Persönliche Haltung zum Thema und zum Piercen grundsätzlich (Verweigerung eines Piercings), eigene Erfahrungen (auch bezüglich Toleranz).
Für gut befundene Beiträge aus dem Internet.
Bezug zu SM.
. Eisbeutel / kalte Umschläge / Eiswürfel
. Eisspray / Vereisung
. Emla
. Lidocain
. Eine Möglichkeit, die ich nur hier erwähne, ohne später darauf einzugehen (aber es IST eine Alternative bei Piercings, Zahnbehandlungen, Tätowierungen ...):
Hypnose - relativ teuer und möglicherweise nicht bei jeder Person anwendbar.

Ein Artikel in einer Community hat so viel Reaktionen (Kommentare) bewirkt wie schon lange kein anderer. Begründungen und Gegenargumente wurden vorgebracht, einige wenige sachlich, etliche mehr oder weniger emotional oder ironisch; dabei wurden teilweise (unabsichtlich oder bewußt) verschiedene Aspekte („Bauchnabel- girlies“, warum überhaupt ein Piercing, „kranke“ Metallträger, Ärzte als Piercer, „Weicheier“ ...) wild durcheinandergeworfen und vorwiegend negative Wertungen abgegeben.
Ich halte vorerst mal leidenschaftslos und ohne jegliche persönliche Stellungnahme die Fakten fest:
. 1) Jemand der bi, schwul oder lesbisch ist, der SM positiv sieht und darin Erfüllung findet, ist allein deshalb nicht zwingend „krank“. Alle die hetero sind und am bewährten Blümchensex Gefallen finden, sind nur aus diesem Grund nicht zwingend fade, verklemmte, phantasielose Dumpfbacken!
. 2) Es gibt vorwiegend drei Möglichkeiten der Betäubung (ohne vorerst mal Produktnamen zu nennen): Spritze, Salbe, Spray.
. 3) Das Schmerzempfinden ist von Mensch zu Mensch verschieden. Auch dasselbe Individuum kann exakt denselben Schmerz (Dauer, Intensität sind gleich) aus verschiedenen Gründen weniger arg oder heftiger empfinden.
. 4) Die Schmerzertragefähigkeit ist trainierbar.
. 5) Ungeeignete Schmerzvermeidungsstrategien (Alkohol- und / oder Drogenkonsum) können ein Piercing erschweren oder gefährlich machen.
. 6) Die Betäubung (und damit Schmerzfreiheit oder Schmerzlinderung) bei manchen Salben ist höchst zweifelhaft, ihre Berechtigung basiert vorwiegend auf dem Placebo- Effekt (Tablette aus Mehl für oder gegen irgendetwas - die erhoffte Wirkung tritt tatsächlich, wenn auch oft nur vorübergehend, ein): ich habe etwas bekommen, also bilde ich mir ein, daß es helfen wird, fühle mich nicht so hilflos ausgeliefert und bin somit ruhig oder zumindest weniger aufgeregt.
Seriöse Studienreihen der letzten Jahre (ab 2009) haben allerdings gezeigt, daß ein erkannter Placebo (also wenn der Einnehmende es herausgefunden hat oder weil es ihm vorher gesagt wurde, daß er eine Mehltablette schluckt) sehr oft trotzdem wirkt - das „Ritual des Heilens“ ist dabei entscheidend!
. 7) Eine Spritze an oder in die Nähe der zu betäubenden Stelle tut oft mehr weh als das Piercen selbst.
. 8.) Das Eintauchen der Nadel vor dem Stich in ein gut verträgliches Gleitmittel war bis vor dem Inkrafttreten des österreichischen Piercing- Gesetzes in Austria zuweilen üblich.
. 9) Die Betäubung mit machen Salben (wenn man / frau sich an die Empfehlung hält) bedingt eine beträchtliche Verlängerung des Piercingvorganges. Dies kann als sehr willkommen empfunden werden (Lokalbesuch mit Kaffee und Kuchen mit dem Piercer, Einstimmung in Ruhe) oder als höchst unangenehm.
. 10) In Österreich ist dem Piercer, der nicht zugleich Arzt ist, die Betäubungsinjektion nicht gestattet !
. 11.) Es ist zugleich Tatsache, dass piercende Ärzte in ihren in der Regel hygienisch einwandfrei ausgestatteten Ordinationen mit großen medizinischen Möglichkeiten (Betäubung, Wundversorgung, Ohnmacht ...) oft erschreckend wenig Ahnung von der Materie haben (historisch- ethnologische Kenntnisse; Beschäftigung mit dem soziologisch- psychologischen Bereich; Stichtechnik, bzw. individuelles Anlegen des Piercings, weil Menschen eben verschieden gebaut sind; vorauseilende Vorstellung, wie der Schmuck nach der Anbringung sitzen wird und ob er zum Charakter / Typ des Trägers / der Trägerin paßt.)
. 12) Jemand, der bewußt auf eine Betäubung verzichtet, ist nicht zwangsläufig ein Anhänger von SM.
. 13) Es ist leicht verständlich und natürlich auch absolut legitim, daß jemand den Wunsch hat, möglichst schmerzfrei gepierct zu werden.
. 14) Die Entscheidung, ob tatsächlich eine Betäubung erfolgt, obliegt dem Piercer. Der darf bei einer Ablehnung jedoch nicht beleidigt sein, wenn sich der Kunde den Schmuck wo anders besorgt. Ein korrekter Piercer wird sogar eine Adresse empfehlen, wo betäubt UND einwandfrei gearbeitet wird.
. 15) Erfahrungsgemäß und laut statistisch- wissenschaftlichen Untersuchungen haben 97 % der Leute - auch in der Community - in der Tat keine Ahnung, was SM wirklich bedeutet. Interessant und fast pervers zugleich daran ist, daß im Sample auch etliche Befragte waren die angegeben hatten, einschlägige Klubs zu besuchen oder / und selbst privat als Sub oder Dom diese Art der Erotik zu praktizieren.
. 16) In vielen Fällen, in denen das „Piercing- Opfer“ auf eine Betäubung (oder Scheinbetäubung! ) verzichtet, bewirkt das eine innigere Beziehung zum ausgesuchten Piercing und zum eigenen Körper, als Folge dessen manchmal auch ein größeres Vertrauen zu sich selbst und damit innere Gelassenheit und seelische Stärke. Das muß aber nicht so sein !
. 17) Es ist äußerst selten, daß jemand jedes Piercing gleich (wenig schmerzhaft) empfindet, keinen Unterschied feststellt. Wer dies behauptet, leugnet fast immer Tatsachen. Ein Barbell in der Brustspitze, einer in der Eichel (Apadravya oder Ampallang oder Dydoe) wirkt in den paar Sekunden der Entstehung weit intensiver als ein Lippenbändchenpiercing, dessen Montage wahrscheinlich sogar längere Zeit beansprucht.
. 18.) Selbstverständlich kann man / frau dringend benötigte „Kicks“ oder Selbstbestätigungen und Ego- Stärkungen auf verschiedenste Weise holen: Autorennen auf der Bundesstraße bei Gegenverkehr, Wettsaufen - wer länger steht, (Extrem)Piercings, Wildwasserfahren ohne Helm und Weste, Klettern ohne Seil, Fallschirmspringen ohne Schirm ... Entscheidend ist aber immer, warum ich gerade an diesem Tag bei diesen Bedingungen in dieser Verfassung diese bestimmte Route ohne Seil gehe, warum ich eben dieses Piercing haben will.
19) Die Motive für ein Piercing sind nun mal individuell verschieden - diese Tatsache kann durch noch so viel Zustimmung und noch so heftige Gegenmeinungen nicht wegdiskutiert werden. Für den Einzelnen ist natürlich jeder der möglichen Gründe (falls es nur einen gibt) gleich entscheidend für die Verwirklichung.
. 20) Beim Vorhandensein von zwei oder mehr Gründen ist fast immer eine Reihung (was mehr wiegt) vorhanden. Das Hauptmotiv hat größten Einfluß auf die Entscheidung, ob eine Betäubung gewünscht wird.
Die Motive / Beweggründe für ein Piercing sind, auch wenn es viele Leute nicht wahrhaben wollen, sehr vielfältig - das Thema ist inzwischen in einem eigenen Artikel ziemlich ausführlich behandelt.
Ich habe bis jetzt ohne Betäubung gepierct und werde es weiterhin so halten und die Interessenten, die sich davor schrecken, weiterschicken. Und weil ich ja nicht vom Piercen leben muß, kann ich es mir überdies leisten ehrlich zu sein und VORHER zu sagen, womit man / frau keine Freude haben wird (und welches Piercing die Tendenz zum Herauswachsen hat).
Ich lehne also zusätzlich das Piercen immer ab, wo die Gründe unter 2 und 3 zutreffen. Oft verweigere ich bei 1, 4 und 8.
Ich erlaube mir die Freiheit und Anmaßung, einen (20 mm) Septumring in einem hübschen Mädchengesicht abzulehnen, weil ICH mich bei dieser Wunscherfüllung nicht wohl fühle. Der Kunde ist bei mir NICHT König.
Die Fälle unter 11 neigen dazu (bzw. erklären sich nach einem Gespräch fast immer dazu bereit), ihr Wunschpiercing ohne Betäubung zu bekommen.
Die (gar nicht so seltene) Gruppe 14 zeigt diese Bereitschaft noch ausgeprägter, die Zugehörigen der Gruppen 15 und 17 kommen ohnehin nicht auf die Idee, eine Betäubung zu wollen.

Was mit dem Thema Betäubung und Schmerz nun nichts zu tun hat, wohl aber mit Verweigerung des Piercings: Leute unter 16 Jahren ohne Einverständniserklärung der Eltern haben bei mir keine Chance, obwohl sich in Österreich Jugendliche ab 14 seit Juli 2001 (neben anderen erweiterten Rechten, ohne deswegen strenger in die Pficht genommen zu werden) auch gegen den Wunsch der Eltern bespicken und beringen lassen dürfen, wenn das Piercing innerhalb einer gewissen Zeit abheilt. Jedoch für´ s Tätowieren gilt das nicht. Der Gesetzgeber verbietet dies, weil „echte Tätowierungen“ fast irreversibel ( = nur sehr aufwendig, schmerzhaft und teuer und oft nicht vollständig rückgängig machbar) sind.
Ich habe aber auch schon je einmal bei einem zierlichen 16jährigen / 17jährigen Mädchen ein Nabel- Pierc abgelehnt und anderes vorgeschlagen, weil die einfach noch nicht „ausgewachsen“ genug waren. Eines der Girls hat sich dann seine Banane wo anders beschafft.

Einige Piercings, die ich nicht mehr habe, setzte ich mir selbst (unter anderem PA) oder ließ sie montieren (dabei war die Zunge, weil es einfach bequemer ist, nicht selbst vor dem Spiegel herumhantieren zu müssen), um selbst die Erfahrung zu machen. Mir ist schon klar, daß jeder Mensch ein anderes Schmerzempfinden hat und es daher schwierig ist, eine für alle allgemeingültige Aussage zu finden.

Mit zwei Texten, deren Inhalte gut zum Thema dazupassen, möchte ich nun fortfahren:
// Grundsätzlich ist es die gleiche Geschichte wie mit dem Zahnarzt: man / frau hat mehr Angst davor, als es meistens nötig gewesen wäre. Manche spüren nur einen kurzen „Piekser“, andere wiederum während des Piercingvorgangs (Fixieren der zu piercenden Stelle, Stich, Einfädeln des Schmucks) mehr. Zahlreiche Schmuckträger - „Neulinge“ als auch „Erfahrene“ mit bereits mehreren Piercings - behaupten, daß der Gebrauch der Klemm- Pinzette (Lochzange), etwa beim Nabel- oder Zungenpiercing, das weitaus Unangenehmste sei, „lästiger“ als alles andere zusammen!
Das individuelle Schmerzempfinden hängt wesentlich davon ab, wie du zu deinem neuen Piercing stehst. Wenn du dich vor lauter Angst verkrampfst, wird es sicher mehr weh tun, aber wenn du dich auf deinen neuen Körperschmuck so richtig freust, wird das kurze Schmerzerlebnis deinem Vorhaben sicherlich den perfekten Abschluß verleihen. (Und manche, wie schon kurz erwähnt, genießen es sogar ...)
Bei einem guten Piercer dauert der Stichvorgang nur ein bis fünf Sekunden (z.B. Ohrläppchen - Ampallang), sodaß der Schmerz nur von kurzer Dauer sein wird. Schmerz spielt sich auch im Kopf ab. Die geistige Vorbereitung ist daher mitentscheidend und kann helfen - vor allem denjenigen, bei denen die Entscheidung für ein Piercing lange gereift ist und die bereit sind, dafür auch kurzen Schmerz in Kauf zu nehmen.
Auf der anderen Seite krümmt und windet sich so mancher Held, gerade so, als ob die Nadeln im Eingeweide wühlten. Die Herren der Schöpfung scheinen mir zuweilen die weniger tapferen zu sein. Es brauchen auch die händchenhaltenden Begleiter öfter eine Labung als tröstende Mädchen.
* Schlaumeier, die sich dem erwarteteten Schmerz durch Einnahme bewußtseinserweiternder Produkte oder Inhalieren von Kräutern zu entziehen versuchen, erleben das genaue Gegenteil. Von der Gefahr eines Kreislaufkollapses abgesehen, erhöht sich normalerweise die Empfindlichkeit der Nerven. Also noch mehr „Autsch“! Und Alkoholgenuß führt wegen der Erweiterung der Blutgefäße außerdem zu stärkerer Blutung. //
Ergänzung Hans: zugealkte Leute mit reichlich Promille (schon erlebt: von den Saufkumpanen wegen einer Wette angeschleppt) werden von mir ohne Piercing in´s Bett geschickt.

Auf den Heimseiten zweier Geschäfte, in denen auch Tätowierungen angeboten werden, finden sich nachfolgende Zeilen; welche früher erschienen waren, das weiß ich nicht mehr; aber der von mir 2002 gekürzte und korrigierte Originaltext war mit „Michael“ unterzeichnet:
// „Tut das eigentlich weh? Das würd´ ich nie aushalten!“ „Ganz fürchterlich! Die meisten werden vor Schmerzen bewußtlos, wenn sie nicht rechtzeitig aufspringen und davonlaufen“, antworte ich dann meistens mit mehr oder weniger breitem Grinsen. Aber wie weh tut es denn nun wirklich?
Die Stelle, an der das Piercing auf dem Körper angebracht wird, ist nur in wenigen Fällen maßgeblich entscheidend (Eichel, Ohrknorpel, Brustspitze, Septum). Die Frage der Plazierung sollte sowieso anderen Kriterien unterliegen. Aussagen darüber, wo' s denn nun wie weh tut, gehen weit auseinander und werden oft von denen gemacht, die dort überhaupt nicht gepierct sind. Befragt man unsere total zugenagelten Brüder und Schwestern, hilft das auch nicht weiter, weil die über einen langen Zeitraum verteilten Erfahrungen in der Erinnerung verschwimmen; zudem beeinflussen unzählige Faktoren die physische und psychische (Tages)Verfassung des Opfers.
Wer sich von der Erwartung etwaiger Schmerzen abschrecken läßt, hat den Entschluß, sich piercen zu lassen, ohnehin nicht reiflich durchdacht und sollte es lieber bleiben lassen. Der Schmerz ist schnell vergessen, das Wohlgefallen am Schmuck - ihn selbst zu sehen und zu zeigen - bleibt, im Idealfall für immer. (Michael) //
Ergänzt von mir: die berechtigte Aussicht, damit nicht nur sich selbst, sondern auch einem geliebten Menschen Freude zu schenken, mag die letzten Bedenken zerstreuen ... (Hans)

* * * Ich komme zum vorletzten Punkt des Themenbereiches. Angenommen, der / die Autor(in) des besagten Artikels („Warum betäuben?? Wo is der Kick?“) ist tatsächlich praktizierende(r) Sub - rechtfertigt das eine sofortige Assoziation mit „krank“ ! ? Man kann ja auch mit zart- ironischem Lächeln diese vermeintliche Schwäche eines Menschen, die nur ihn und seinen / ihren Partner betrifft und sonst niemanden berührt, aufnehmen - wie einige Beispiele zeigen.
Die Welt besteht nicht nur aus 12 mm - PAs und 25 mm- Ohrlöchern, aus implantierten Metallplatten, Punchings und dreizehnfärbigen Tattoos. Genau das, was hier in dieser Gemeinschaft viele für sich selbst einfordern, nämlich daß die Umwelt sie vorurteilslos akzeptieren möge, sind sie nicht bereit selbst zu praktizieren: TOLERANZ mit einem „Äll“ ! ! Einfache Ohrringträger und sogar Nichtgepiercte haben auch eine Daseinsberechtigung - genauso wie alle aus der „Norm“ fallenden Verwender von Abkürzungen, bekennende Homos, praktizierende SMler oder Mondanbeter. Solange niemandem anderen geschadet wird, ist das wohl die Mindestanforderung an die sattsam geheuchelte Toleranz. (Ein Mitbürger, der den anderen und mir in einem kleinen vom eisigen Wind umbrausten Wartehäuschen der S- Bahn trotz Nichtraucherschildes rücksichtslos und völlig unbeeindruckt von meiner Husterei und den tränenden Augen brutalst die Lunge niederprügelt, richtet mehr Schaden an: er begeht, im Gegensatz zum Piercer oder zum Dom, herzloseste unerwünschte Körperverletzung ! ! Ich weiß, daß mir etliche allein wegen dieser Feststellung mit Genuß eine Minusbewertung auftrotteln werden - aber die werde ich wohl locker aushalten, soll mir nie etwas Ärgeres passieren.)
Offensichtlich genügt aber bei einigen Mitgliedern die bloße Tatsache des Andersseins, um die Feindbild- Reaktion auszulösen und jemanden als verrückt, sprachlich unfähig, krank, arrogant ... abzukanzeln. Aber man / frau muß ja nicht reden mit jemandem, der abkürzt oder Piercings ohne Schmuckanbringung mag!
Im Dschädd wurde mal ein Gast, der auf die entsprechende Frage zugegeben hatte, keine Piercings und Tätowierungen zu tragen, aggressiv gefragt, warum er / sie dann überhaupt da sei - die Körperschmucklosigkeit war in diesem Fall die Abweichung von der gewohnten Norm. Es ist bedrückend, wie niedrig die Toleranzschwelle zuweilen liegt.

* * * In die Situation einer Sub mag sich jede(r) mit verächtlichen oder neidvollen, braven oder wilden Phantasien hineindenken - ich versuche mal kurz die gegenteilige Position zu erklären. Ob ich damit Ahnungslosigkeit und Vorurteile mindern kann?
Angenommen, mal nur so angenommen, nicht Susi, meine Hausspinne, sitzt mir zwischen dem Hydrokultur- Blumenfenster und dem Aquarium gegenüber. Susi sei also nicht die fliegenaussaugende Mitbewohnerin, sondern ein reales Mädchen, eine „echte“ (verstehende) genießende Sub- Susanne.
Bevor ich sie fessle: sie muß mir ihre Wehrlosigkeit lauteren Herzens schenken können - sie darf nur noch Angst vor dem Schmerz haben, nicht vor mir ! Und ich muß ihr AUCH bedingungslos vertrauen können!! Wenn sie sich mir gefesselt darbietet, mir ihre geile Angst, ihre Tränen und Schmerzen und Wollust schenkt, so erlangt sie durch ihre totale Hingabe, durch ihr sich mir völliges Ausliefern ZUGLEICH enorme Macht über mich! Ist sie sich dessen bewußt!? Kann sie (so wie Sandra aus meiner Photogalerie) mit dieser gewaltigen weiblichen Stärke verantwortungsvoll umgehen! Ahnt sie, weiß sie, welch bittere oder köstliche (teilweise noch ungeweckt- brachliegende) frauliche Kraft in ihr schlummert, die dann so oder so hemmungsgslos mir zuteil wird ...
* Sie weiß jedenfalls, daß ich mich nicht tatsächlich erfreuen kann, wenn eine Frau z.B. nur mitmacht, um mir einen Gefallen zu erweisen oder wenn ein Mädchen lediglich aus Neugier eingestiegen ist und sich beide eigentlich unbehaglich fühlen. Mit anderen Worten: es törnt mich nur an, wenn ich merke, daß mein Gegenüber wirklich bereit ist und meine Geschenke ersehnt und genießt! Das unterscheidet den liebenden Partner vom primitiv prügelnden und stechenden Sadisten. Ersterer sucht keine „devote Sklavin“, sondern ein selbstbewußtes Mädchen /  eine ebensolche in sich ruhende Frau, die zu ihrer Neigung steht und „die faszinierende Mischung von wolllüstigem Schmerz UND unendlicher Zärtlichkeit“ (Zitat Jelena) zu schätzen weiß ....
Kein Gefasel von „Herr“ und „Meister“, kein idiotisches Wacheln mit einem „Sklavenvertrag“ ! Geduld, Einfühlgsvermögen, liebevoll gespendete köstliche Schmerzen, Ebenbürtigk der Partnerin (Respekt und Achtung) sind gefragt ! Keine gemeingefährlichen schwachsinnig hohen Stöckelschuhe (noch dazu im Bett), keine Helme und Brustschilde mit Dornen / Stacheln; keine Latexverpackungen, bei denen nur die Nasenspitze rausschaut, kein Krankenschwesterhäubchen auf dem Haar oder ein Polizistenkapperl auf dem Kopf und ähnliches Zeugs ...
* Und nicht ausschließlich, aber besonders NACH dem Lösen der Fesseln:
Sanft- genießerisch bis erregend- leidenschaftliche Zärtlichkeit empfängt sie nicht nur (wenn sie es mag) durch Dildo, Kugeln und / oder was ihr sonst noch gefällt, sondern auch / vor allem durch Fingerspitzen und Zunge (mit oder ohne Piercing) sowie durch den gesamten „Rest“ des Körpers. Das größte Wohlbehagen (ich muß da immer an eine schnurrende Katze denken) wird ihr aber erst zuteil, wenn sie sich verstanden und angenommen spürt - dann erst erlebt sie dieses gewisse gar nicht leicht in Worte zu fassende Gefühl (auch aufgeschlossene, belesene, auf ihre inneren Schwingungen lauschende und sprachlich gewandte Mädchen / Frauen tun sich bei seiner Beschreibung schwer):
diese eigenartige Mischung aus (verebbendem) Schmerz und dennoch großer erotischer Macht, erfüllter Geilheit, schamloser Freude, nachlassender Aufgewühltheit, befriedigter Erschöpfung, lasziver Trägheit, ausklingender Wollust, tiefer Dankbarkeit, verschwundener Angst, kraftvoller Weiblichkeit, leiser bis intensiver Genugtuung, stillem Glück und kuscheliger Geborgenheit, dann erst spürt sie die „möglichst nie enden sollende Zärtlichkeit des Augenblicks“ [ © Kristina ], wie ein sinnliches Mädchen die beiden zuletzt erwähnten Teilbereiche dieses Phänomens einmal genannt hat ... Logo ? Kann mir wer folgen, das nachvollziehen? War das verständlich ? Nein .... - macht nichts ... Dennoch liebe Grüße an alle von ha

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Eisbeutel / KALTE UMSCHLÄGE bei Piercings * (Juni 2006)
Der Gebrauch von Eisbeuteln und kalten Kompressen in der Hoffnung, bei neuen Prellungen und Verstauchungen ein sich bildendes Hämatom (Bluterguß) möglichst klein zu halten bzw. zur Schmerzlinderung ist allgemein bekannt. Natürlich kommt es auch bei Stichverletzungen, wie sie beim Piercen unvermeidlich sind, zu mehr oder minder großen Schmerzen und Schwellungen und zu einer mitunter deutlichen Erwärmung der betreffenden Stelle - ist ja klar, denn AUCH jedes frische Piercing bewirkt eine geringfügige bis klar erkennbare Entzündung. (Ich sage das immer wieder, obwohl diese Tatsache von fast allen Lesern und vielen Piercern empört bestritten wird und ich dafür auch regelmäßig verbal verprügelt werde.) Es ist daher naheliegend, daß Zufuhr von Kälte auch für die Piercing- Nachpflege immer wieder empfohlen wird.
Aber was passiert dabei wirklich? Und wieso kommt es vor, daß ein trauriger Piercingfreund (oder sonst ein Verletzter) enttäuscht und glaubhaft versichert, daß er den halben Tag und die folgende Nacht jede Stunde brav den warm gewordenen Umschlag gewechselt habe - doch besser geworden sei fast nichts!?

Ich bitte Profimediziner um Nachsicht für die folgende vereinfachte Erklärung:
Eine offene Wunde wird innerhalb der ersten 16 Stunden größer, weil die Makrophagen (wiederhole „Immunsystem“ - ) vom gesunden Gewebe auch ein bißchen „wegfressen“. Sie machen eine Proteinanalyse / Oberflächenstrukturanalyse um sich zu orientieren, bevor sie Gegenmaßnahmen einleiten; sie schicken Botenstoffe aus, der Körper macht dann eine Schwellung und sondert Sekret (Körperflüssigkeit - siehe „Exsudat“, ebenfalls „Immunsystem“) ab, damit die Makrophagen gut „hinschwimmen“ und genau analysieren können, bevor sie den „Großangriff“ starten und damit die Heilung einleiten. Ein Eisbeutel auf der betroffenen Körperstelle verhindert das jedoch.

Natürlich tut es aber mit Kühlung vorerst weniger weh. Warum eigentlich?
Durch die gate- control („Eingangstor“ ins Gehirn) kommen die durch das Piercen (bzw. die durch die nachfolgende Schwellung) ausgelösten Schmerzreize in den Kopf. Durch den Eisbeutel gelangen aber nicht nur Schmerzsignale ins Gehirn, sondern auch Kältereize. Weil der Durchmesser des Türls aber gleich bleibt und die Schmerzimpulse sich den Eingang „teilen müssen“, ist der Schmerz eben weniger spürbar. Das funktioniert natürlich auch anders, z.B. (beim Getroffenwerden durch einen zurückschnellenden Zweig bei der Gartenarbeit) mit Hilfe zusätzlicher Reize durch Druckausübung oder D´rüberstreichen über die betroffene Körperstelle. Beim Zungenpiercing ist diese Hilfe verständlicherweise nicht zweckmäßig. Daher steht in der Pflegeanleitung für das ZP (Kamillentee-, besser Salbeitee-)Eiswürfel nur eine Minute lutschen - das ist ein guter Kompromiß, und nachher können die Makrophagen ihre Arbeit fortsetzen.

Kommentar von Stormchaser (Rechtschreibung und Syntax korrigiert):
Guter Artikel, aber ungenau (Wirkungsbeschreibung). Warum reagiert überhaupt das Immunsystem auf eine Wunde? Die zerstörten, zerschnittenen oder zerrissenen Zellen machen das Problem; Zellbestandteile, die auf einmal so frei herumschwimmen, werden vom Körper als Problemstelle (Ursachen: Verletzung oder Infektion) erkannt, das Immunsytem reagiert automatisch, eliminiert ausserdem die tatsächlich biochemiestörenden Bruchstücke. Warum wirkt Eis nun schmerzlindernd? Nicht die sich blockierende Reizleitung ist der Grund, nicht die Signalverarbeitung, sondern die Reizleitung selbst > Kälte blockiert die Biochemie der Nerven. Daher kommt es gar nicht erst zum Schmerzreiz - bzw. er ist stark reduziert. Ausserdem mindert Kälte durch rasche lokale Reaktion (Gefässe verengen sich, um den Wärmeverlust vom Körperinneren her zu verringern) gegen die verstärkte Durchblutung die Entzündung. Gegen eine entzündliche Überreaktion wirkt also Kälte - die stumpfe Stossbelastung ist ein wunderbares Beispiel, dass ein Zuviel an Entzündung und Durchblutung der Verletzung diese (in Form des Blutergusses, der ja erst abgebaut werden muss!) verschlimmert.
Nie aber wird am Fussballplatz eine offene Wunde vereist, dort hilft Durchblutung und Schwellung diese zu reinigen und rascher zu heilen. Vor dem Piercen stark abzukühlen ist sicher sinnvoll - der Schmerzreiz wird gar nicht erst übertragen. Kennt doch jeder: die kalte, klamme Hand im Winter, nichts tut weh, auch der Kälte- Reiz erreicht schon lange nicht mehr den Kopf; der Schnee auf der Haut schmilzt kaum mehr, die Temperatur der Hand ist einstellig. Entsprechend lahm fallen die Bewegungen aus, und dann rutscht man aus, stützt sich ab, roffelt über den Boden und spürt nichts. Auf einmal tropft es aus einer schönen Schürfwunde. Reiz (Schmerz) erst nach Erwärmung wieder.
Beim Heilen einer Wunde ist jedoch Kälte Blödsinn, genauso wie beim Heilen vieler anderer lästiger Entzündungen, die dem Körper einiges abverlangen. Nicht Kälte, sondern Hitze reinigt die eitrige Wunde; nicht Kälte, Hitze hilft gegen den schmerzenden Rücken. Denn dort die Durchblutung zu verringern wäre genau falsch. Grüsse Herfried

Grundsätzliche Anwendung von Wärme und Kälte ungeachtet einer Piercingsituaton.
Erinnerung aus dem Pflegeartikel: es gibt immer wieder Leute, die aus der „Norm“ rausfallen = anders reagieren. Die Grundregel muß folglich nicht immer für alle Menschen gleich gültig sein - es gibt individuelle Unverträglichkeiten, die bei einzelnen Patienten genau den gegenteiligen Effekt auslösen können.
Anerkannte Standardregel ist jedenfalls:
Wärme ist sinnvoll bei chronischen Zuständen und Erkrankungen. Beispiele sind Arthrosen (Gelenkabnützungen), chronische Rückenschmerzen, Muskelverspannungen und chronische Enzündungen (wie etwa Rheuma). Wärme wirkt in diesen Fällen muskelentspannend und durchblutungsfördernd.
Eine lokale Kältetherapie dagegen ist angezeigt bei akuten Schulterschmerzen, Kreuzschmerzen, Gelenksschmerzen sowie zum Beispiel bei Verstauchungen, Prellungen oder nach Gelenksoperationen. Dabei wirkt die Kälte schmerzstillend und abschwellend.

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E I S S P R A Y :
Es ist ein Unterschied, ob er auf dem Fußballfeld bei einer Verstauchung (geschlossene Verletzung!) oder an einer demnächst zu stechenden Körperstelle verwendet wird. Die Vereisung wirkt nicht nur oberflächlich - auch tieferen Prellungen wird der Schmerz genommen.
Für den Kopfbereich ist Eisspray nicht gedacht (Gebrauchsinformation!), für die Schleimhaut auch nicht. Der Placeboeffekt fällt (im Gegensatz zum zaghaft mit kaltem Wasser Betupfen) weg - es betäubt wirklich.
Allerdings ist das Risiko einer Erfrierung, die im schlimmsten Falle eine zeitweilige Taubheit an der Stelle auslöst, durchaus möglich - vor allem bei reichlichem Gebrauch. Es werden minus 25 bis 30 Grad erzeugt, einige Hautpartikel können abfrieren und beim Stechen in die Wunde gelangen. Die Chance steigt, daß es eine stärkere als ohnehin unvermeidbare Entzündung wird (oder daß die Wahrscheinlichkeit steigt, daß die Entzündung zur Infektion wird, wenn krankmachende Keime / abgestorbenes nekrotisches Gewebe in den Stichkanal gelangt).
Durch den Spray wird die Haut verändert, das Piercing kann nach dem Stechen und der Abkühlung schief sitzen. Wäre nicht zu empfehlen, da sich z.B. die Brustwarze anders zusammenzieht.
Ein unangenehmer Tausch für die 2 oder 3 Sekunden des weniger gespürten Stiches ist, daß NACHHER das Piercing noch viel mehr weh tut. Jedenfalls wird sozusagen „durch ein Stück gefrorenes Fleisch“ gestochen und das Gewebe, welches sich durch die Kälte gut zusammengezogen hat, wird nur unnötig mehr verletzt - der Schmerz dann beim Nachlassen der Wirkung umso fieser .
Manche Piercer sprühen nicht nur wild in der Gegend herum, sondern auf einen Tupfer und drücken diesen dann mehr oder weniger gefühlvoll auf. Wenn der Piercer die Vereisung nicht wirklich beherrscht, wirkt sie nicht oder richtet sogar Schaden an.
(Nachbemerkung: eine Betäubung vor der Montage ist dem österreichischen Piercer, was durchaus sinvoll ist, NIRGENDWO gestattet, folglich auch nicht die Verwendung von Eisspray!)

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Bitte einmal Vollnarkose!

. 1) Betäubungsspritze: sie darf nur von ausgebildetem Personal (Arzt, Krankenschwester, Heilpraktiker) gesetzt werden. Wer kann behaupten, daß das Piercen ohne Betäubung schmerzhafter ist, wenn er es ohne Betäubung gar nicht kennt?
. Ist es nicht paradox sich mit einer Nadel (Spritze) stechen zu lassen, um einen weiteren Stich nicht zu spüren? Ob mit oder ohne Betäubung hat man am Schluß jeweils ersten Stich gespürt!
. Das Betäubungsmittel besteht aus ein paar ml Flüssigkeit, die die zu piercende Hautregion aufschwemmt. Der Ein-und Ausstich (vor allem beim Nabel) kann nach dem Abschwellen schräg sein.
. Der total verängstigte Kunde muß oft etliche Minuten warten, bis das Betäubungsmittel überhaupt wirkt. Wobei ich von einer Kundin - die beim ersten Mal bei einer Ärztin war - weiß, daß bei ihr auf Grund von Zeitdruck die Betäubung noch nicht gewirkt hatte.
. Ärzte haben auf Grund der Betäubung meist eine andere Piercing Technik. Es wird selten die zu stechende Stelle markiert und mit einer Klemme fixiert, sondern die Nadel einfach durch das betäubte Gewebe geschoben, was häufig schiefe und fehlplazierte Piercings zur Folge hat. (Diese Aussage hat sich die Verfasserin nicht ausgedacht, sondern auf Nachfrage von Kunden erfahren, die schon einmal bei einem Arzt zum Piercen waren).
. Wie jeder Zahnarztkunde weiß, kommen die Schmerzen um so stärker, wenn die Betäubung nachläßt.

. 2) Eisspray / Lidocainspray: können von jedem angewandt werden. Auf den Eisspray`s ist oft zu lesen: “Nicht einatmen!”. Wie sinnvoll ist es dann, den aufgetragenen Spray durch den Nadelstich in den frischen Stichkanal zu bringen?
. Die Spray`s haben einen weiten Sprühradius. Dies kann bei Augenbrauenpiercings zu unangenehmen Treffern ins Auge führen.
. Es ist stark anzuzweifeln, ob Eisspray`s beim Piercen tatsächlich den Schmerz lindern. Bei Kälte zieht sich die Haut zusammen und wird straffer / härter (z.B. Brust). Stecht doch mal mit einer Nadel durch ein gefrorenes Stück Fleisch und zum Vergleich in ein aufgetautes! Ihr werdet merken, wo man mehr Druck benötigt um die Nadel durchzustechen. Den stärkeren Druck merkt auch der Kunde, womit man wieder beim gleichen Ergebnis ist wie ohne Kältespray.
. Lidocainspray`s sind wie Kältespray`s, jedoch für Schleimhäute. Wenn man sie benutzt, jammern die Kunden meist über den widerlichen Geschmack. Bei Zungenpiercings werden die Speiseröhre und Lippen unweigerlich mit betäubt. Wer dies kennt weiß genau, was für ein ätzendes Gefühl das ist, und über den Nutzen läßt sich streiten.
. Lidocainspray`s im Genitalbereich? Viele von Euch haben bestimmt als Kind bei Erkrankungen „Wick vaporup“ auf die Brust bekommen (diese Salbe mit dem Wärmeeffekt). Dieses Gefühl habt ihr auch bei Lidocain im Genitalbereich.

. 3) Betäubungssalbe (z.B. „Emla-Salbe 5g“ aus der Apotheke). Die Salbe benötigt mindestens (!) eine halbe Stunde, um sinnvoll zu wirken. Hoffentlich ist der Kunde bis dahin nicht komplett in Ohnmacht gefallen!
. Ein Lösung wäre, daß sich der Kunde schon vorab zum Einwirken die Salbe zu Hause aufträgt.

Leider habe ich fast nur Nachteile auflisten können, da mir kaum Vorteile bekannt sind. Der einzige Vorteil von Betäubungen ist, daß dem Kunden die Angst - nicht der Schmerz - vor dem Piercen genommen wird. Dies kann ein guter Piercer aber auch auf anderem Weg erreichen, indem er dem Kunden ein Gefühl von Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit vermittelt sowie sauber, präzise und schnell arbeitet. Denn nicht nur die positive psychische Einstellung des Kunden, sondern auch die Technik kann beim Piercen schmerzmindernd wirken.
Ein kleiner Denkanstoß bezüglich Ärzte: Wie soll jemand einem anderen die Angst vor dem Piercen nehmen können, wenn er selbst keine Piercings hat? (Anmerkungen von Hans: dieses Argument ist nicht sattelfest; es hat dieselbe Qualität wie: eine Piercerin kann keine Ahnung von einem PA haben. Und Eisspray betäubt tatsächlich > kein Placeboffekt.)

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E M L A :
Von Cee-Kay-Tattoo: PAT Betäubungssalbe verboten, vom 24. Okt. 2007
(Anmerkung: Text leicht gekürzt / verändert / sprachlich korrigiert.)
Vor einiger Zeit wurde hier schon über Sinn und Unsinn einer Betäubungssalbe diskutiert.
Auf Einwände und Bedenken wurde vom Hersteller der Salbe mit Zweit- und Drittkommentaren nur mit Überheblichkeit und Häme reagiert.
Weil das Zeug richtig gefährlich ist und der Hersteller mit einer Ignoranz hier auftrat, die schon fast kriminell ist, wurden die zuständigen Behörden eingeschaltet, um eine Rechtmäßigkeit und Unbedenklichkeit der Salbe zu prüfen.
Fazit: die Herstellung der Salbe und der Vertrieb wurden der Apotheke und dem „Projekt Art Tattoostudio“ sofort untersagt.
Marion und ich haben lange diskutiert, ob wir so einen Schritt wagen sollen, da wir auch öffentlich die Werbung in einem großen Tätowiermagazin angeprangert haben. Wir sind hier in eine Sache vorgestoßen, in der es um viel Geld und Ansehen geht. Daß sowas möglicherweise nicht ohne Folgen abgeht, ist uns klar.
Es kann aber nicht angehen, daß aufgrund des Tattoohypes findige Geschäftsleute mit unseriösen Angeboten versuchen, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden - und das auf Kosten der Tätowierer und Kunden!
Nach den ersten kritischen Zeilen ... haben sich ein paar Studios an uns gewandt, um näheres zu erfahren. Sie wollten aber unter keinen Umständen an der weiteren Vorgehensweise beteiligt sein oder namentlich genannt werden, da sie mögliche Folgen fürchten. Die Tattooszene in sich ist nicht zimperlich, und in Zeiten des Medienansturmes auf die ganze Tätowiererei kann die Reputation eines Studios in den Himmel gehoben oder auch zerstört werden.
Uns ist dieser Aspekt nicht egal, aber jemand muß anfangen, Dinge zu hinterfragen und mögliche Mißstände öffentlich aufzuzeigen. Ich lehne mich jetzt noch weiter aus dem Fenster und frage mich, wie kann in Printmagazinen scheinbar komplett ohne Recherche für so eine Salbe eine Empfehlung ausgesprochen werden, obwohl es nur einen Anruf beim Apothekerverband gekostet hätte, um sich über die Rechtmäßigkeit einer 25 prozentigen Lidocainlösung zu informieren. Hier ... ist dieser Mißstand sofort erkannt worden - und das von Leuten, die sich mit dem Thema in ihrer Freizeit beschäftigen.
Wo sind in so einem Fall all die lauthals schreienden Tätowierorganisationen, die sich auf die Fahne geschrieben haben, die Belange der Tätowierer zu vertreten und Kunden konkrete Empfehlungen auszusprechen?
Wann sieht dieser Staat endlich ein, daß eine Anerkennung der Tätowier- und Piercingausbildung mit zusätzlicher medizinischer Ausbildung dringend nötig ist, z. B. damit es nicht aufgrund von vermeidbaren Nebenwirkungen einer Betäubungssalbe erst einen Toten geben müßte, damit jemand reagiert!?

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Ein Auszug aus einem Tätowier- Fachartikel darf nicht fehlen. Den Wildkatzen ist nur zu wünschen, daß sie diesen Autor („Melanom“) nicht auch noch verlieren. Hier ist der fehlerbereinigte und ganz leicht veränderte und gekürzte Text:
Eine ganz andere Form, den Schmerz zu ertragen, hat sich leider in einigen Studios und bei einigen Tätowierten ... entwickelt: das Betäuben.
Hierzu wird in den meisten Fällen Emla- Salbe benutzt. Bei richtiger Anwendung ist man / frau für 20 - 40 Minuten an der Stelle oberflächlich taub. (Wobei ich auch Menschen kenne, die kaum Wirkung spüren!)
Die Nachteile sind: zum einen schwemmt die Haut in einigen Fällen auf (steht auch als Nebenwirkung in der Beschreibung) = es sammelt sich Flüssigkeit in der Haut und sie quaddelt wie bei Mückenstichen um den Einstich. Der daraus resultierende Effekt ist einfach zu erklären: der Tätowierer will mit einer dickeren Flüssigkeit in ein Gewebe eindringen, das selber mit einer relativ dünnen Flüssigkeit gefüllt ist > die Farbe geht nicht rein oder wird schnell wieder ausgeschwemmt. Klar, es muß nicht passieren, aber warum einen bekannten schlechten Nebeneffekt riskieren, wenn es viele andere Möglichkeiten gibt, den Schmerz erträglicher zu machen. Jede Betäubung entzieht dem Gewebe Sauerstoff, sprich die Heilung startet verzögert.
Da der Effekt höchstens 45 Minuten anhält, neigen einige Tätowierer dazu nachzuschmieren. Das ist ein grober Fehler!! Mittels hautdurchdringender Botenstoffe wird der betäubende Inhaltsstoff Lidocain zu den Nervenenden gebracht. Damit das überhaupt funktioniert, ist das Lidocain hochwirksam / hochdosiert. Bringt man diese hohe Dosis dann direkt in eine Wunde ein oder sticht den Stoff mit der Nadel in die Haut, steigt die Gefahr von Kreislaufproblemen und anaphylaktischen Schocks.
Auch ich mußte schon Emla anwenden, aber nur, weil es derjenige absolut nicht mehr aushalten konnte, obwohl der Rest des Körpers schon tätowiert war. Für mich ist es ein Notfallmittel, welches aufgrund der Nebenwirkungen und der Tatsache, dass ein Vorgang umso sicherer ist, je weniger Substanzen benutzt werden, auch nicht zum Standard werden sollte. Jede Substanz, die man mehr in den Körper einbringt, erhöht die Gefahr der Allergie und der Komplikationen (never change a running system)!
Persönlich bin ich der Meinung, dass man für etwas Habenwollen auch den erträglichen Preis zahlen sollte. Aber das ist etwas, das ich an meinen eigenen Werten festmache. Ich kann durchaus verstehen, dass andere Menschen das anders sehen und nicht dazu bereit sind. Für mich allerdings ist es eine sportliche Sichtweise, wenn ich sage, dass man auf die Leistung, etwas trotz der Unannehmlichkeiten durchgezogen zu haben, besonders stolz sein kann. (Zumal Tätowierungen an Stellen, die besonders weh tun, auch von anderen als Leistung angesehen werden.)
Bevor man nicht alle anderen oben genannten Möglichkeiten ausgenutzt hat, sollte man nicht zu einem Mittel greifen, welches eindeutig nicht frei von Nebenwirkungen ist. Wenn man zu bequem ist, sich anzustrengen, sollte man sich nicht tätowieren lassen. Denn etwas Einsatz und Willen zu verlangen, ist auch ein Filter um diejenigen Leute auszusieben, die eigentlich nicht wirklich ein Tattoo wollen.
Aber da bin ich wohl noch „Oldschool“ ... denn ich denke, dass die Entscheidung, sich tätowieren zu lassen, heutzutage oft viel zu leichtfertig und unüberlegt gefällt wird. Der vermehrte Einsatz von Emla und die Tatsache, dass sogar Menschen dazu greifen, die es nicht ein einziges Mal ohne Betäubung versucht haben, ist meiner Meinung nach ein Symptom dieser Entwicklung: jeder möchte ein Tattoo haben, aber die Bereitschaft sich damit auseinanderzusetzen ... sinkt.
Ich weiß, das ist meine persönliche Meinung und jeder muß selber entscheiden, ob der Schmerz erträglich ist oder nicht. Aber über die potentiellen Nebenwirkungen seid ihr nun aufgeklärt.

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L I D O C A I N :

Vorbemerkung:
Lidocain ist ein Mittel zur Schmerzvermeidung / Schmerzlinderung. In Form des Betäubungssprays wird es (nicht nur von Piercern) gerne verwendet.
Für die wenigen Leser, die es allerdings genauer interessiert, sind die folgenden Zeilen bestimmt; ich habe keine wesentliche Aussage weggelassen. Die Nebenbemerkung der Autorin (die auch meine Theorie- Prüferin im medizinischen Teilbereich war) läßt zwei Auslegungen zu: sie hat keine gute Meinung über die Kanditaten, oder sie gilt als besonders streng. Na ja, vielleicht auch beides ... Aber die Vorbereitung auf ihre Prüfung hat mir doch viel gebracht. (Die freiwillige Weiterbildung ein Jahr später auch.)
Ich gehe nun auf keine näheren fachlichen Erklärungen ein, nur drei sprachliche Begriffe aus ihrer Begründung erwähne ich:
Prophylaxe = Krankheitsverhütung, Vorbeugung.
conditio sine qua non = eine unverzichtbare Bedingung, die erfüllt sein muß, damit etwas (eine Verhandlung, ein Vertrag, eine Behandlung ...) überhaupt beginnen kann.
adäquat: angemessen, wie es die Situation verlangt, entsprechend.

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Stellungnahme zu einer Diskussion zwischen den österreichischen Apothekern und der Bundesinnung zur Verwendung von
Emla 5% Creme (Inhaltsstoffe Prilocain und Lidocain) und XYLOCAIN lokal
(lnhaltsstoff Lidocain):

. 1) Lidocain blockiert an der Herzmuskelzelle die für die Auslösung des Aktionspotentiales verantwortlichen schnellen Natriumkanäle und verkürzt die Repolarisationsdauer.
. 2) Es kann zu einem totalen AV- Block und damit zu einem Herzstillstand führen.
. 3) Es ist arhythmogen und wird auch als solches Medikament in der Kardiologie eingesetzt..
. 4) Es kann zu schwersten anaphylaktischen Reaktionen inklusive Quinke- Ödem, Flush etc. führen.
. 5) Lidocain in der Hand von medizinischen Laien ... kann (trotz ärztlicher Verordnung) zum Tod der Kundschaft führen.
Permanent Makeup- Ausübende, Tätowierer und Piercer besitzen nicht genug medizinische Grundkenntnisse und Erste Hilfe- Ausbildungen, um mit diesem medizinischen Notfall adäquat umgehen zu können.
(Anmerkung: bei den Befähigungsprüfungen sind oft nicht einmal die wichtigsten Erste- Hilfe- Grundkenntnisse vorhanden!!)

(( Stellungnahme zu einem anderen Problem:
Bezugnehmend auf die Frage Virostatika und Lippen- Permanent- Makeup:
Die Durchseuchung mit Herpes simplex- Viren in der Bevölkerung beträgt 98 %. Die Mehrzahl der Kundinnen entwickelt nach einem Lippen- Permanent- Makeup Lippenherpes ( > das Permanent- Makeup hält nicht, es entstehen Verkrustungen und häßliche Narben).
Deshalb ist eine Prophylaxe mit z.B. Valtrex 500 mg 2 x 1 für 5 Tage vor Beginn des Lippen- Permanent- Makeups eine conditio sine qua non. ))

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Ich habe meinen Hausarzt, einen Dermatologen und den prüfenden Arzt in St. Pölten 2005 dazu befragt: also, um die wortreichen Erläuterungen kurz zu fassen: “normalerweise“ ... und so weiter, aber völlig auszuschließen sei es natürlich doch nicht ...
Es ist wohl so wie eine durch ein Piercing hervorgerufene Sepsis: sehr unwahrscheinlich und äußerst selten. Ich selbst kenne keinen Fall, und mir ist auch kein Piercer bekannt, dem so eine Entwicklung untergekommen ist. Und dennoch: mir hat unlängst ein Austria- Mädel glaubhaft berichtet, daß nach der Montage eines Ringes zwischen zwei Fingern lange nach dem Stechen nach immer stärker werdenden Schmerzen nur durch eine komplizierte Operation und (eine Woche!) Spitalsaufenthalt mit intensiver täglicher Behandlung die Hand gerettet werden konnte.
Bei einem Conch- Piercing soll es, auf´s Ohr übertragen, ähnlich abgelaufen sein ... Da hat sich eine Entzündung offensichtlich auch zu einer MASSIVEN Infektion gewandelt, für die der Piercer so viele Monate nach der Erstapplikation nichts kann.
Zurück zum Lidocain. Weil ich Betäubungen, so wie es in Austria vorgesehen ist, grundsätzlich ebenfalls ablehne (außer vielleicht mal ein Placebo ) und Leute, die darauf bestehen, weiterschicke, habe ich mit dieser österreichischen Bestimmung kein Problem.
Viel Freude durch nie ernsthaft zickende Piercings während und nach der Abheilphase wünscht allen ha.


Zuletzt bearbeitet von Hans am 11.05.2012, 10:27, insgesamt 16-mal bearbeitet
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