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Piercing Forum - - P F L E G E - kritische Betrachtung einiger Mittel




P F L E G E - kritische Betrachtung einiger Mittel



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Hans
Piercing Monster




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Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 07.04.2010, 13:32    Titel: P F L E G E - kritische Betrachtung einiger Mittel

Medikamente und Verbrauchsmittel beim und nach dem Piercen.

Hier geht es um eines der zentralen Themen beim Piercen > > > entsprechend oft gibt es dazu Artikel, blogs und besonders Anfragen in allen Foren. Die daraus sich ergebenden Kommentare und Stellungnahmen / Ratschläge bewirken zuweilen (in neuen Antwortkommentaren) weitgehende Zustimmung bis entschiedene Ablehnung. Das ist einfach so und läßt sich mit noch so viel Eifer und Einsatz nicht wegdiskutieren.

Aber die drei Gründe für diese Extreme sind ganz klar erfaßbar:
. 1) Einfach schlichte Ahnungslosigkeit (es ist dabei EGAL, ob die beharrliche Weigerung sich weiterzubilden aus Faulheit / Arroganz / Sturheit / mangelnder Informationsmöglichkeit / geistiger Überforderung ... entspringt) beziehungsweise gläubiges Nachplappern.
. 2) Weil jeder ungeklonte Mensch ein nur einmal vorkommender Organismus (ein ganz persönliches „Individuum“) ist, gibt es eben immer wieder Leute, die aus der „Norm“ rausfallen = anders reagieren.
Was üblich / normal ist, wird am einfachsten so umschrieben: wenn etwas nach bisherigen Erfahrungen ( = sehr viele Situationen der gleichen oder zumindest vergleichbarer Art an vielen Menschen in vielen Ländern zumindest eines Kontinents durch etliche Jahre beobachtet) zum gleichen Ergebnis führt.
Jedoch heißt das auch:
. 3 a) ein Mittel, das bei tausenden Leuten geholfen hat, kann (niemand möge fragen warum, besonders bei der Bekämpfung von Wildfleisch) bei einem oder einigen anderen überhaupt nichts bewirken. (Oder manchmal bei gleichen Symptomen, aber anderen Ursachen sogar schaden!) Und
b): weil mir einmal irgendein Mittel (oder eine Vorgangsweise) bei irgendwas irgendwann geholfen oder nicht geschadet hat, darf ich nicht knallhart arrogant- primitiv den Schluß ziehen, es müsse nun bei allen anderen Menschen auch so sein! Und so schließt sich der Kreis zu Punkt 1 ...

o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o

Aus dem gewaltigen Bereich „Pflege“ greife ich also nur den Abschnitt „ PFLEGEMITTEL “ / Anwendung der Antibiotika heraus.
. Die Teilbereiche „Schmerz - Betäubung / Schmerzvermeidung beim Piercen“ / „Schmerzlinderung nach dem Piercen“,
. „Vorgänge bei der Wundheilung“,
. „Entzündung - Infektion - Immunsystem / Allergie“,
. „Wildfleisch“,
. „Korrektes Herausnehmen des Schmucks bei entzündetem oder eitrigem Stichkanal“
... und ... und ... lasse ich aus. Der Artikel ist auch stark gekürzt informativ genug.
Und ich biete ihn ebenfalls als eigenständigen Text (mit klar bezeichneten Schlagworten) und hänge ihn nicht an einen der zahlreichen Kommentare zur Frage nach den benützten Pflegemitteln oder an einen der anderen verwandten Beiträge an, weil dadurch eine etwaige Suche völlig unnötig erschwert wird.

KRITISCHE BETRACHTUNG EINIGER BEIM und nach dem PIERCEN HÄUFIG ANGEWENDETER und (auch manchmal von mir gerne) empfohlener MITTEL. Antibiotikamißbrauch.



Terminologische Vorbemerkungen:

Infektion = das Eindringen von (immer oder nur unter gewissen Voraussetzungen) krankmachenden Erregern in den Körper.

Lokalanästhetikum = Mittel zur lokalen Betäubung. 

Antiseptikum = Desinfektionsmittel

Antibiotikum = pflanzliches Mittel (Stoffwechselprodukt von Bakterien, Pilzen, Algen, Flechten ... und auch höheren Pflanzen), das manche krankmachende bakterielle Mikroorganismen abtöten oder ihre Vermehrung verhindern kann. Gewinnung durch Fermentation („Aufzucht“ in einer Nährlösung und anschließende Isolierung) oder synthetische Herstellung.

Breitband- Antibiotikum = wirkt gegen relativ viele verschiedene Bakterienarten.

Sulfonamide = aus den Sulfonsäuren abgeleitete antibakteriell wirksame Mittel, die trotz ihrer heutzutage geringeren Bedeutung noch immer vor allem in Kombination mit Antibiotika eingesetzt werden.

Resistenz = Unempfindlichkeit, Widerstandsfähigkeit; wenn ein Mittel gegen einen krankmachenden Keim nicht mehr wirkt, so ist dieser (z.B. dieser Bakterienstamm) resistent.

Placebo = Scheinmedikament;
Placeboeffekt: wenn jemand glaubt, ein wirksames Mittel erhalten zu haben und es ihm dann vermeintlich oder oft auch eine zeitlang tatsächlich besser geht.

Applikation = wie / wo ein Heilmittel verabreicht wird (Injektion, Tablette, Zäpfchen, Salbe ...); beim Piercing: dessen „Montage“.



Fakten zur W U N D B E H A N D L U N G .

Manche dieser Tatsachen werden beinhart in „Vogel- Strauß-Manier“ ignoriert oder sogar immer noch mit Inbrunst geleugnet - was an der Realität aber nichts ändert. (Wie kommt übrigens der arme Vogel dazu, daß man ihm sein Kopf in den Sand stecken als Verweigerungshaltung unterjubelt ... Grübel ...)

. 1 ) Der Körper ist meist selbst in der Lage, örtliche Entzündungen und oft auch Infektionen zu bekämpfen. Nach der Reinigung (Dreck / Fremdkörper und Eiter / abgestorbenes Gewebe müssen entfernt werden) oder bei nicht verschmutzten Wunden ist es nicht zwingend notwendig, automatisch ein Antiseptikum oder ein Antibiotikum draufzuknallen - das Killen der Bakterien an / in der Verletzung hat NICHT Priorität! 

. 2) Bei geringfügigen Verletzungen ist ein sauberes Pflaster / Verband ausreichend. Oder allenfalls der Einsatz von Jodlösung (meist Betaisodona) + Wundverband. 

. 3) Schmutzige / verkrustete Wunden ohne Anwendung eines lokalen Antiseptikums mit lauem Trinkwasser oder isotonischer Kochsalzlösung (in jeder Apotheke erhältlich) reinigen, bei Bedarf vorher ein paar Minuten einweichen.
. 
4) Bei größeren Verletzungen ist nach der Reinigung eine chirurgische Versorgung (Nähen!) am wichtigsten.

. 5) Der Nutzen von Antiseptika und Antibiotika in Relation zum normalen sauberen Reinigen (und allenfalls sorgfältigen Nähen) ist nicht nachgewiesen! Ich möchte aber gerne glauben, daß gewisse Substanzen die Gewebeneubildung unterstützen und verwende zuweilen gerne Bepanthen - es gibt einem das Gefühl, „nicht ganz wehrlos zu sein und zusätzlich etwas getan zu haben“ (eine Art Placeboeffekt).
Aber in jenen Fällen, da ich zu faul zum zusätzlichen Hantieren war oder das Mittel nicht griffbereit hatte, konnte ich keine Heilverzögerung feststellen. 
Auch mein Dermatologe pickt nach dem Entfernen von Hautveränderungen, als da sind hervorstehende Großvatermale (um einmal der ständigen unfairen Bevorzugung der Mütter entgegenzutreten), Warzen, Schuppen, Hyperkeratosen (verdickte Hornschichten), zickende Haarwurzeln ... nur ein Pflaster drüber!
. 
6) Warme Ruhe und Feuchtigkeit fördern die Heilung. Ersteres ist schon lange bekannt, letzteres nach längeren Tests erst seit ein paar Jahren. Die Versuche wurden aber nicht bei Piercings gemacht, wo die Abheilung vorwiegend innerhalb des Stichkanals erfolgt und bei siffenden Austrittsöffnungen gelegentlich frische Luft und Halbschatten statt eines Pflasters schon was für sich haben, sondern bei flächigen Verletzungen (Abschürfungen).

. 7) Die Heilung erfolgt langsamer bei Fremdkörpern in der Wunde, wie sie bei Piercings (und deren in letzter Zeit gewaltig zunehmenden dem Piercer in Austria verbotenen „neueren“ Applikationsvarianten) üblich sind. Mangelernährung, Rauchen, Blutarmut, Diabetes, Minderdurchblutung ... verzögern die Heilung ebenfalls.

. 8.) Antiseptika bewirken weniger oft allergische Reaktionen als Antibiotika. Die Wundheilung wird aber durch beide nicht unterstützt.
. 
9) Auch bei harmlosen kleinen Wunden und „einfachen“ Piercings ist immer (selten, aber doch) Tetanus (Wundstarrkrampf) möglich. Ohne Behandlung ist das vor allem in der Erde wohnende Bakterium tödlich. Straßenarbeiter, Ärzte, Gärtner, Pflegerinnen und Krankenbrüder und Piercer sollten tunlichst geimpft sein; der Schutz hält etwa zehn Jahre. Idealfall: keinen Kunden piercen, der nicht geimpft ist.

. 10) Ungeliebte Tatsache, die viele Piercer und Piercingfreunde am liebsten „wegdiskutieren“ möchten (Wiederholung!):
 jedes neue Piercing entzündet sich nach der Applikation je nach Körperstelle, persönlicher Veranlagung, Pflege und Art des Schmuckes mehr oder weniger. (Siehe auch „Entzündung - Infektion“ sowie den Artikel über das „Immunsystem“.)

Entscheidend ist, daß bei einer stärkeren Entzündung unser Körper innerhalb einer gewissen Zeit (eine sorgfältige Nachsorge unterstützt ihn dabei) diese bewältigen kann. Eine saubere = hygienisch korrekte Arbeit des Piercers garantiert ja nur ein keimfreies Einfädeln; für eine zusätzlich zu einer Entzündung eingetretenen nachfolgenden Infektion ist er nicht mehr verantwortlich. Bei massiver unbehandelter Infektion (genau: bei Infektion UND Ausbruch der Erkrankung) kann es im Extremfall durchaus zu einer Blutvergiftg kommen. 

. 11) Viele Keime und Mikroorganismen befinden sich STÄNDIG in unserem Luxusbody / auf unserer sinnlich- zarten Pfirsichhaut, ohne daß die Infektion schadet. Oft sind die Abwehrkräfte des Körpers entscheidend (Immunsystem!), ob die eindringenden / eingedrungenen Erreger überhaupt eine Krankheit verursachen können. Siehe auch oben Punkt 7 !

Was nun, wenn wir nun tatsächlich erkrankt sind, wenn sich ein Piercing heftiger bemerkbar macht?



Fakten bei E R K R A N K U N G E N :

. 12) Gegen Bakterien können (konnten?) wir uns seit der Entwicklung der Antibiotika ziemlich erfolgreich wehren, gegen Viren gibt es bis jetzt nur wenige wirklich wirksame Substanzen.

. 13) Antibiotika können die körpereigene Abwehr nur unterstützen, nicht ersetzen! Sie können die bösartigen Mistviecher bei der Vermehrung hindern oder auch ganz abtöten - den Abtransport der Leichen muß der Körper allerdings alleine bewältigen.

. 14) Inzwischen traurige Tatsache ist: die gängigsten Keime, mit denen man bei einer Wundinfektion zu tun hat, werden gegenüber den meist lokal anzuwendenden Antibiotika immer mehr resistent - oder sind schon ganz unverwundbar.

. 15) Ein gewaltiges Problem beim medikamentösen Kampf gegen eine Infektion ergibt sich dadurch, daß es nicht nur verschiedene Erreger gibt (Viren, Pilze, Bakterien, Protozoen, Prionen und sogar Würmer), sondern innerhalb jeder Gattung viele Arten (z.B. Bakterienstämme) existieren. KEIN Medikament hilft aber gegen sämtliche Eindringlinge!
. 16) Einen übernommenen Vergleich mit einem Jäger, der einen Vogel abzuschießen versucht, finde ich treffend: mit Schrot (Breitbandantibiotikum) hat er eine größere Chance als mit einer Kugel (gutes Antibiotikum mit schmalem Wirkungsgrad gegen eine oder nur wenige Bakterienarten). Nachteil: Schrotschüsse treffen nicht nur das Ziel, sondern auch die Umgebung ...

Der Einsatz eines Breitspektrumantibiotikums hat sich aus folgender Notsituation ergeben: eine massive (lebensbedrohende) Infektion erfordert eine sofortige Maßnahme - Zeit zur exakten Feststellung des Erregers (teilweise aufwändige Laboruntersuchungen) gibt es da nicht. Wenn aber, wie heutzutage leider oft üblich, jemandem, der einen Furz nicht gleich rauskriegt, ein solches (manchmal sogar massiv wirkendes) Medikament ohne zwingenden Grund aufgetrottelt wird, dann ergibt sich innerhalb weniger Jahre eine

. 17) Resistenz der Erreger. Die Biester haben eine erstaunliche Lernfähigkeit, sich gegen Antibiotika zu wehren. Dann kommt es vor, daß ein bisher bewährtes Mittel gegen bestimmte Keime nix mehr hilft. Die Hauptgründe sind
. der medizinische Fortschritt > generell steigendes Lebensalter, erfolgreiche lebensverlängernde Transplantationen mit der dadurch zwingend notwendigen Unterdrückung der eigenen Immunabwehr, intensive Therapie bei Verbrennungen und Frühgeburten. 

. Die nicht zu unterschätzende falsche Anwendung des Medikamentes nach dem Piercen und bei Infektionskrankheiten: wenn bei einem frischen Piercing, das immer mehr oder weniger entzündet ist (erinnere: Immunsystem!), ein Antibiotikum als Standardpflegemittel empfohlen wird! (Horrorbeispiel: das pfuscherhafte Draufknallen von Tyrosur auf den neuen Stichkanal.)
Wenn nach 2 oder 3 Tagen die Krankheitsbeschwerden verschwunden sein sollten, dann sollte das Medikament trotzdem unbedingt in der ursprünglich verordneten Reihenfolge verbraucht werden.
. 18.) Brutstätten von Antibiotikaresistenzen sind Spitäler und Tiermastbetriebe!
. 19) Zahlreiche Patienten, darunter viele Kinder, bekommen bei Husten, Triefnase, Halskratzen („grippale Infekte“) Antibiotika verschrieben, obwohl bekannt ist (!!), daß 90 % aller Atemwegsinfektionen, dieser sogenannten „Erkältungskrankheiten“, NICHT durch Kälte oder Nässe verursacht werden, sondern durch Viren, von denen mittlerweile an die 300 verschiedene Arten bekannt sind. Jedoch: wenn man bei den Viren mit Antibiotika anrollt, dann lachen die sich ohnehin krumm und bucklig. (Verlieren aber trotz dieser optischen Beeinträchtigung nichts an Wirksamkeit!)

E i n s c h u b :

Im Gegensatz zu Bakterien besitzen Viren keinen eigenen Stoffwechsel und brauchen deshalb andere lebende Zellen zur Vermehrung. Knifflige Lage: eine Therapie, die Viren schädigt, tut dies normalerweise gleichzeitig auch bei den eigenen Körperzellen. Medikamente wirken nicht bei inaktiven Viren und können beim Ausbruch der Krankheit lediglich eine weitere Ausbreitung dieser verhindern. Bei einigen Erkrankungen wird durch eine einmalige Infektion ein lebenslanger Schutz geschaffen (siehe ebenfalls Artikel Immunabwehr). 
Wiederholung: im Vergleich zu den Erfolgen bei den bakteriellen Infektionen bietet sich für die Berufenen unter euch in der Virologie noch ein weites Forschungsfeld (vom gewöhnlichen Schnupfen bis zum immer noch tödlichen Aids).

. 20) Außer einigen wenigen hochspezialisierten Medizinern ist heutzutage kein Arzt mehr imstande, die enorme Menge der Antibiotika zu überblicken oder gar deren zum Teil nur geringe Abweichungen zu beurteilen.

. 21) Die viel zu häufige Verschreibung von teilweise recht teuren Antibiotika durch die Ärzte hat ihren Grund auch in einer aggressiven Werbung der Pharmaindustrie und deren sonstigen Praktiken. Die Bevölkerung ist gleichsam wie bei Wahlen brav zahlendes bewußt uninformiertes oder schlichtweg betrogenes Stimmvieh.

. 22) „Multiresistente Keime“ gibt es inzwischen leider auch; das sind Bakterienstämme, die gleichzeitig gegen mehrere Antibiotika unverwundbar geworden sind.

. 23) Wenn Krankheitserreger es erst mal geschafft haben, ein Antibiotikum auszutricksen, so kann die Resistenz weitervererbt werden oder sogar durch Kontakte mit anderen Erregern auf diese übertragen werden!

. 24) Die Folgen des unnötigen Antibiotikamißbrauchs sind grimmig:

. a) Vermeidbare Belastungen des Kunden durch Nebenwirkungen, hauptsächlich auf der Haut (Allergien) und im Magen / Darm (Dünnpfiff); manche Medikamente können aber auch Leber (Blut), Nieren und Gehör schädigen.

. b) Für die Krankenkassen sind vor allem (aber bei weitem nicht nur) die Medikamentenkosten seit geraumer Zeit zu einem enormen Problem geworden. Des öfteren wurde schon mit heftigen Emotionen und großer Unsachlichkeit gemotzt, daß für durch Körpermodifikationen bedingte Behandlungen bei Vorliegen gewisser Umstände ein Kostenanteil erbracht werden soll. Rauchen, „bodymod“, Risikosport und andere „moderne“ Verhaltensweisen wurden daraufhin sofort primitivst gegeneinander ausgespielt.
. c) Und eben langfristig die vorhin erklärte grausliche absolut unerwünschte Resistenzentwicklung.
. 25) Bei der Entscheidung für ein Antibiotikum kann es zu verschiedenen Ergebnissen kommen. Zuerst sollte der für die Infektion verantwortliche Erreger zumindest annähernd festgestellt werden; dann wird mit Berücksichtigung der Nebenwirkungen die Wahl getroffen; die Empfehlungen unterscheiden sich in der Fachliteratur teilweise deutlich - und je nach persönlicher Erfahrung und medizinischer Schule werden Ärzte deshalb gar nicht so selten zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Einschub:
Gegen Krankheiten und Schmerzen (oft genug auch bei Einschlafschwierigkeiten) greifen wir zu Medikamenten. Der Onkel Doktor verschreibt eines, bestimmt den Wirkstoff / die Kombination der Wirkstoffe, den Zustand der Arznei (Salbe / Creme, Puder, Pflaster, Zäpfchen, Tinktur / Spray / Lösung, Pulver / Tablette / Kapsel ... ), die Applikation / Anwendungsart (Einreibung, oral, subcutan, rectal ...), die tägliche Dosis und Einnahmezeitpunkt(e), und der Patient hält sich wie vorgeschrieben an alles.
Doch bestimmte Nahrungsmittel können die Wirkung der Arznei vermindern / deutlich blockieren oder verstärken / verlängern.
Also: entweder arbeitet das Mittel nicht so effektiv wie gewünscht, weil die Wirkstoffe nicht (oder nicht ausreichend genug) aufgenommen werden können; oder ihr Abbau wird blockiert / verzögert, und so verbleiben sie länger im Körper. In seltenen Fällen können ungünstige Kombinationen sogar zu Vergiftungen, Schlafstörungen oder Herzrasen führen.
Diese Wechselwirkungen können entstehen, weil wir die Pillen, Tabletten und Kapseln wie unsere Nahrung mit dem Mund aufnehmen. Ein oral zu nehmendes Medikament sollte immer mit einem Glas Wasser geschluckt werden > es rutscht durch die Speiseröhre in den Magen und Dünndarm, wo es aufgenommen wird. Von dort gelangen die Wirkstoffe über die Blutbahn in den Körper, um an der entsprechenden Stelle zu wirken. Später wird das Mittel in der Leber oder in der Niere abgebaut.
Auch Alkohol hemmt den Abbau von Medikamenten und ihren Wirkstoffen. Daher die Medis nie mit Bier, Wein, Schnaps ... einnehmen oder unmittelbar davor oder danach trinken. Nicht einmal übliche Schlafmittel, denn sonst ist der nächste Morgen "verkatert".

Negative Beeinflussung von Medikamenten durch Nahrung:
. Antibiotika
Viele Antibiotika (etwa mit dem Wirkstoff Doxycyclin) dürfen nicht zeitgleich mit Milchprodukten eingenommen werden. Das gilt auch für Limonaden, die mit Kalzium angereichert sind. Zwei Stunden nach der Tabletteneinnahme damit warten.
Das Antibiotikum verbindet sich mit Kalzium zu Klumpen, und diese sind zu groß, um über die Darmwand aufgenommen zu werden > das Mittel kann nicht wirken.
Bei Blasen- oder Niereninfektionen werden spezielle Antibiotika (Gyrasehemmer) verschrieben. Mit Koffein kann es zu Erregungszuständen, Herzrasen und Schlafstörungen kommen, weil das Medikament den Abbau des Koffeins hemmt.
Antibiotika, die Penicillin und Trimethoprim enthalten, sollten nicht zeitgleich mit Ballaststoffen aus Vollkornbrot, Kleie oder Rohkost eingenommen werden, denn diese Lebensmittel binden die Wirkstoffe des Antibiotikums.
. Antidepressiva
Bestimmte Antidepressiva (MAO-Hemmer) reagieren mit der Substanz Tyramin. Diese kommt in Salami, Sauerkraut, reifem Käse, Wein, weißen Bohnen sowie in Salzheringen vor.
Das Medikament verhindert den Abbau von Tyramin > die Folge können erhöhter Blutdruck, Kopfschmerzen und schlimmstenfalls Hirnblutungen sein. Ein Monat nach der Medikamenteneinnahme auf diese Lebensmittel verzichten.
. Schmerzmittel
Wer Schmerzmittel schluckt und vorher Müsli (Müsliriegel) gegessen hat, kann auch nach der dritten Tablette Schmerzen spüren.
Der Grund: Ballaststoffe aus Vollkornprodukten können Teile von Schmerzstillern (etwa Acetylsalicylsäure oder Paracetamol) an sich binden > das verzögert die Schmerzlinderung. Lieber zwei Stunden mit dem Müsli warten.
. Mittel gegen Blutarmut
Diese Medikamente sind nutzlos, wenn sie mit Kaffee oder Tee geschluckt werden, weil die Gerbsäure der Getränke die Eisenionen im Magen an sich bindet > das Eisen wird ausgeschieden, anstatt im Blutkreislauf zu landen. Daher mindestens zwei Stunden vor und nach der Einnahme der Tabletten keinen Tee oder Kaffee trinken.
Rhabarber und Spinat verhindern die Aufnahme von Eisenpräparaten: sie enthalten Oxalsäure. Diese verhindert ebenso wie die Phytine im Getreide die Aufnahme von Eisen. Vitamin-C-haltige Limonaden oder Obst fördern die Eisenaufnahme.
. Asthmamittel
Schwarzer Pfeffer enthält Piperin, das den Abbau von Theophyllin hemmt. Dieser Wirkstoff wird hauptsächlich bei schwerem Asthma bronchiale verordnet. Asthma- Patienten sollten auf tanninhaltige Lebensmittel (etwa Schwarztee, Grüntee, Walnuss, Himbeere, Eiche, Hamamelis ...) oder Arzneimittel verzichten.
(Dieter Kröner, Apotheker in Pernitz, NÖ)

D e s i n f e k t i o n s m i t t e l :

„Alkohol“ und Polyvidin- Jod (z.B. in Betaisodona und Braunovidon) sind am wichtigsten. Kaliumpermanganat, Wasserstoffperoxid, Silbernitrat und Chlorhexidin gibt es auch, aber ich empfehle diese Substanzen kaum; letzteres in höherer Dosis behindert sogar die Heilung.



W U N D H E I L U N G :
(Ergänzung zum betreffenden Fachartikel) Halbschatten und frische Luft bei einem neuen BWP hat schon was für sich - deshalb empfehle ich dies auch, soferne möglich, für zuhause anstatt eines Pflasters und einer Stütze (falls Frau ohne Halfter auskommt). Die Abheilung erfolgt ja vorwiegend innerhalb des Stichkanals, so wie beim ABP usw.
Ist allerdings neben der Ein- oder Austrittsöffnung der Nadel die Haut offen verletzt, egal ob sifffend oder nicht (was natürlich auch bei Abschürfungen und Schnitten außerhalb einer Piercingmontage der Fall ist), so ist inzwischen erwiesen (erste signifikante Testreihen seit rund vier Jahren!): es heilt besser, wenn der Fläche / Wunde eine bestimmte Grundfeuchtigkeit geboten wird, wenn sie also nicht austrocknet! (Stand Feb 2007) Gewisse Zusammensetzungen der Medikamente unterstützen die Gewebeneubildung.

W U N D H E I L M I T T E L (Wundheilmittel?)
K a m i l l e (Kamillosan)
ist ein sehr volksbekanntes Mittel und wird als Salbe, Konzentrat oder Heilbad verwendet. Dennoch ist der Nutzen zweifelhaft; es ist wenig zweckmäßig bei bakteriellen Hauterkrankungen, aber geeignet als Badezusatz und hat nur eine leicht negative Nebenwirkung.
„Echte“ KAMILLE (Matricaria chamomilla / Chamomilla recutita) in wässriger Lösung als Tee zum Gurgeln oder Trinken oder als Bad trocknet aus (auch den Hals)! Wegen der Inhaltsstoffe der Blüten (vor allem ätherische Öle und Glykoside) wird der selbstgebraute Tee gerne bei Magen- und Darmbeschwerden als krampflösendes bzw. das in der Apotheke zu kaufende Kamillosan als (leicht) entzündungshemmendes Mittel medizinisch verwendet - was aber nichts daran ändert, daß bei äußerlicher Anwendung die Hautschuppung meist begünstigt wird.
Glykoside sind eine große Gruppe von Naturstoffen und synthetischen Verbindungen, die aus einem Kohlehydratanteil (verschiedene Zucker) und aus einem Nichtkohlehydratbaustein bestehen, z.B. aus Alkoholen. Dennoch wirkt Kamillosan NICHT desinfizierend!
Aufgetröpfelt auf eine Wunde schadet Kamillosan zumindest nicht. Anders ist das bei der beliebten Anwendung der aufgelegten Teebeutelchen: die winzigen Schwebstoffe, die aus den Säckchen einer jeden Teeart entweichen, sollten nicht in die Wunde gelangen!

Auch die 
 R i n g e l b l u m e
enthält ätherische Öle (Provitamin A), Carotinoide und andere Stoffe, denen entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Kraft zugebilligt wird - seriöse Belege fehlen aber. Ich will es mal so sagen: wenn die Mittel nicht helfen, so schaden sie auch nicht (es sei denn, man verwendet sie bei massiver Infektion statt einer wirksamen Substanz).


E c h i n a c e a und H a m a m e l i s sind Mittel aus der Naturmedizin. (Wirkung?)


F i b r o l a n
ist ein aus der Bauchspeicheldrüse von Rindern gewonnene Enzympräparat und soll Wunden schneller heilen. (??)

D e x p a n t h e n o l ist sehr populär. (Ernsthafte Untersuchungen über die tatsächliche Wirksamkeit fehlen aber.) Der Wirkstoff ist auch enthalten in
Bepanthen:
Lösung, Salbe * Dexpanthenol * therapeutische Wirksamkeit zur Wundbehandlung zweifelhaft * wegen kaum zu erwartender schädlicher Nebenwirkung zur Hautpflege geeignet.
Positive Variante der Beschreibung:
Die Wund- und Heilsalbe auftragen und die Einstichlöcher aussparen. Hauptsache Dexpanthenol ist drin ( = gilt als wirksamer Bestandteil von Augentropfen, Hautsalben, Lösungen, Lutschtabletten und Injektionslösungen). Das wird im Körper zu Pantothensäure umgewandelt (ist ein Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine), die wichtig für die Erhaltung und Regeneration von Zellen und Gewebe ist.

Antibiotikahältige „Wundheilmittel“ auf der Haut:

Sie beinhalten zwei Risiken: Allergieverursachung und die vorhin erwähnte Förderung zur schnelleren Resistenzentwicklung. Sie sind NICHT geeignet für Wunden und Geschwüre, obwohl zahlreiche Mittel auf den Markt geworfen wurden. Deren Überlegenheit gegenüber der sachgerechten Wundreinigung (mit oder auch ohne Antiseptika) ist durch keinen seriösen Beleg bewiesen. Siehe auch Punkt 14!



M u n d r a u m / R a c h e n :

Die Infektion findet nicht an der Oberfläche statt, sondern in tieferen Gewebeschichten. Die so beliebten und von den Herstellern geschickt angepriesenen Lutschbonbons und Gurgelmittel sind nutzlos. Die Pharmafirmen mischen zwar meist Antibiotika, Antiseptika und / oder Lokalanästhetika in ihre Sprays und Zuckerln, aber die sind für die Katz´, weil sie die Erreger gar nicht erreichen. Sie vermindern nur die Keimanzahl im Rachenraum - der therapeutische Nutzen ist aber zweifelhaft: sie killen auch durchaus nützliche Mundbakterien und machen sozusagen Platz für die unerwünschten Biester (siehe auch http://www.forum-piercing.de/entzuendung-t1543.html ). Dafür fördern sie die Resistenzentwicklung und haben teilweise unangenehme Nebenwirkungen: allergische Reaktionen, Verfärbungen der Mundschleimhaut und Zähne, Geschmacksveränderungen sind möglich.
Kamillen- und Pfefferminztee sind genauso (un)wirksam, aber deutlich billiger. Kamillentee (Kamillosan aus der Apotheke) hat eine leicht austrocknende Wirkung; Salbeitee halte ich deshalb für das beste Pflegemittel, egal ob warm oder kalt verwendet.
Ob die Beschwerden durch Bakterien oder Viren verursacht werden, kann nur ein Labortest klären. Handelt es sich um eine bakterielle Infektion, so muß ein Antibiotikum in Tablettenform geschluckt werden, um rheumatisches Fieber mit etwaigen Herzmuskelschäden zu vermeiden.

Bei Piercings im Mundraum ist gutes Speiseeis schlecken lustbetonter und vor allem sinnvoller, als das oben genannte Zeugs zu benützen. Im Körper gibt es nur einen Bereich, der schneller und problemloser sich regeneriert / abheilt als der Mundraum. Selbst das massive Entzündungen samt deutlicher Schwellung der Lymphknoten verursachende Mandible (ich montiere so was nicht) kommt ohne Tantum- Verde, Listerine, Chlorhexamed, Esemdent, Hexoral, Meridol ... und das ganze Zeugs aus. Die Abheilung dauert halt länger als beim Zungenpiercing und ist recht nervig.




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Name / Mittel * Anwendungsform / Zustand * wirkende Substanz(en) * häufigste Begleiterscheinung / Nebenwirkung(en) * Zweckmäßigkeit.



A l k o h o l :

Lösung * Äthanol / Ethanol 70 %, Isopropylalkohol 70 % * Hautaustrocknung * nur zweckmäßig zur Hautdesinfektion.

B e p a n t h e n : siehe oben

B e t a i s o d o n a - Lösung:
Lösung, Salbe, Gel * Polyvidon- Jod * selten Jucken; bei wiederholter Anwendung kann Jod vom Körper aufgenommen werden und damit die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen; während der Schwangerschaft und Stillzeit meiden. * 
Blut und Eiter vermindern die Wirksamkeit. Das Mittel ist bei Piercings in Österreich wegen etwaiger Überfunktion der Schilddrüse und wegen der in den letzten Jahren enorm angestiegenen Allergien (in diesem Fall Jodallergie) nicht anerkannt; aber privat habe ich keine Hemmungen es zu verwenden.
Bewährtes Mittel zur Desinfektion von Haut und Schleimhaut, in flüssiger Form gut anwendbar, Alternative zu Octi. Färbt schnell an Haut und Kleidung ab, trübt Glitzersteine. Ist wasserlöslich, die Flecken gehen trotzdem nicht aus allen Stoffen raus. Killt viele Bakterien, Pilze und Viren, einschließlich Herpes und HIV. Nicht nehmen bei Überfunktion der Schilddrüse. Wenn Wildfleisch eindeutig erkannt ist, mag Betaisodona / Braunovidon helfen, denn Jod drängt es zurück. Gegenseitige Wirkungsabschwächung bei gleichzeitiger Verwendung von H2O2. Auch nicht zugleich mit Octenisept verwenden!

K a m i l l o s a n (siehe vorhin):

Salbe, Konzentrat, Heilbad * Kamille * kaum welche * Wenig zweckmäßig bei bakteriellen Hauterkrankungen, geeignet als Badezusatz.



O c t e n i s e p t
zur Wundversorgung / (Schleim)Hautdesinfektion.
Lösung * Octenidin, Phenoxyethanol * verklebt manchmal, Reizung (Rötung, Verdickung) und Hautaustrocknung möglich * Gut zur (Schleim)Hautdesinfektion; nur dieses Mittel ist in Austria dem Piercer erlaubt. Octenisept ist ein wäßriges Antiseptikum zur Schleimhaut- und Wundantiseptik und bietet ein breites und umfassendes Einsatzspektrum. Es ist nicht nur ideal für die Desinfektion von Schleimhäuten im Bereich Nase, Mund, Genitalbereich, sondern dient auch der Hemmung bzw. Vernichtung von Infektionserregern, die unter Umständen in den Stichkanal eindringen können.
Somit ist es bestens geeignet für die Nachpflege, Desinfektion und Reinigung jeglicher Piercings. Octenisept ist schmerzfrei in der Anwendung, PVP- Jod- frei, farblos (keine Flecken), geruchlos, frei von Phenolen und hat keine systemischen Nebenwirkungen und ist daher toxikologisch unbedenklich bei sachgerechter Anwendung.
Octenisept darf nicht in größeren Mengen verschluckt werden. Zusammensetzung: 100g Lösung enthalten: Arzneilich wirksame Bestandteile: 0,1g Octenidindihydrochlorid / 2,0g Phenoxyethanol.
Sonstige Bestandteile: (3-Cocosfettsäureamidopropyl)-dimethylammonioacetat / Natrium-D-gluconat / Glycerol 85% / Natriumchlorid / gereinigtes Wasser / Natriumhydroxid.
Darreichungsform und Inhalt: 50ml- Lösung zum Auftragen auf Haut und Schleimhaut. * Schülke & Mayr GmbH, 22840 Norderstedt.
Anwendungsgebiete:
Zur wiederholten, zeitlich begrenzten, unterstützenden antiseptischen Wundbehandlung.
Gegenindikation (wo Octenisept nicht angewendet werden darf):
Octenisept sollte nicht zu Spülungen der Bauchhöhle (z.B.:Intraoperativ) und der Harnblase und nicht am Trommelfell angewendet werden.
Für die Anwendung bei Kindern unter 8 Jahren liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen vor!
Vorsichtsmaßnahmen: nicht in grösseren Mengen verschlucken oder in grösseren Mengen in den Blutkreislauf, z.B.: durch versehentliche Injektion, gelangen lassen.
Octenisept nicht mit Antiseptika (Desinfektionsmittel) auf PVP- Jod- Basis auf benachbarten Hautarealen verwenden, da es in den Grenzbereichen zu starken braunen bis violetten Verfärbungen kommen kann. Entscheidend ist aber, daß sich z.B. Betaisodona und Octenisept in ihrer Wirkung abschwächen oder ganz aufheben! *
Octenisept ist für unsere Zellen wenig giftig, für Bakterien sehr, und die Wirksamkeit hält lange an, da es an die Zellwände bindet und geraume zeitlang an Ort und Stelle wirksam bleibt, bevor es weggewaschen wird. Keine Nährbodenbildung, keine Kurzfristwirkung, kein Gewebeschaden.
Die Entfettung und daher Austrocknung der Haut stört manchmal, da es als starkes Detergens („Fettkiller“) wirkt > die Haut kann rot, spröde und „dick“ werden. Zuweilen verklebt es auch gerne.


T y r o s u r - Gel:
Applikationsform: Gel * Wirkstoffe: Tyrothricyn, Cetylpyridinium * häufigste Nebenwirkungen: Jucken, Rötung, Bläschen möglich. *
Nur zweckmäßig als „letzte Möglichkeit“ bei Erregern, die gegen die enthaltenen Wirkstoffe empfindlich sind und wenn Antiseptika nicht angewendet werden können. NICHT sinnvoll bei Wundinfektion, Abszessen, kleinflächigen Verletzungen! Die Zahl verkaufter Packungen in Germanien (etwa eine Million / Jahr) erlaubt die Vermutung, daß Tyrosur oft unsachgemäß verwendet wird.

Tyrosur ist ein leichtes Antibiotikum. Folglich hilft es gegen Infektionen. Viele Leute kommen aber auf die "tolle" Idee, das gleich nach dem Stechen draufzukleistern ... Das ist nicht der Sinn eines Antibiotikums - also nicht präventiv!
Von der sofortigen Anwendung eines „Breitbandantibiotikums“ wie Tyrosurgel bei einer normalen nach jedem frischen Piercing erfolgenden Entzündung und auch bei einer leichten Infektion ist also eindeutig abzuraten, da erstens niemand die Art der Keime kennt und dadurch eine gezielte Bekämpfung nicht möglich ist. Mit der Anwendung solcher Mittel werden auch viele nützliche Keime zerstört, die wichtige Aufgaben zu erfüllen haben wie z.B. Platzhalterfunktionen - sind diese Organismen nicht mehr vorhanden, können sich wirklich gefährliche Brüder ansiedeln. Nur weil diese Salben / Gels frei erhältlich sind, bedeutet das nicht, daß sie gefahrlos bei jedem zickenden Piercing zu gebrauchen sind; meistens werden solche Antibiotika falsch verwendet, was mehr Probleme schafft als löst.
Bei „gerechtfertigter“ Anwendung: Haut trocknet um den Stichkanel ein wenig aus - aber das ist besser als ein durch schädliche ( = und auch wirkende) Keime infiziertes Piercing. *
Tyrosur gehört zu den Polypeptid- Antibiotika - die haben den Ruf, nicht ganz ungefährlich zu sein! Die Anwendung dieser Medikamente kann zur Behandlung bakteriell infizierter Bereiche der Haut bzw. der Schleimhäuten erfolgen. Allerdings wird vorausgesetzt, daß es sich um intakte Haut handelt. Das ist von Bedeutung, weil eine Aufnahme der Polypeptide in das Blut nicht erfolgen soll, um die gefürchteten Nebenwirkungen auszuschließen. Häufig ist die bakteriell besiedelte Haut aber geschädigt, oder es handelt sich um infizierte Wunden, die behandelt werden müssen. Hierbei kann eine Aufnahme der Polypeptide in das Blut nicht völlig ausgeschlossen werden. Aufgrund dieser Problematik ist die Anwendung von Lokalantibiotika auch teilweise umstritten.
Natürlich sind Antibiotika immer nur bei echter Indikation anzuwenden, d.h. es sollte ein richtiger Grund vorliegen. Selbstverständlich können sie, sowie alle Medikamente, auch Nebenwirkungen haben.

Generell gelten für den Einsatz, egal ob lokal oder systemisch, folgende Grundsätze:
. 1) Es sollte eine echte Indikation vorliegen > also KEINE prophylaktische Anwendung, da dies tatsächlich zu Resistenzen führen kann.
. 2) Das Medikament sollte in der richtigen Menge und regelmäßig angewendet werden > also wie es der Beipackzettel fordert z.B. 3 mal pro Tag.
. 3) Besonders Antibiotika sollten lange genug angewendet werden > z.B. mindestens 5 Tage und nicht nur bis zum Verschwinden der Beschwerden.
Allerdings ist die Zulassung für ein Medikament in Österreich und Deutschland sehr aufwendig und sicher, sodaß man normalerweise davon ausgehen kann, daß auch die bestimmungsgemäße Anwendung sicher ist, wenn man das Mittel wie vorgesehen anwendet. Dies gilt besonders für rezeptfreie Medikamente wie auch Tyrosur.
Sollte es auch nach sachgemäßer Anwendung (s.o. Punkte 1 - 3) nicht zu einer deutlichen Besserung der Symptome kommen, ist spätestens dann der Gang zum Arzt angesagt, der dann ein speziell auf die Erreger zugeschnittenes Antibiotikum verschreiben kann.

Da bei Piercings im Grunde immer von einer Mischflora (weil die ohnehin auf unserer Haut vorhanden ist) ausgegangen werden muß, ist der Einsatz von einem Breitbandantibiotikum wie Tyrosur dann gerechtfertigt, wenn sich ein Piercing infiziert hat und die Keime auch tatsächlich schädliche Wirkung zeigen (= ausgebrochener eitriger Infekt!).
Es ist auch durchaus bei verletzter Haut oder Schleimhaut anzuwenden. Diese Fälle sind sogar als Anwendungsgebiete genannt. Die Polypeptide- AB, die bei Tyrosur enthalten sind, können aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften so gut wie nicht vom Körper resorbiert werden. Das bedeutet, es kann nicht zu systemischen Reaktionen kommen.
Die Resistenzförderung ist eben die andere Seite - aber das gilt nicht nur für Tyrosur!

A u g e n s a l b e n :
Die Empfehlung der (in der Regel rezeptpflichtigen) Salben Refobacin, Bepanthen und Dexamytrex ist in Austria den Piercern verboten.
Im Ausland helfen sie manchmanchmal erstaunlich gut. Der Gebrauch von Salben an einem zickenden Piercing (Stichkanal) sollte aber immer eine Ausnahme sein!
In den Fällen, in denen es sie auch als Tropfen gibt, lassen sie sich so bequem wie jedes andere flüssige Medikament anwenden. Bei Refobacin ist die Wirkung nicht so intensiv wie bei der Salbe.

R e f o b a c i n :

Creme * Gentamicin * Jucken, Rötung, Bläschen * Abzuraten; Antibiotika wie Gentamicin sollten wegen der Gefahr von Resistenzentwicklung und Allergisierung nicht auf der Haut verwendet werden; Antiseptika sind vorzuziehen. 
Refobacin als Augensalbe oder Tropfen: zweckmäßig nur bei aminoglykosidempfindlichen Problemkeimen.



Hansaplast Sprühpflaster :
Spray * Polyacrylate * keine * Zur Abdeckung frischer nicht infizierter oberflächlicher Wunden.


L o k a l a n ä s t h e t i k a :
Die Wikstoffe Bupivacain, Lidocain, Mevipacin und Prilocain gelten als erprobte Mittel. Sie werden als Spray oder Creme angeboten. Sie können auch gespritzt werden, aber die Applikation als Injektion ist dem österreichischen Piercer, der nicht zugleich Arzt ist, untersagt. Sie kann Unruhe / Erregung, Übelkeit (Erbrechen) und Kreislaufstörungen hervorrufen.
 Man weiß aus vielen Untersuchungen, daß der Placeboeffekt (vor allem bei Injektionen, EGAL was verabreicht wird) nicht zu unterschätzen ist - oft bessern sich tatsächlich schlagartig die Schmerzen (natürlich nur für kurze Zeit)! 
Wenn aber (vorher), so wie es beim Piercen üblich ist, gar keine Schmerzen vorhanden sind und „Emla“ sozusagen vorbeugend geschmiert wird, so ist die Wirkung bei manchen Kunden kläglich - man / frau muß dann eben wirklich auf die Kraft des Geistes vertrauen und eine halbe Stunde warten oder überhaupt gleich auf das Zeug verzichten.

In Austria ist eine Betäubung beim Piercen in keiner Form erlaubt. Ich habe aber auch schon vor Inkrafttreten des österreichischen Piercinggesetzes Leute, die darauf bestanden haben, weitergeschickt, weil ich mich erstens aufgrund meiner persönlichen Einstellung zu einem Piercing und zweitens aus sachlich- physiologischer Betrachtung durchaus mit dem Verbot identifizieren kann.

Die Verwendung von Eisspray ist entschieden abzulehnen (beim Piercen wohlgemerkt!) - siehe auch Absatz Eisspray. 

Grundsätzlich sind beide Haltungen legitim: die klare Ablehnung einer Betäubung als auch der verständliche Wunsch, möglichst schmerzfrei ein Piercing zu kriegen. Wer sich ausführlicher informieren will, kann hier nachlesen: Schmerzvermeidung beim Piercen. Siehe auch Eisbeutel / kalte Umschläge .
Ich beschreibe nur die beiden beim Piercen am häufigsten verwendeten Mittel:
E m l a :

Pflaster, Creme * Hautreizung, selten allergische Reaktion * als Lokalanästhetikum bei kleineren Eingriffen.

L i d o c a i n / Xylocain :

Salbe, Gel, Spray, viscose Lösung * Lidocain * Hautreizungen, bei Gel und Lösung selten allergische Reaktion durch den Konservierungsstoff (Benzoesäureverbindungen). * Zweckmäßig zur Lokalanästhesie von Haut und Schleimhaut.
Es gibt dennoch masive (!) Einwände gegen „Emla“ und „Lidocain“ > siehe auch „Schmerz“ (Schmerzvermeidung) beim Piercen / Betäubung“:
http://www.forum-piercing.de/schmerz%28vermeidung%29-beim-piercen-t1675.html


o o o o o o o o o

Die folgende Reihenfolge ist willkürlich und ebenfalls nur eine AUSWAHL - es handelt sich gleichsam um eine Erweiterung des ersten Teiles (oder, wer es so sehen will, um eine Ergänzung der nachfolgenden Pflegeanleitung).
Bezüglich Wässerchen und Salben und Tabletten und Sprays sind das teilweise illegale Tips, weil in Austria nur Octenisept verwendet werden darf. Doch auch einige nicht rezeptpflichtige, frei käufliche „Medikamente im engeren Sinn“ sind dem Piercer in Austria verboten. Aber für manche Sachen sind die Vorschläge absolut legitim.

Als Information dienten das Internet, hunderte Tips aus den Foren und gedruckte Literatur. Die Qellen gebe ich NICHT EINZELN an (z.B. „http://www.netdoktor.at/medikamente“ oder „Stormchaser“, „Needlewitch“ oder „Österreichisches / Deutsches Medikamentenhandbuch“ oder „Beipackzettel von ....“)
Die Schwierigkeit liegt im Sichten (Auswählen beziehungsweise Ausscheiden) der gewaltigen Menge an vorhandenen „statements“, Erkenntnissen, Tips, Produktbeschreibungen ...usw.
Ich bin zwar bewanderter als der Durchschnitts- Piercingfreund, aber letztendlich kein Arzt, der bis 14 (oder auch länger) Semester studiert hat - falls er dank EU an einer österreichischen Universität als Austrianer überhaupt noch einen Platz kriegt. Es ist also möglich, daß ich ein wirklich gutes Mittel nicht oder ein inzwischen als doch bedenklich eingestuftes Produkt erwähne. Ich bitte darum, das im Kommentar dann zu sagen. Ein vorheriges Lesen der oben angegebenen Verweise („links“) scheint mir aber sinnvoll. Auch etwaige falsch geschriebene Eigennamen bitte mich wissen lassen. Danke!

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Einzeln steril verpackte TUPFER zum Desinfizieren der Körperstelle:
Con- Zellin (von Hartmann), Alcohol pads (von Megro);

TÖPFER KINDERBAD:
Für alle, die Probs beim Abheilen haben - das ist ein MISCHMASCH bei massiver Infektion, ein angeblich prima Zeugs aus Kindertagen, auch wenn es die Badewanne immer versaut.
// Vorgeschichte: Katzerl wurde angeschossen und hatte sieben Schrotkugeln im Ärmchen. Doc hat 4 Wochen eigegipst (!) - dann Gips runter ... alles war in Eiter übergegangen, sodaß sich das Fell schon von alleine vom Fleisch löste und die Muskulatur mit einem schleimigen, gelblichen, blutigen Sekret bedeckt war. Es war schon aus drei Metern Entfernung zu riechen. Die Miez konnte innerhalb kurzer Zeit geheilt werden > wieder schönes Streichelfell.
Mischung aus Naturstoffen wie Weizenkleie, Milchserum und Extrakten von Kamille, Rosmarin, Salbei und Lavendel, hautfreundlicher pH- Wert, frei von Farb- und Konservierungsstoffen.
An offenen, eiternden Ohren und nach vergeblichen Versuchen hat der Autor in seiner Not sich dessen erinnert und selbst ausprobiert:
. 1) Tunnel raus, mit ph- neutraler Seife sauber gemacht.
. 2) Ohr mit selbiger Seife und warmem Wasser gereinigt.
. 3) In einem Becher das Bad mit warmem Wasser angerührt.
. 4) An das Ohr gehalten bzw. das Lobe ins Wasser gesteckt.
. 5) Mit Daumen und Zeigefinger (sauber) leicht ! massiert. Finger eingetaucht, massiert und geschaut, daß die Pampe auch leicht in das Loch kommt.
. 6) Leicht abgespült, Tunnel rein!
Nach zwei Tagen und jeweils einmal am Abend eine Anwendung mit dem Kleiebad war die Wunde zu und heilte ohne Probleme aus.
(http://www.toepfer-gmbh.de/upload/pdf/kompendium/60088.pdf)
Auf Allergien aufpassen bei: Rosmarin, Lavendel, Salbei ... //
Na ja, aufpassen muss man diesbezüglich bei jedem Mittel, und Allergien sind unbarmherzig im Vormarsch (siehe Fachartikel „Immunsystem)!
Leserkommentar: diese Mischung klingt aber interessant, da sie natürliche starke Antibiotika enthält. Das eine sind die "Randbedingungen": Haut feucht halten, sanft reinigen, zugleich den Säuremantel der Haut erhalten, die "natürlichen" guten Bakterien (unsere Symbionten) stützen. Das Entfernen des Schmutzes durch die grosse absorbierende Oberfläche ist nicht schlecht, da die negative Wirkung der Detergentien entfällt (die sind eben für Hautzellen genauso ungut wie für die Bakterien, was normalerweise dank der Hornhaut oder der Schleimschicht der Schleimhaut kein Problem ist - aber bei offenen Wunden ... ?) Dazu Vitamin E, weitere Oxidationshemmer und Lecithin - das hilft den frei liegenden Zellen ...
Und schließlich noch die antiseptische Wirkung der Pflazenextrakte ... („Stormchaser“)

Einzeln steril verpacktes UNTERLAGETUCH ("Wundabdecktuch"):
z. B. bei „Foliodrape“ weiße Seite unten; bei "Raucodrope" weiße Seite oben.

EIGENURIN:
ist erstaunlich wirkungsvoll, sodaß er bei gewissen (nicht zu hoch / außerhalb der „Reichweite“ liegenden) Piercings ohne zusätzliche Mittel zur Abheilung genügt.

KÜHLUNG / EISWÜRFEL:
siehe „Schmerz - Betäubung / Schmerzvermeidung beim Piercen“ / „Schmerzlinderung nach dem Piercen“

OCEAN SALT WATER SPRAY von H2Ocean aus den USA:
Inzwischen auch in Deutschland angeboten. Ihm wird gute Verträglichkeit nachgesagt: Die Wirkzeit von H2Ocean beträgt 2 - 4 Stunden. Es enthält z.B. auch Lysozyme - das ist ein Enzym, welches die Zellwände von Bakterien attackiert ... im (vereinfachten) Prinzip wirkt es so:
Bakterien bauen eine dünne Haut von Kohlehydratketten verbunden mit kurzen Peptid-Hülsen auf, die ihre Membrane gegen den hohen osmotischen Druck schützen. Lysozym bricht diese Kohlehydratketten und zerstört die strukturelle Integrität dieser Zellwände, die Bakterien brechen zusammen.

ISOTONISCHE SALZLÖSUNG:
2 einviertel Gramm jodfreies Kochsalz (NaCl = Natriumchlorid) in ein Viertelliter destilliertes Wasser (= 0.9 prozentige Lösung) - das genügt, denn die Mischung verunreinigt sehr schnell und sollte nicht aufgehoben werden.
Auch wenn das Wasser sauber ausschaut, erspart man sich trotzdem nicht das Abkochen. Nimmt man nur etwa 30 - 35 Gramm / Liter Wasser, wirkt die Lösung (beim Menschen) leicht entwässernd, was durchaus beabsichtigt sein kann.
Salzlösungen gibt es auch sündteuer in Flaschen oder Ampullen in der Apotheke zu kaufen, auch gelöstes Meersalz. (Eigengebraute Lösung nicht auf Vorrat anlegen - also nicht 0,9 g teures Meersalz in einen Liter teures destilliertes Wasser geben). Vor allem letzteres ist recht gut bei Entzündungen, aber gegen Infektionen kann es kaum etwas ausrichten. Mit einem frischen Piercing würde ich auch im Meerwasser schwimmen (na ja - kommt darauf an vor welcher Küste ...).
NaCl- Lösung aus der Apotheke und dazu eine kleine Spritze zur Reinigung des Stichkanals: Piercing raus, durchspülen und ruhen lassen ...

Meerwasser:
Salzwasser sollte einem Piercing nichts Böses antun - allerdings gibt es am (Mittel)Meer Strandabschnitte, wo ich freiwillig nicht in´s Wasser gehen würde.
Also: es kommt auf´s Meer drauf an ... normalerweise schadet das nix , sondern hilft eher, solange du zwischendurch immer wieder an Land gehst; an manchem adriatischen Strandabschnitt würde ich mit einem frischen Piercing aber nicht schwimmen wollen.
Genau so entscheidend ist, ob du folgendes schaffst: Halbschatten statt direkte Sonne, Verzicht auf Schmiere und Stinke, Kiesstrand statt Hineinwühlen in den verlockenden Sand - feinste Körnchen können immer in den Stickkanal gelangen und ihn reizen.
Empfehlenswert: Möglichkeit der (einmal abendlichen) Spülung mit Süsswasser oder wirklich sauberem Salzwasser (ich war an der Südküste Kretas).

BEPANTHEN- Lösung:
Man kann gegen Entzündungen der Mundschleimhaut unterstützend das frische Piercing damit pflegen (Apotheke, 30ml etwa 6 €). Der Wirkstoff ist Dexpanthenol, das soll bei der Hautneubildung im Stichkanal helfen und verklebt die Wunde nicht; 2 - 3 mal / Tag.

TEEBAUMÖL, WEIHRAUCHÖL oder auch ROSMARINÖL - alle diese Produkte aus der Natur schützen bei relativ geringer Nebenwirkung weitgehend vor einer Ausbreitung der beim frischen Piercing unvermeidlichen Entzündung, und die ätherischen Öle wirken auch sehr intensiv entzündungshemmend.

Wundabdeckungen / P F L A S T E R (Pflasterallergie):
Abdeckpflaster gibt es in verschiedenen Größen oder zum Selbstabschneiden im Supermarkt, in der Drogerie und (am teuersten) in der Apotheke. Aber nicht überall bekommt man jede Sorte.
Sie sind in der Regel gut verträglich. Gelegentlich reagiert ein Körper aber empfindlich auf den Klebstoff oder das Bleichmittel (in weißen Pflastern). Das gibt dann zumindest gerötete Haut, doch auch unangenehmere Auswirkungen wie Juckreiz, Bläschenbildung und Hautablösung sind möglich. Wer sich genauer über die möglichen Folgen der verschiedenen „Allergene“ informieren will, kann im zweiten Teil des Fachartikels http://www.wildcat.de/index.php?view=0c-articleshow&id=4178&cat=1 „Immunsystem“ nachlesen.

Eine Folge der „neueren“ Applikationstechniken der Transdermal- Piercings: dem Trend der teilweise krass überbewerteten Dermal anchors = Hautverankerungen, skin diver = „Hauteintaucher“ und Microdermals = „Winzighautpiercings“ folgend, steigt der Bedarf an Anpreßhilfen, die deutlich mehr Druck ausüben sollen als die klassischen Pflaster. Ob die folgenden Produkte (Auswah!) den Erwartungen entsprechen, muß jeder selbst ausprobieren:
Cosmopor 7 x 5 cm / Mepore / Hansaplast "sensitive" / Leukopor / Gothaplast / Hansaplast Soft Hypoallergen ...
mit Leukostripes abkleben (oder Leukosilk verwenden).
Tattoo- Folie (zum Befestigen normales Malerkrepp).
Verschiedene Sprühpflaster (können gringfügig spannen und zwicken) gibt es auch.
Bei „pipa“ („dm“?) kriegt man eine durchsichtige, weniger haftfähige (für eine Nacht reicht es aber) Abdeckhilfe, die eine „allergieverhindernde“ Schicht eingearbeitet hat.
Denselben Effekt erreicht man auch billiger, aber mit mehr Aufwand selbst: Papiertaschentuch auseinandersezieren (von den drei oder vier Lagen die innere nehmen), das Blatt doppelt oder dreifach falten und mit genügend Rand über das Piercing legen, dann mit Standardleukoplast fixieren.

KODAN:
Als Octi- Ersatz nicht empfehlenswert - zu belastend für die Epithelisierung (Hautneubildung bei der Heilung).
Gegen üblen Geruch: zum Saubermachen den Schmuck damit einsprühen.

HAND- DESINFEKTIONMITTEL:
Ein „händeschonendes“ alkalisches Mittel ist „rückfettend“ > trocknet die Haut nicht aus: Manupronto extra, Biotensid, Hibisol, Ecolab Skinman soft ...

HAUT - Desinfektionsmittel sind „schärfer“ (wirken intensiver als die Handdesinfektionpräparate), weil sie in der Regel auf Jod-, Wasser- und Alkoholbasis gründen > geeignet auch für Handschuhdesinfektion (Tropfportionierer mit Unterarmbedienung):
Cutasept, Softasept, Isozid H, Biotensid ...
Einwirkzeit der flüssigen Präparate auf Hand und Haut 35 Sekunden bis 2 Minuten.
Mittel für den Schleimhautbereich auf Wasserbasis ohne Alkohol.
Natürlich kann auch (das teure) Octenisept für die Händedesinfektion verwendet werden, aber gedacht ist es zur (Schleim)Hautdesinfektion.
Ein alkoholhältiges Mittel kann auch auf eine Schnittverletzung oder Abschürfung gesprüht werden, wo der Alk dann die Bakterien killt - aber er ist in einer offenen Wunde halt deutlich spürbar!

TRAUMEEL- SALBE:
Auch wenn eine Salbe nicht besonders üblich erscheint: sie wirkt entzündungshemmend und abschwellend, ist auf Wasserbasis, verstopft also kaum.

IBUTOP:
Entzündungshemmende und schmerzlindernde Salbe, soll NICHT an offene Wunden gelangen. IBUTOP Gel - Beschreibung: Wirkstoff Ibuprofen. Anwendungsgebiet äußerlich bei Schwellungen bzw. Entzündungen der gelenknahen Weichteile (z.B. Schleimbeutel, Sehnen, Sehnenscheiden, Bänder und Gelenkkapsel), Sport- und Unfallverletzungen.

ICHTHOLAN
bei massiven (ausgebrochenen) Infektionen! Dann sorgt es für Desinfektion und für die Ableitung von Wundabsonderungen. Bei normaler leichter Rötung reizt Ichtholan gleich mal weiter, fördert eher Durchblutung und Schwellung als diese zu vermeiden.
Mit dem Ichtholangebrauch dauert es doppelt so lange, denn das aggressive Medikament zerstört erstmal auch noch „halbbrauchbares“ Gewebe.
Ichtolan regt die Entzündung leicht an, denn es soll die lockere Drainage von Dreck aus dem Abszess (= vom Körper mit einem Schutzwall umschlossene Eiteransammlung) bewirken. Als Standardpflege bei geringer Reizung („üblicher Entzündung“) ist es ungeeignet. Das wäre ungefähr so, als würde man sich wegen eines leichten Schnupfens (ohne Fieber) mit schwersten fiebersenkenden Medikamenten zuschütten.

FLÄCHEN - Desinfektionsmittel (Sprühflasche):
z.B: Microzid, Arcana „biotensid fläche“, Acryldes, Bazillol AF...

INDOCID („off topic“):
Von einem Kollegen: nach gestrigem Kreuzwehanfall war mir gestern so mies, daß ich mein Mobiltelefon ins Hochbett mit hinaufnahm, weil ich fürchtete, am nächsten Morgen die Leiter hinunter nicht bewältigen zu können, um in der Früh am Arbeitsplatz anrufen zu können. Dreimalige Einreibung wirkte.

FUCIDINE
ist als (Standard)Pflegemittel für Piercings absolut unnötig. Die Salbe ist therapeutisch nur zweckmässig bei Infektionen mit fucidinsäureempfindlichen Krankheitserregern, wenn Octenisept, Betaisodona, Prontolind ... NICHT angewendet werden können!

NEOBALLISTOL:
„Ein ´komisches´ ÖL zur WUNDHEILUNG (statt Octenisept). Riecht blöd, aber wirkt gut.“ (? übernommen )

COREGA - Tabs:
Gegen Zahnstein- Kalkablagerungen beim Zungenstecker, zur Lippenbändchenringleinsäuberung: einlegen - das reinigt bis in die letzte Ecke.

HAND - Desinfektionsmittel (rückfettend!):
Manupronto extra, Biotensid, Hibisol, Ecolab Skinman soft ...

NOTAKEHL:
Ein sehr gutes alternatives Heilmittel - ein "Antibiotikum" auf natürlicher pflanzlicher Basis, das genauso gut hilft. Man muss nicht gleich immer mit dem Hammer draufschlagen ... aber immer wird dasselbe empfohlen, weil irgendjemand mal damit angefangen hat ...

UMCKALOABO
aus der Apotheke bei Entzündungen und gegen leichte bakterielle Infekte. Aus der Wurzelrinde der Pelargonie (einer Geranienart) wird diese Lösung zum Schlucken gewonnen.

DIBROMOL - Tinktur
desinfiziert. In den ersten zwei Wochen 5 x täglich (?), die darauf folgenden 2 Wochen 3 x täglich.

VOLTAREN- Gel:
hilft gegen Entzündung aus Gereiztheit recht gut (bei Rückenschmerzen und Sportverletzungen); Wirkstoff Diclofenac - der wird von der Haut aufgenommen und hemmt die Bildung von Prostaglandinen (Botenstoffen) und wirkt dadurch entzündungshemmend und schmerzstillend. Nichts für Piercings.

Gegen W I L D F L E I S C H : siehe dieses

P R O T O L I N D

ist in der Apotheke nicht immer erhältlich; Altenheime, Kliniken, Pflegeanstalten ... („Großkunden“) bestellen das unter „ProntoLind“ ; Piercingliebhaber und deren Stecher kriegen das als „ProntoDerm“ oder „ProntoSane“ in der Apo (fast identische Zusammensetzung?) „octeniseptlike“ in einem Sprühfläschchen.
http://prontomed.de/_php_cms/cms/front_content.php?idcat=59

F L A M M A Z I N E
ist keine Brandsalbe, nur weil sie danach klingt, sondern eine antiseptische Wundcreme: immer etwa 1mm dick auftragen und solange wie möglich dranlassen. Sieht aber doof aus, deshalb braucht es eine gewisse Überwindung, um es lange genug durchzuziehen...

CONTRACTUBEX :
Salbe * Heparin, Allantoin * kaum * Zweifelhafte Wirksamkeit bei der angegebenen Anwendung (Behandlung bestimmter Narben). Schadet wohl nicht.
Contrcactubex und MEDERMA CARE soll man / frau laut Hersteller natürlich regelmäßig (2 täglich) und selbstverständlich möglichst lange (mindestens 3 Monate - warum wohl?) anwenden. Sie sind nicht billig. Ergebnis?

W A S S E R S T O F F P E R O X I D :
Das als wirksames Leibschüsseldesinfektionsmittel und als aggressive Haarblondierungshilfe oftmals empfohlene H2O2 gleichsam als Standardpflege bei vorerst etwas zickigen Problemen anzuraten ist nicht empfehlenswert!
Damit da ja keine falsche Vorstellung entsteht: wenn ich mit Halbschatten und klarem warmem Wasser und Druckentlastung nichts erreiche und bevor ich gar nichts habe, riskiere ich die Anwendung von Wasserstoffperoxid; aber angesichts der Verfügbarkeit „moderner“ Pflegemittel gibt es heutzutage weit bessere Alternativen - die aber natürlich nicht immer zwingend helfen müssen (z.B. bei wildem Fleisch).
H2O2 fügt dem Gewebe großen Schaden zu und birgt die Gefahr „überschießender Gegenregulation“ (Verschlimmerung der Heilungsreaktion). Außerdem bringt H2O2 zwar mehr Bakterien um als andere Mittel - aber eben nur zum Teil, der Rest kann dann am abgetöteten Gewebe Urständ feiern. (H2O2 tötet jede Menge Gewebe ab, um dieses dann überlebenden Bakterien als guten Nährboden zur Verfügung zu stellen - sprich Probleme stehen an.)
Dass H2O2 ungesund ist, wissen Frisöre, aber auch Kunden seit geraumer Zeit.
Warum es nun dennoch, wie einige Male schon berichtet, gut hilft? Man möge sich ein homöopathisches Heilungsprinzip vorstellen: ein konstanter Reiz verursacht Narbenwucherung, die Heilung klappt nicht recht. Einbringung eines ähnlichen störenden Reizes auf andere Art und Weise aktiviert nun aber die besser funktionierenden Heilungsmechanismen (eventuell Aktivierung einer Immunreaktion durch die nekrotisch gestorbenen Zellen - eine Antwort, die dann auch gegen Zellüberschuss und beteiligte Infektionen vorgeht?).
Grundsätzlich gibt es für so ziemlich jedes Wundproblem bessere Alternativen, daher bei Problemen oder Wirkungslosigkeit sofort das Nischenprodukt wechseln.
Einen Versuch könnte H2O2 aber im speziellen Fall „Wildfleisch“ wert sein ...

Wer mit Blessuren im Krankenhaus landet, bei dem wird nicht H2O2 verwendet, sondern diverse Standarddesinfektionsmittel werden eingesetzt. H2O2 wirkt natürlich bei „üblichen“ Wunden (relativ wenig kontaminiert) ausreichend, und daß es ziemlich gewebeschädigend ist, ist bei einmaliger Spülung auch egal. Es gibt besseres, aber nichts Billigeres. Und leider ist billig schon sehr "modern" bei der Medikamentenwahl, denn die Hochleistungsmedizin frißt der Standardmedizin die Ressourcen weg. Einerseits mag dies berechtigt sein, da es um das Retten von Menschen in wirklich extrem problematischem körperlichem Zustand geht, andererseits ist es den Durchschnittspatienten gegenüber etwas unfair ... *
Zur Duldung von H2O2 in Spitälern:
. 1) weil Wasserstoffperoxid billiger ist als andere Mittel und Spitäler (zumindest in Austria) unter enormem finanziellem Druck stehen.
. 2) Es gibt auch (Privat)Spitäler, in denen H2O2 ausschließlich zu Reinigungszwe-cken bei Gegenständen verwendet wird.
. 3) Warum habe ich bei meiner OP viertelliterweise Betaisodona gekriegt und Ösi-Piercern ist dessen Gebrauch untersagt!? Weil hierzulande das Risiko möglichst gering gehalten werden soll und im Piercingbereich strengere Maßstäbe angelegt werden als in der Arztpraxis / im Spital.

Aus dem "Kommentar zur ph. eur. 1997" (Europäisches Arzneibuch):
Wasserstoffperoxid- Lösung 30% / pharmakologische Eigenschaften / Wirkung - Anwendung:
H2O2 wirkt desinfizierend und desodorierend. Das eigentlich wirksame Agens ist atomarer Sauerstoff, der bei Kontakt mit Geweben durch Katalase aus H2O2 rasch freigesetzt wird.
Einschub: Katalase ist das Enzym, das Wasserstoffperoxid (H2O2) zu Sauerstoff (O2) und Wasser (H2O2) umsetzt. Enzyme sind Proteine („Eiweiße“), die biochemische Reaktionen steuern können.
Die Wirkungsdauer ist kurz, die Eindringtiefe in´s Gewebe gering. Durch ihren Katalasegehalt beschleunigen Blut und Eiter die Zersetzung. H2O2 erleichtert das Ablösen von nekrotisiertem Gewebe und das Entfernen von Eitertaschen sowie verklebten Verbänden. H2O2 dient weiter als Bleichmittel.
1,5- proz. Lösungen dienen zur Reinigung und Desinfektion von Zahnstümpfen und Wurzelkanälen [...]
3- proz. Lösungen werden zur Wundreinigung und zur Erleichterung des Verbandwechsels sowie zu Desinfektion von Kontaktlinsen eingesetzt. Ein Wirksamkeitsbeweis durch kontrollierte klinische Studien liegt in vielen Fällen nicht vor. [...]
3%iges H2O2 als Mundspülung bewirkt Entzündungen, und H2O2 soll nicht in geschlossenen Körperhöhlen angewendet werden wegen der Sauerstoffentwicklung.
Also positiv ist schon mal, daß H2O2 nur eine oberflächliche Wirkung hat, fragt sich nur, ob das bei übermäßiger Narbenbildung nun Sinn macht oder nicht. Die Wirkung besteht darin, daß abgestorbenes Gewebe und Bakterien, deren Zellen einen hohen Katalasegehalt haben (sind das etwa genau die, die sich in Wunden finden lassen?), mit dem aktiven Sauerstoff reagieren und so abgetötet bzw abgelöst werden. Dabei werden sicherlich auch neugeborene Zellen angegriffen, was die Wundheilung eher noch verzögert. Demnach kann H2O2 auf jeden Fall schon mal nicht als "Pflegemittel während der Abheilung" bezeichnet werden.
Aber was die Wirksamkeit angeht, scheinen Piercings ja ohnehin anderen Gesetzen zu folgen ... *
H2O2 ist ein hochwirksames Oxidationsmittel zum Bleichen, Abbeizen und Entfetten - populärste Anwendung ist wohl Haare bleichen.

INSTRUMENTE - Reinigung:
Dodacarna, eventuell Wasserstoffperoxid.

MILCHPRODUKTE
nach Mundraumpiercings (siehe auch Artikel ZP) werden in der Regel wegen der vermehrten Bildung der (angeblich eine Entzündung oder eine Infekt begünstigenden) Milchsäurebakterien für ein bis zwei Wochen abgeraten. Ich habe nicht darauf verzichtet, aber dafür mit lauem Wasser ausgespült. (Die Verwendung der diversen gar nicht billigen Mundspülwässerchen empfehle ich nicht!)
Soja“milch“ gilt nicht als Milch und wird auch von den Körndlschluckern der strengeren Richtung so anerkannt.

OCTENISEPT + BETAISODONA ! ?
Gleichzeitige Anwendung von Octenisept und Betaisodona an der gleichen Stelle.
Leserfrage: „Irgendwo glaube ich gelesen zu haben, daß man beide nicht zugleich verwenden soll. Warum nicht?“
Leserkommentar: klar hast du es "irgendwo" gelesen. Am Beipackzettel stehts nämlich groß und fett drauf - und eine Erklärung zu einem Medikament liest man eigentlich schon, gelle? Jod ist aggressives Oxidationsmittel, das aber kaum in menschliche Zellen eindringt und deshalb ein gutes Desinfektionsmittel abgibt. Aber es oxidiert auch Octenisept wunderbar - danach sind beide Substanzen unwirksam.
Eine Spülung mit dem Jod ... warten ... und dann Octenisept. Octi wirkt anhaltender als Jod flüssig, das sofort nach dem Abspülen weg ist.
„Gelbe- Liste“- Zitat: Mund- Antiseptikum, Wechelwirkung mit anderen Mitteln: Wirkungsabschwächung mit Enzympräparaten (Wasserstoffperoxid oder Taurolidin ...)

„BABYSTÄBCHEN“ :
Vor diesen wird immer wieder gewarnt. Fusselfreie Wattestäbchen sind heutzutage aber meist so kompakt gewickelt und aus so gutem Material, daß sie zum Säubern bedenkenlos angewendet werden können; vorher mit sauberem Wasser oder einem flüssigen Pflegemittel befeuchten. In der Handhabung rund um den Stichein- und Ausgang sind sie unschlagbar. (Alternative: wer Mulltupfer für besser hält, soll halt mit denen herumpatzen.)

Grundsätzliches zur SCHMERZBEKÄMPFUNG:
Schmerzen sind eine lebenswichtige Warn- und Schutzfunktion. Sie helfen dem Körper, schädliche Einflüsse zu erkennen und darauf zu reagieren. Bei der Schmerzentstehung werden Botenstoffe, die Prostaglandine, freigesetzt, die die Nervenenden reizen und Schmerzsignale an das Gehirn senden, wo die Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung erfolgt. Auch die Entzündung) hat eine Schutzfunktion: durch die Prostaglandine werden Immunzellen aktiviert, um eingedrungene Krankheitserreger oder Fremdstoffe zu bekämpfen.
Bei bekannter Ursache und bei chronischen Erkrankungen haben Entzündung und Schmerz ihre Schutzfunktion verloren und sollten mit Medikamenten behandelt werden.

Leserzitat zum Medikamentenge(miß)brauch: „Muß man denn immer gleich in die Apotheke rennen und sich für Schweinegeld chemische Keulen kaufen, wenn man gar nicht krank ist? ... Alles gerät in Panik, wenn ein neues Piercing erste Entzündungszeichen zeigt! Wo ist das Problem? Habt ihr denn alle kein Immunsystem? Laßt dieses doch einfach mal einige Tage das tun, wofür es da ist, ohne dicke Bomben aus der Apo anzuschleppen ...“

* * * * * * * * * *

ERGÄNZUNG:
Vorschlag für die schriftlich mitzugebende und VOR dem Eingriff nachweislich mit jedem Opfer persönlich (mündlich) besprochene

P F L E G E A N L E I T U N G


Zuletzt bearbeitet von Hans am 30.09.2013, 18:13, insgesamt 36-mal bearbeitet
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Hans
Piercing Monster




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BeitragVerfasst am: 07.04.2010, 14:41    Titel:

ERGÄNZUNG:
Vorschlag für eine Pflegeanleitung. Aus dem österreichischen Piercinggesetz ergibt sich unmißverständlich:
Sollte die Piercerin / der Piercer anläßlich der schriftlich mitzugebenden und VOR dem Eingriff nachweislich mit jedem Opfer persönlich (mündlich) zu besprechenden Pflegehinweise den Eindruck haben, daß die / der Piercinginteressierte diese nicht versteht oder mit der Nachsorge überfordert sein könnte, so darf gar nicht gepierct werden! (Das ist zumindest die Absicht des Gesetzgebers ...)


P F L E G E A N L E I T U N G

Am frischen Piercing nicht zupfen und herumfingern, nicht angeben damit (Disco!!) und möglichst nicht hängenbleiben > > > während der ersten Zeit abdecken bzw. entsprechende Kleidung wählen (speziell beim Nabelschmuck) und / oder besonders vorsichtig sein (z.B. bei den anfangs längeren Steckern in Augenbraue, Zunge, Brustspitze ...) !

JEDES NEUE PIERCING ENTZÜNDET SICH nach dem Einfädeln mehr oder weniger deutlich. Das ist eine normale und sinnvolle Reaktion des Körpers und kein Grund zur Panik. Entscheidend ist, daß bei einer stärkeren Entzündung der Körper innerhalb einer gewissen Zeit (eine sorgfältige Nachsorge unterstützt ihn dabei) diese bewältigen kann. Aber: bei einer Infektion (UND derem anschließenden schweren ignorierten Ausbruch) kann es im Extremfall zu einer Blutvergiftg kommen.
Eine konsequente Pflege dagegen verkürzt jedenfalls die ABHEILDAUER. Diese hängt zusätzlich von anderen Faktoren ab: Körperstelle, grundsätzliche persönliche Veranlagung, Art und Größe (Durchmesser, Gewicht) des Schmucks, individuelle Abwehrkraft während der Wochen vor und nach dem Piercing (körperliche und seelische Verfassung), Umfeldbedingungen (Bekleidung, Witterung), Ernährung / Diät, Drogenkonsum, Medikamente ...) Oder unmißverständlich gesagt: was bei einem super geholfen hat, kann bei jemandem anderen wenig oder nichts nützen oder bei falscher Anwendung sogar das Gegenteil bewirken!

STANDARDVORGANG:
am Ring / Stecker bilden sich fast immer KRUSTEN aus dem anfallenden Wundsekret. Drehe den Schmuck niemals, solange Krusten und (eintrocknende) Absonderungen nicht entfernt sind, denn dies führt oft zu Neuverletzungen im Stichkanal. Wenn du den Schmuck bewegen willst, immer zuerst Hände gründlich waschen. Dann säubere zuerst den Teil des Schmucks, der sich nicht unter der Haut befindet, mit OCTENISEPT- Spray: täglich mit diesem Wunddesinfektionsmittel benetzen und dann die Kruste(n) mit einem feuchten einzeln verpackten sterilen Tupfer entfernen. (Oder reinige mit einem Wattestäbchen die Einstichlöcher. Ein gut mit der Flüssigkeit befeuchtetes Babystäbchen fusselt kaum.) Berühre den Schmuck mit den Fingern nur an den äußersten Enden, sodaß die abheilende Umgebung lediglich Kontakt mit dem Tupfer hat. Danach Octenisept auf den Schmuck aufbringen und diesen einige Male hin und her bewegen, damit das Mittel schneller in den Stichkanal gelangt und dort seine Wirkung entfalten kann; es zieht sich aber auch langsamer von alleine hinein (Kapillarwirkung), was schonender ist. Die Umgebung der Wunde reinigst du am besten nochmals mit einem Mulltupfer. (Du kannst aber auch mit weniger Akrobatik die Kruste unter der Dusche loswerden und dann mit Octenisept weitermachen.)
Manchmal wird die soeben beschriebene Pflege vier bis sechsmal täglich 5 bis 6 Wochen hindurch empfohlen. Jedoch: ein steril durchgeführtes Piercing ist meist ein verhältnismäßig kleiner Eingriff und braucht nicht „dramatisiert“ zu werden. Viele der bei der Gartenarbeit und im Haushalt erlittenen Verletzungen sind heftiger!
Ferner: etliche Leute empfinden Octenisept als relativ „scharf“, austrocknend und „klebrig“. * Schließlich: nach einer gewissen Zeit (1 bis 2 Wochen, aber auch 8 Wochen werden großzügig angegeben) kannst du erstmals deinen Schmuck zur Reinigung herausnehmen, wobei ich aber nicht empfehle, dies jedesmal zu tun, denn durch eine oftmalige Belastung des Piercingkanals (durch das Aus- und Einfädeln) kann es zu unnötigen Komplikationen kommen. Ein später und völlig unnötiger Verlust deines Piercings kann die Folge sein. Man / frau kann sein Piercing also auch ganz leicht „overpowern“ (in Grund und Boden pflegen).
Es erscheint daher eine Reinigung am Morgen und abends eineinhalb bis zweieinhalb Wochen lang ausreichend. Dann nur noch bei Bedarf eine Octenisept- Sprühung vornehmen. Es kann ja ohne weiteres unter der Dusche nur mit Wasser und Seife (keine parfümierten und reizstarken Produkte!) zusätzlich das Piercing gepflegt werden. Shampoo und Duschgel sollten nicht draufkommen; wenn das nicht vermieden werden konnte: gründlich abspülen.

Auch ein PFLASTER muß nicht ständig getragen werden. Im täglichen Arbeitsleben außer Haus ist es zum Schutz gegen Schmutz und Hängenbleiben meist unvermeidbar. Daheim aber oder in der Freizeit draußen (Halbschatten!) nimm das Pflaster so oft wie möglich weg, damit Luft an dein Piercing gelangen kann, was die Heilung fördert.

PAUSE haben:
2 bis 4 Wochen: Dampfbad, Solarium, Schwimmbad, Sauna. Salzwasser (Meer) ist aber erlaubt, wenn anschließend eine (sonst nicht notwendige) Süßwasserdusche möglich ist.
Bei Intimpiercings verzichte eine bis sechs Wochen auf den Premierentest.
Reisen in „exotische“ Länder meiden, da dort eine gewissenhafte Pflege meist schwierig ist.
2 - 3 Tage vor und nach dem Piercen keine blutverdünnenden Medikamente (z.B. Aspirin).
(Die gewohnte Dusche brauchst du, wie du schon weißt, nicht auslassen.)

Verwende kein Wasserstoffperoxid (H2O2) oder irgendwelche Tinkturen zur Pflege deines Piercings und KEINE SALBEN - die verkleben oft den Stichkanal und machen so die unvermeidliche Entzündung oder gar Infektion (deretwegen die Salbe ja vermutlich verwendet wurde!) zu einer hartnäckigen.
Lästige Entzündungen kann man auch auf andere Art bekommen. Da solltest du auf keinen Fall einfach NUR den Schmuck herausnehmen, sondern auch den Stichkanal durchspülen, denn wenn daraufhin durch das Schließen der Nadelein- und Austrittsöffnung (durch die Anwendung von Salben auch bei vorhandenem Schmuck möglich!) im Inneren des Kanals schädliche Keime verbleiben, so kann eine Entzündung zur Infektion werden > der Ärger wird nur noch größer!

Abstoßen / HERAUSWACHSEN DES SCHMUCKS: siehe Risiken!
Wenn dein Piercing im Begriff ist herauszuwachsen, so entferne es, bevor es von selbst herausfällt, um eine unnötig große Narbe zu vermeiden.

Auch ein AUSGEHEILTES PIERCING will gepflegt sein, denn es kann sich jederzeit wieder entzünden (siehe Risiken) und sollte daher automatisch in die übliche Körperhygiene miteinbezogen werden: das Piercing beim Duschen auch stets säubern, also beim Waschen etwas hin und her drehen und gründlich ausspülen, da sich im Stichkanal Schweiß und Talg absetzen.
Auch viele abgeheilte Piercings müssen häufig (fast) ständig getragen werden, da sich der Stichkanal (je nach gepiercter Stelle und persönlicher Veranlagung) innerhalb von Stunden so weit verschließen kann, daß ein Wiedereinsetzen (ohne neu zu stechen) nicht mehr möglich ist. (Extrem schnell oft bei der Zunge.)

Nabel:
Aufgrund der (durch häufige Bewegung und Kleidung) recht strapazierten Körperstelle ist die Abheilung nicht einfach. Ein Pflaster zum Schutz vor Schmutz und Hängenbleiben ist in den ersten 2 bis 3 Wochen unvermeidbar. Zufuhr von Octenisept ist auch von unten (in Rückenlage) möglich, dann ein bis zwei Minuten einsickern lassen. 2 bis 3 Wochen Pflasterwechsel 2 bis 3mal pro Tag + die übliche Pflege, dann Octenisept bei Bedarf. Die „normale“ Sauberkeit einhalten und auf wirklich bequemes Gewand achten!
Wer allerdings die Empfehlung Pflasterwechsel alle 2 Stunden (= 5 bis 7mal täglich!) 6 bis 8 Wochen lang verwirklichen will, der muß sehr fleißig sprühen und sollte ohne mittelgroße Pflasterpackung nicht in´s Wochenende fahren.

Zunge und Lippe:
Eine Woche auf und heiße und herzhaft gewürzte Speisen verzichten. Verzicht auf Milchprodukte ist nicht erforderlich. * Mit Salbei- Tee (egal ob warm oder kalt) innerhalb der ersten 2 - 3 Wochen so oft wie möglich spülen. * Mit gekühltem Mineralwasser spülen. * Spülungen nach jedem Essen, Trinken, Küssen und „sonstigen oralen Akten“ mit Tantum- Verde, Listerine®, Chlorhexamed, Esemdent® oder Hexoral® sind NICHT zwingend notwendig. *

Vorschlag: eine Woche nicht rauchen (Gelegenheit zum ganz Aufhören ! ? ! ).
Eiswürfel aus Kamillentee oder besser Salbeitee lutschen (abschwellend) - aber nur so kleine, die innerhalb einer Minute schmelzen; nicht vor einer halben Stunde den nächsten nehmen.
Ganz selten bleibt der Stichkanal einige Monate benützbar (ist vielleicht nur mit einem dünnen Häutchen abgedeckt), aber oft schließt er sich bereits nach einer Viertelstunde!

Lippe / Labret:
In den ersten 3 - 4 Wochen auf Stinke und Schmiere verzichten, da sich darin leicht Keimkulturen erhalten. Pflege von außen mit Octenisept, von innen wie bei Zunge.

Nach frischen Gesichtspiercings auf´s Haarefärben verzichten!!
Das kann die Steinfarbe beeinträchtigen und vor allem den Heilungsprozess empfindlich stören.

Bei Fragen oder Unklarheiten oder wenn du vermutest, mit deinem Piercing sei etwas nicht in Ordnung, rufe bitte an, denn je früher Komplikationen erkannt werden, um so schneller und besser können wir diese gemeinsam in den Griff bekommen. Gegebenenfalls empfehle ich dir eine Behandlung beim Arzt.

In der Apotheke bekommst du: Octenisept, Mulltupfer, einzeln steril verpackte Tupfer, Mittel für Mundspülungen und geeignete Abdeckpflaster in verschiedenen Größen (z.B. „Cosmopor“ 7 x 5 cm, „Mepore“, Hansaplast „sensitive“).

Ich danke dir für dein Vertrauen und freue mich, wenn ich dich am eingetragenen Tag zu einer Kontrolle begrüßen kann:

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Viel Freude mit deinem neuen Piercing wünscht dir ...


* * * * * * * * * *

Ich selbst habe (an mir) nur Betaisodona verwendet. Das ist allerdings schon einige Zeit her. * Ich hoffe, daß ich einige brauchbare Tips auflisten und die bedenklichen Vorschläge aussortieren konnte.
Meine persönliche Reihung der „üblichen“ Piercing- Plegemittel:
. Octenisept
. Betaisodona flüsssig, Prontolind
. H2Ocean
. Salbeitee sowie verschiedene (unterschiedlich stark entzündungshemmend oder desinfizierend wirkende) „Natur“- Öle.

Sicherheitshalber nochmal zur Erinnerung:
Eine bei einem bestimmten Menschen erfolgreiche Anwendung muß nicht zwingend bei anderen Benützern denselben positiven Erfolg haben!!
Ferner: die jederzeit vor allem in jüngster Zeit massiv ansteigenden individuell unerwartet auftretenden neuen Allergien können sich unangenehm bemerkbar machen (siehe Fachartikel).
Möge jeder das für sich beste Mittel finden. ha


Q U E L L E N A N G A B E



Österreichisches (Deutsches) Medikamentenverzeichnis, Arzneimittel- Kompendium Schweiz.

http://www.netdoktor.at/medikamente

Unterlagen (+ persönliche Vorträge einschließlich Fragenbeantwortung) zur österreichischen Piercingprüfung (medizinischer Teilbereich St. Pölten, Herbst 2004) von Philipp Olivier: Anatomie (Dermatologie), einfache Histologie ... , Physiologie / Wundheilung, Hygiene / Virologie, Teile Pathologie ... “ , WIFI St. Pölten, Sept. 2003

http://prontomed.de/_php_cms/cms/front_content.php?idcat=59

Hans-Peter MARTIN / Hans WEISS: „Nutzen und Risiken der Arzneimittel“ / Bittere Pillen - ein kritischer Ratgeber, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005 / 77

Brockhaus- Lexikon in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim

http://de.wikipedia.org/wiki/Lysozym * Im Wiki sind auch andere Mittel angeführt; es ist eine durchaus brauchbare Informationsmöglichkeit (über viele Bereiche !), doch manchmal stimmt nicht alles, was zu lesen ist (was aber grundsätzlich für´s Internet gilt).

Eberhard WORMER / Johann BAUER: „Medizin und Gesundheit“, Verlag Lingen, Köln 2004: Arzneimittel S. 632 - 801

Erfahrungen eines Piercingfreundes:
http://www.wildcat.de/index.php?view=0c-articleshow&id=3491&cat=1
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