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Piercing Forum - - Das Standard- Z U N G E N P I E R C I N G (ein Kugelstift v

Das Standard- Z U N G E N P I E R C I N G (ein Kugelstift v



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Hans
Piercing König




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Beiträge: 272
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 19.03.2010, 20:20    Titel: Das Standard- Z U N G E N P I E R C I N G (ein Kugelstift v

Das Standard- Z U N G E N P I E R C I N G (ein Kugelstift vertikal)
( http://www.wildcat.de/index.php?view=0c-articleshow&id=5313&cat=1 vom Sept. 2007, ergänzt und „adaptiert“ / diesem Forum angepaßt. )

Vorbemerkung:
Ich habe nun die derzeit vorliegenden Seiten dieses Forums zum Thema (Stand März 2010) geschafft; fast alle der gestellten Fragen sind durch den folgenden Beitrag abgedeckt.
Auch bezüglich des Zungenpiercings gibt es etliche Fragen, die (umfassender ausgearbeitet) in einem anderen Teilbereich genauso gut aufgehoben sind:
. * Die Fragen zu Octenisept, Wasserstoffperoxid (?!), Wildfleisch, Schwellung ... gehören in das Riesenkapitel Pflege.
. * Eltern sind dagegen (Wie kann ich sie überreden?), Küssen mit ZP, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder beim Partner ... fallen in die „soziologische Kategorie“.
. * „Tut weh?“, Angst, was dagegen tun ... gehören in den umfangreichen Abschnitt „Betäubung / Schmerz (Schmerzvermeidung / Schmerzlinderung) beim und nach dem Piercen“.
. * Schmuckwechsel; ob es sich nach dem Stechen entzündet; das Dehnen; ob beim Arzt oder Piercer; Freudenbekundungen, daß ich endlich auch eines habe ... ... ach, jede(r) möge das selbst entscheiden.

Zu diesem Piercing gibt es in allen Foren, so wie zu anderem Körperschmuck auch, die schauerlichsten Geschichten, offensichtlich unausrottbare Ammenmärchen und Falschmeldungen - und manchmal sogar brauchbare Ratschläge.
Hier ist nun eine kompakte Zusammenfassung, die fast alle gängigen Fragen beantwortet.
(Wer ernsthaft etwas über Piercings wissen möchte, der hat im Internet teilweise schon ausgezeichnete Möglichkeiten - es gibt „nur“ eine gewaltige Hürde: Schund und Blabla von solider Info unterscheiden zu können ... )

o o o o o o o o o o o o

Kurze anatomisch- physiologische Fakten zur Zunge:
Vorwiegend querverlaufende und etliche längsverlaufende Muskelfasern > enorme Beweglichkeit; zwischen den Faserbündeln verlaufen Nerven und Gefäße. Zungenbändchen verbindet die Zungenunterfläche mit dem Boden der Mundhöhle; Speicheldrüsen besonders in der Gegend der Zungenwurzel; ein Teil des paarigen nervus facialis (siehe auch „Gesichtsnerven beim Piercen“) versorgt die Geschmacksknospen: süß hauptsächl an der Spitze, salzig „seitlich vorne links und rechts“, sauer beidseits am Rand, bitter hinten. (Seit etlichenen Jahren ist diese „klassische“ Unterteilung aber nicht mehr Regel und es wird auch eine fünfte Geschmacksrichtung angenommen.) Flache Längsrinne zum Speichelabfluß in der Mitte des Zungenrückens. Zahlreiche in vier Arten eingeteilte Papillen (Erhebungen auf der Oberfläche) gibt es auch.

Mit Ausnahme aufgrund eines „zu lange nach vorne“ reichenden Zungenbändchens ist mir noch keine Zunge begegnet, die nicht zumindest standardmäßig gepierct werden konnte. (Das Bändchen kann aber problemlos durch einen kleinen Eingriff gekürzt / durchtrennt werden.) Es kommt zwar vor, daß die auf der Unterseite rechts und links der Mitte (meist gebündelt) verlaufenden Blutgefäße zuweilen recht ausgeprägt sind, aber dazwischen findet sich wohl fast immer ein Weg.
Die Unterseite ist auch die Stelle, die normalerweise „durchleuchtet“ wird, das heißt mithilfe einer Stableuchte verschafft sich der Piercer einen Überblick über den Verlauf der Adern. Jedoch: sogar Leute, die sich eine Zungenspaltung trotz deutlich sichtbarer blauer Blutgefäße haben machen lassen, sind daran nicht verblutet! Das zweifelhafte Herumfimmeln mit der Lampe an anderen Körperstellen ist eine zuweilen beliebte Handlung, die für das Opfer einen beruhigenden Placeboeffekt bewirken soll (= man ist um mich sorgfältig bemüht und daher fühle ich mich gut aufgehoben) sowie vor allem Kompetenz des Piercers ausstrahlen soll.
Wird solch eine Ader, die sich relativ nahe der Mitte befindet, beim Stich verletzt, so blutet es. Weil Blut einen hohen Färbeindex hat, kann das gewollt oder unabsichtlich recht schauerlich wirken. Normalerweise jedoch ist der Blutverlust vernachlässigbar, und in den allermeisten Fällen geht es überhaupt ohne einen einzigen Tropfen ab.
Nachtrag zum Muskelaufbau: nach einer Zungenspaltung lassen sich die beiden Hälften übrigens unabhängig voneinander bewegen, weil die Zunge aus zwei Muskeln besteht - diese Eigenschaft wird am liebsten bei „You tube“ präsentiert.

Nebenbemerkung: die Spaltung erfolgt am schonendsten mit der Schere, die anderen Vorgangsweisen empfehle ich nicht. (Natürlich ist das NICHT so ein Gerät, das auf Stöckelstifterln einherstelzende modebewußte Damen im Bjuhdikeis herumtragen und in Panik verfallen, wenn sie den Mist mal vergessen haben. Auch der gesamte andere Ramsch aus dem Schönheitsköfferchen - Tupfer, Pinzetten, Pflaster, Zwicker usw. - ist für so einen Eingriff unbrauchbar.) Die Heilung ist für viele Interessenten überraschend schnell abgeschlosssen, ein unerwünschtes Zusammenwachsen muß verhindert werden.

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Das ZP galt vor wenigen Jahren noch als „der“ Erotik- Kick, besonders beim Küssen nicht nur der „gegnerischen“ Zunge, und Träger(innen) wurden oft bewundernd bestaunt. Heute reißt es niemanden mehr vom Hocker.
Dennoch muß dieses Piercing (außer dem Lippenrot das einzige, bei dem ein Muskel durchstochen wird) besonders sorgfältig durchgeführt werden: das Bändchen an der Zungenunterseite darf nicht verletzt und der Stich sollte genau davor oder leicht seitlich gesetzt werden. Das Zungenbändchen kann zwar eigenständig horizontal beringt oder besteckert werden, im Verlauf eines ZPs darf es bei korrekter Ausführung aber keineswegs beschädigt werden!
Der Piercer hat für den von oben nach unten (oder umgekehrt) geführten Stich nicht viel Spielraum - für den weitestmöglichen sinnvollen vorderen Punkt und die hinterste Stelle steht ihm zuweilen nicht einmal ein cm zur Verfügung. Für das vordere Piercing bei „Ihm“ spricht, daß er seine Partnerin mit der oberen Steckerkugel etwas besser verwöhnen kann (umgekehrt ist es ziemlich egal) und der Stift etwas angenehmer zu tragen ist. Weiter hinten ist, vor allem bei einer kleinen zungenfarbenen Kugel, das Piercing nicht so leicht erkennbar - der Träger / die Trägerin kann ziemlich genau bestimmen, wer es sehen und wer es nicht sehen soll.
Eine Betäubung ist absolut unnötig. Wer diese legitimerweise haben will, wird von mir weitergeschickt. Viele Leute meinen, daß der Einsatz der Fixierzange / Klemmpinzette das unangenehmste beim ZP sei. Ich kann dies auch nur bestätigen. Ich hatte es ein paar Wochen lang, weil ich, so wie bei anderen Piecings auch, selbst den Vergleich feststellen wollte. (Jaja, ich weiß - das Abheilen und Schmerzempfinden ist individuell verschieden und auch ... blabla ... Wer will und lesefest ist, kann sich ja im Fachartikel „Betäubung (Schmerzvermeidung / Schmerzlinderung) beim und nach dem Piercen“ gründlich informieren.
Allerdings habe ich mir dieses Stück nicht selbst verpaßt, weil ich den bequemen Sessel beim Piercer den Verrenkungen vor dem Spiegel vorgezogen habe. (Und für Tüftler: nochmal jaaa - falscher Gebrauch der grammatikalischen Zeitenfolge.)

E r s t e i n s a t z :
Der Stich erfolgt von oben nach unten oder umgekehrt; selten übt sich ein Piercer in beiden Richtungen - meist entscheidet er sich für die Variante, die er sich angelernt oder vom Lehrer übernommen hat. Ich steche anatomiebedingt leicht schräg von oben nach unten hinten sowie unten knapp links oder recht des Zungenbändchens - das ergibt in der Regel die günstigste Lage des Stiftes im Mund.
Wie so oft wird vom Opfer der Einsatz der Klemmpinzette / Haltezange als der unangenehmste Teil des Piercingvorgangs empfunden. Es gibt auch (deutlich weniger) Piercer, die sich den Schlecker mit zwei oder drei Fingern schnappen und „freihand“ stechen ... na ja, möglich ist auch dabei ein korrekt gesetzter Stichkanal; und der Kunde erspart sich solcherart die Fixierung mit der zähnchenbewehrten Pinzette oder mit der festzupackenden Zange. Beim Stich von unten nach oben ist es sicherer möglich, das jedenfalls unversehrt bleiben sollende (!) Zungenbändchen heil zu lassen. Der ideale Stichkanal verläuft dann knapp links oder rechts des Bändchens schräg nach vorne oben mittig der Zunge austretend.
Für das erste Piercing sollten Kugelstäbe (nicht unter 1.6 mm Ø !) verwendet werden, die mindestens ein Drittel länger sein müssen als die Zunge an ihrer dicksten Stelle. Das ist wichtig, weil die Zunge nach dem Piercing normalerweise anschwillt und ein zu kurzer Stift die Kugel in die Zunge drückt / zieht. Dickere Stifte (2.o bis 2.4 mm) sind in der Regel angenehmer zu tragen und die Abheilung erfolgt schneller (welches Argument bei der Zunge aber vernachlässigbar ist); Standardstifte sind dafür jederzeit in der Länge austauschbar, sie sind mit fast jeder Kugel beliebigen Materials und jeder gängigen Farbe kompatibel. Dickere Stifte und deren Ersatzteile sind deutlich teurer.
Wer nichts riskieren will, denn die Schwellung kann am nächsten Tag überraschende Ausmaße erreichen, der verwendet Titan- oder Kunststoffstifte von mindestens 20 mm Länge. PMFK, also geeignetes PTFE (Chemiker mögen mir die falsche Gleichsetzung verzeihen), ist als Einsatz absolut empfehlenswert. Ein grober Anhaltspunkt, um die Qualität festzustellen: wenn das Staberl im Wasser oben schwimmt, würde ich es nicht verwenden!
Das Material hat neben Glätte, bedingter Anpassungsfähigkeit an den Stichkanal und geringerem Gewicht einen weiteren nicht zu unterschätzenden Vorteil: es wächst mit!! (Also korrekt muß es heißen: es kann mitschrumpfen.) Im Autoclaven sterilisierbar ist es auch. (Aber nicht im verpönten „Reise- Glasperlensterilisator“, der mit 250 Grad arbeitet und so ziemlich alles umbringt - natürlich auch ratzeputz den besagten Stecker samt den Kunststoffkugeln!)
Wenn ich einen Zungenstecker mit sicherer Erstlänge 22 mm einsetze und schließlich bei bequemen 16 (oder gar nur 14) mm lande, so kann ich schrittweise kürzen und der Kunde erspart sich zwei oder drei Metallstecker. Das Material ist allerdings nicht geeignet für häufigen Kugelwechsel bei gleicher Länge, weil das Gewinde dann ausleiert.
Die Kugelgröße muß oben und unten nicht gleich sein, Variationen je nach Tragekomfort sind häufig, aber Kugeln sind anfangs den Plättchen und Sternen entschieden vorzuziehen.

V e r h e i l d a u e r :
In fünf Tagen bei wenig Schwellung extrem schnell möglich; Standard 9 - 12 Tage; maximal zweieinhalb bis drei Wochen (die ersten 3 - 4 Tage sind jedoch gewöhnungsbedürftig); normalerweise problemlos.

P f l e g e :
Etwa drei bis fünf Tage lang muß man mit einer mehr oder minder stark angeschwollenen Zunge rechnen. (Selten ist die Zunge kaum merkbar angeschwollen, die Schwellung kann aber auch mal über eine Woche anhalten.)
Auch vermehrtes Sabbern kann sich ergeben, und vor allem auftretender Zungenbelag beunruhigt des öfteren die Spiegelgucker: durch Nahrung, Pflegemittel, Bakterien kann der verschiedenfarbig sein und haftet meist deutlicher auf der hinteren Oberfläche der Zunge. Durch den längeren Anfangsstecker kann die Zunge nur schlecht am Gaumen reiben, und durch die eher weiche Nahrung während der ersten Tage wird weniger „abgeschabt“ als durch körniges / festeres Futter. Mit einer kleinen, weichen Zahnbürste kann versucht werden, diesen Belag zu vermindern. Es kann aber auch sein, daß dadurch die Neubildung sogar angeregt wird(?), so wie manchmal beim Rasieren der Haarwuchs. Jedenfalls vergeht er normalerweise im Laufe der Zeit langsam (oder auch ziemlich schnell) von selbst.
Dieser Belag kann in seltenen Fällen auch fleckartig sein, also nicht über die gesamte Oberfläche ausgebreitet; oder es ist ein „echter“ blauer Fleck, der auch rot bis dunkelblau sein kann, meist an und um der Einstichstelle auftritt und in der Regel ein Hämatom (Bluterguß) ist; der wird vom Körper allmählich selbst abgebaut und verschwindet „von allein“ - wartet einfach ab und fragt nicht: „Huhu, ich fürchte mich so, wie lange dauert das denn genau, ich habe Angst, daß mir die Zunge abfällt ...“ (Es ist absolut lächerlich, die Zunge mit blutverdünnenden Salben einzureiben; auch ein anderes Mittel in Tablettenform zu schlucken ist unnötig.)
Immer wieder geistern Ananas gestückelt oder gesaftet als Tip herum beziehungsweise es wird deswegen nachgefragt. Also ich kann den Saft nur empfehlen, er schmeckt ausgezeichnet (sorry, es muß natürlich heißen: MIR mundet er trefflich, denn es ist eben wie so vieles Geschmackssache) - gegen die Schwellung nutzt er aber nix ... Die Ananas enthält zwar tatsächlich einen Stoff der helfen soll, doch wie so oft fehlen erstens seriöse Nachweise, und zweitens müßte man tonnenweise futtern, um das Mittel in signifikanter Menge zu erhalten - so gering ist die natürliche Konzentration! Allerdings: es lebe auch hier der Placeboeffekt. Wer das probieren will, der braucht nur noch die nach einem ZP normalerweise peinlichst vermiedene Fruchtsäure in Kauf zu nehmen.
Milchprodukte nach dem ZP werden oft wegen der vermehrten Bildung der (angeblich eine Infektion begünstigenden) Milchsäurebakterien für ein bis zwei Wochen abgeraten. Ich habe nicht darauf verzichtet, aber dafür mit lauem Wasser besonders gründlich ausgespült.
Auch am Nachmittag vom Bauern gemolkene und abends aus dem Kühlbehälter entnommene Frischmilch habe ich getrunken - sie enthält in Deutschland und Österreich genau so viele oder wenige Bakterien wie eine vorbereitete Banane zum Zerquetschen nach dem Schälen.
Sinnvoller scheint es mir, während der Abheilungszeit auf Cola wegen der darin enthaltenen Konservierungsstoffe zu verzichten.
Soja“milch“ gilt nicht als Milch und wird auch von den Körndlschluckern der strengeren Richtung so anerkannt. Fast jeder Mund beherbergt unter anderem einen Pilz, der in Kombination mit Joghurt, Milch, Rahm ... auf offenen Wunden sich begeistert vermehrt > zum ohnehin schon vorhandenen Belag nach dem frischen Piercing kann sich zusätzlich ein brauner Belag bilden, der zwar nicht anziehend ausschaut, der aber weder schmerzt noch gefährlich ist und der sich später verflüchtigt. (Siehe auch „Ständige Mitbewohner des menschlichen Körpers“ http://www.forum-piercing.de/entzuendung-t1543.html )
Essen kann man / frau alles, sofern man es kann. Scharf gewürzte Speisen würde ich meiden. Ich kenne Leute, die haben am Abend des Stechtages ein ganzes Menü verdrückt; es hat halt deutlich länger gedauert. Wer das nicht schafft (was auch ich Weichei getan habe), wählt ohnehin Suppen, Spinat, Erdäpfelpürree, stiehlt dem Saugerling die Babybrei- Nahrung ...

Vorschlag: eine Woche nicht rauchen (Gelegenheit zum ganz Aufhören ! ? ! ). Weitere Empfehlung: genau so lange erotischen Lustgewinn zu spenden sowie ihn zu empfangen tunlichst vermeiden - letzteres gilt natürlich nur für den Mundraum. Wer es schafft, wartet überhaupt bis zur Abheilung.

Die meiner Meinung nach einfachste und bewährteste Hilfe / Pflege ist das öftere Spülen innerhalb der ersten Tage mit Salbei- Tee (egal ob warm oder kalt) und das Lutschen vorbereiteter Salbeitee- Eiswürfel. Beachte jedoch deren richtige Anwendung (siehe http://www.forum-piercing.de/schmerz%28vermeidung%29-beim-piercen-t1675.html )! Kamillentee wir auch oft verwendet, aber ich finde ihn nicht so gut, denn Kamille hat eine leicht „austrocknende“ Wirkung.
Die Verwendung von Mundspülwässerchen (Tantum- Verde, Listerne, Chlorhexamed, Esemdent, Hexoral, Meridol, Kamillosan ...) ist nicht notwendig und sollte bei tatsächlichem Gebrauch zumindest kein Nachteil sein; ob sie wirklich etwas helfen oder ob der Placeboeffekt eine zeitlang überwiegt lasse ich offen. (Ganz sicher helfen sie beim Kauf dem Geldbeutel der Hersteller. Siehe auch im Pflege- Fachartikel den Teilabschnitt „Mundraum / Rachen“.)
Die Schwellung der Lymphdrüsen unter dem Kinn nach den ZP ist eine manchmal vorkommende normale Reaktion des Körpers ( > > Fachartikel „Immunsystem“), die nicht besonders behandelt zu werden braucht!
Ein kitzliges oder brennendes Gefühl in der Zungenspitze kann entstehen, weil die Geschmacksknospen in der Abheilphase sensibler sind. Den dauernden Verlust des Geschmacks, der Sprechfähigkeit oder das Schwarzwerden und Abfallen der Zunge als Folge eines ZPs (kein Scherz - davor wurde gewarnt!) habe ich allerdings noch nie erlebt. Und soo gerne hätte ich von letzterem auch wenigstens ein Photo in meine Galerie gepackt ...
Nach ein bis eineinhalb Wochen kann ein kürzerer Stift, der fast immer als Erleichterung empfunden wird, eingeführt werden; ist der erstmal drinnen, so ist die Beweglichkeit der Zunge (bei allen Einsätzen) in keiner Weise beeinträchtigt - jedenfalls nicht nach der vollständigen Abheilung (soferne die länger als 10 bis 12 Tage dauern sollte).
Das Zungen - Piercing wächst nach Entfernung des Steckers oft sehr schnell zu, manchmal schließt sich der Kanal schon nach einer Viertelstunde! Selten bleibt der Stichkanal einige Monate benützbar (ist vielleicht nur mit einem dünnen Häutchen abgedeckt), noch seltener sogar jahrelang, sodaß man ohne Neustechen auskommt und ein vorsichtiges Dehnen nach dem Durchstoßen des Häutchens genügt - aber verlassen darauf würde ich mich nicht! (Artikel „Zuwachsen“).
Natürlich kann auch das ZP, wie grundsätzlich alle Piercings, durch die Bildung von Wildfleisch (siehe Artikel) beeinträchtigt sein. Das kann dann ein erschreckender Anblick für arme, ahnungslose Omas sein, die in der Bim einem demonstrativ seinen Lappen heraushängen lassenden und glatzentätowierten Piercingfreund gegenüber zu sitzen kommen ...

Es ist unbestritten, daß manche der im Mundraum befindlichen oder in diesen hineinragenden Piercings (Lippenbändchenschmuck, Medusa, Labret, Madonna, ZP) die Zähne schädigen können - und oft tun sie das auch. Wortspenden aufgebrachter Dumpfbacken ändern gar nichts daran: „Du alter häßlicher Dösel, ich habe mein ... nun schon seit 19 Jahren, 7 Monaten, 3 Wochen und 4 Tagen und alle meine Zähne sitzen noch immer bombenfest, du mieser Miesmacher du!“ (Ich weiß dann nie, was ich antworten soll - außer „Das ist schön für dich!“). Doch halte ich das ZP insbesonders bei Verwendung von Kunststoffaufsätzen (die gibt es auch als „Discokugeln“, die im Neonlicht neckisch aufleuchten, wenn man / frau den Schlecker gekonnt lässig heraushängen läßt) als das am geringsten schädigende Piercing. Gummi- Igelkugeln tun den Zähnen auch nichts, sind aber natürlich nicht als Zahnschutz gedacht ... (Ich verrate jetzt aber nicht, wann die bevorzugt aufgestülpt werden.)
Zungenpiercings in der Mitte und je eines am Rand (meist im Dreieck, siehe auch meine Galerie) sowie 2 oder sogar 3 Stecker mittig hintereinander oder zentrisch sind „erweiterte Standardvarianten“, die immer häufiger verlangt werden.

Das Piercing quer durch die Zunge steche ich nicht - es gehört nicht hierher und ist mir auch keinen künftigen eigenständigen Artikel wert.

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Weitere zwei lesenswerte Texte (nur AUSWAHL!):
„Zungenpiercing“ in „ expand 7 “, 14 - 18 einschließlich Bilder,

sowie http://www.taetowiermagazin.de (fehlerbereinigt und gering verändert): :
Das Zungenpiercing gehört zu den harmlosesten und vor allem zu den am schnellsten verheilenden Piercings überhaupt. Alles in allem einer der angenehmsten Stiche in jeder Beziehung!
Wenn man nicht zu der kleinen Minderheit gehört, die an viel zu langen Steckern permanent herumkaut und den Stift andauernd aus dem Mund schiebt, um auch jedem zu zeigen, daß man ein Zungenpiercing hat, dann ist dieses Piercing eine sehr intime Sache. Heute wählen es viele Menschen gerade deshalb, weil es sehr diskret getragen werden kann und trotzdem viel Spaß verspricht: es hat eben noch praktischen Wert beim Liebesspiel. Selbst der ewige Spitzenreiter Bauchnabelpiercing wurde von Platz 1 der Rangliste „Meistgewünschtes Piercing“ durch das Zungenpiercing verdrängt.
Darüber hinaus hat mit Sicherheit auch die relative Schmerzfreiheit beim Stich und die extrem rasche Abheilzeit zu dieser Entwicklung geführt. Oftmals geht der Laie davon aus, daß ein Zungenpiercing mit einem sehr unangenehmen „Sich -auf - die - Zunge - beißen“ zu vergleichen sei, was nicht der Realität entspricht. Eine Piercingnadel ist eben kein stumpfer Gegenstand, der das Gewebe einquetscht, sondern ist scharf und spitz und gleitet in der Regel durch die weiche Schleimhaut der Zunge wie ein Messer durch warme Butter. Viele Kunden sind nach dem Stich überrascht, überhaupt nichts gespürt zu haben.
Nach etwa zwei Wochen ist das Piercing verheilt, wobei die ersten Tage zu den unangenehmsten zählen. In 80% aller Fälle kommt es meist am Tag nach dem Einsatz für drei Tage zu einem extremen Anschwellen des Zunge, verbunden mit einer Art Muskelkatergefühl in ihr. Das Sprechen ist gestört und sollte in dieser Zeit auf ein Minimum reduziert werden.
Danach wird es nur noch besser, d.h. nach drei bis vier Tagen schwillt die Zunge wieder ab. Gegen die Schwellung kann man Eiswürfel lutschen oder Eiswasser trinken.
Überhaupt ist die Nahrungsaufnahme in dieser Woche extrem erschwert. Heiße, stark gewürzte und feste Speisen sind zu meiden. Leckereien wie gestampfte Kartoffeln und matschige Spaghetti werden in dieser Zeit zur Leib- und Magenspeise. Da die Speicheldrüse in der Abheilzeit eine nie geahnte Aktivität entfaltet, gleitet der Brei schön rutschig durch die Speiseröhre.
In der Abheilzeit kommt es in vielen Fällen zu einem Anschwellen der Lymphdrüsen (unter dem Kinn), was aber kein Anlaß zur Beunruhigung ist. Nach dem Essen und Trinken ist das intensive Spülen mit Salzwasser dringend anzuraten. Rauchen sollte unterlassen werden.
Ein weiterer Nebeneffekt während der Abheilphase ist, daß die Geschmacksknospen an der Zungenspitze sensibler sind und ein kitzeliges oder brennendes Gefühl verbreiten können; auch das gibt sich nach ein paar Tagen.
Ein Zungenpiercing wird generell so gesetzt, daß es zu keiner dauerhaften Sprachstörung kommen kann. Wichtig ist, daß nach dem Abschwellen der lange Stecker gegen einen passenden, kurzen getauscht wird (etwa nach sieben bis zehn Tagen). Dieses Service wird heute von vielen Studios angeboten und ist meist im Preis inbegriffen. Der passende kurze Stecker verhindert, daß es zu einer Dehnung des Stichkanals kommt und der Kunde ständig, absichtlich oder nicht, auf seinem Schmuck herumbeißt und gegen die vorderen Zähne stößt. Der Zahnschmelz, der natürliche Schutz der Zähne, wird dadurch angegriffen und im Extremfall brechen ganze Brocken 'raus. Einige Zahnärzte warnen generell vor Zungenpiercings, da sie der Ansicht sind, daß das Metall den Zahnschmelz angreifen könne. Andere sehen das nicht so.
Die Gefahren eines Zungenpiercings bestehen zwar nicht in einer Gesichtslähmung oder dem Verlust des Geschmacksinns, aber „wildes Fleisch“ kann durchaus vorkommen: diese Wucherung entsteht im Laufe des Abheilprozesses. Sie ist nicht schmerzhaft, sieht aber nicht gut aus. Nach einer gewissen Zeit bildet sich das Gewebe normalerweise auch wieder zurück. Wer ungeduldig ist, kann sich das Gewebe auch wegschneiden oder wegätzen lassen. Das ist eine recht unangenehme Prozedur, und es ist auch nicht ausgeschlossen, daß es nachwächst. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering, aber über die Möglichkeit dieser Komplikation sollte man auf alle Fälle Bescheid wissen.
Zur Pflege sollte mindestens zwei Mal täglich mit Listerine gespült werden. Übertreiben sollte man es aber nicht, denn in der Mundflora befinden sich Enzyme und Peptide, die auf natürlichem Wege die Bakterien zerstören und somit Entzündungen verhindern.
Zungenpiercings sind eine wirklich feine Sache, die nicht ohne Grund auf dem Vormarsch ist. ( Moses )

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Antwort auf eine private Anfrage (Sept. 2009):
Hi ... , eine sichere „Ferndiagnose“ ist kaum möglich! Ein „Problem- ZP“ müßte man mal in natura sehen: Richtung und Neigung des Stichkanals; Entfernung der oberen und unteren Ein- / Austrittsstelle von der Zungenspitze; Material und Länge / Durchmesser des Steckers UND Material des aufschraubbaren Schmuckes; dessen Form und Größe (Plättchen, Kugeln, Sterne); die Anordung vor allem der oberen Zahnreihe; eventuell Information einholen über die individuellen Eßwohnheiten der Trägerin / des Besitzers sowie über gewohnheitsmäßiges Verhalten außerhalb der Nahrungsaufnahme als auch über die Art der Standardpflege.
Vor dem Piercen sollte die am weitesten vorne / hinten liegende sinnvolle Stelle festgelegt werden, wobei die Beschaffenheit des Zungenbändchens den meisten Einfluß hat; kaum ein Hindernisgrund ist der Verlauf der Adern an der Unterseite der Zunge. Ein Herauswachsen des Standard- Zungensteckers kommt eher selten (bei zu dünnem Stift) vor, ein Draufbeißen passiert vor allem in der ersten Woche während der Tragezeit des lästigen langen Steckers. Gruß ha

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Einschub aus dem „Schmerzvermeidungsartikel“
( http://www.forum-piercing.de/schmerz%28vermeidung%29-beim-piercen-t1675.html , von der prüfenden Ärztin 2004 )
H E R P E S beim Lippenpiercing / Zungenpiercing und bei „permanent make-up“:
Bezugnehmend auf die Frage Virostatika und Lippen- Permanent- Makeup:
Die Durchseuchung mit Herpes simplex- Viren in der Bevölkerung beträgt 98 %. Die Mehrzahl der Kundinnen entwickelt nach einem Lippen- Permanent- Makeup Lippenherpes ( > das Permanent- Makeup hält nicht, es entstehen Verkrustungen und häßliche Narben).
Deshalb ist eine Prophylaxe mit z.B. Valtrex 500 mg 2 x 1 für 5 Tage vor Beginn des Lippen- Permanent- Makeups eine conditio sine qua non.
// Prophylaxe = Krankheitsverhütung, Vorbeugung.
conditio sine qua non = eine unverzichtbare Bedingung, die erfüllt sein muß, damit etwas (eine Verhandlung, ein Vertrag, eine Behandlung ...) überhaupt beginnen kann.
adäquat: angemessen, wie es die Situation verlangt, entsprechend.
Ein Virostatikum, meist in Form einer Creme oder Salbe, soll die Vermehrung von Viren verhindern. //

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Die erste Herpesinfektion (Herpesvirus Typ 1 - „Fieberbläschen“) erfolgt in der Regel schon unbemerkt in frühester Jugend > keine Symptome und Beschwerden erkennbar, der im Körper eingedrungene Erreger „schläft“. Er kann geweckt werden durch Hormonveränderungen, körperlichen und seelischen Stress, Fieber, Ekelgefühle, massive Sonnnbestrahlung ...
> die bekannten Herpesanzeichen stellen sich ein - etwa 25 bis 30 % der Bevölkerung erlebt die sattsam bekannten Bläschen an den eigenen Lippen, der Großteil der Virusträger ist nie mit ihnen konfrontiert.
Die ansteckendste Zeitspanne ist die der prall gefüllten Bläschen. Die Ausbrüche sind oft von Fieber, schmerzender Mundschleimhaut und „allgemeinem Krankheitsgefühl“ begleitet. Die Bläschen heilen fast immer ohne Narben zu hinterlassen innerhalb 8 bis 14 Tagen ab.
Es bleibt jedem Betroffenen selbst überlassen, ob er / sie trotz der unregelmäßigen Ausbrüche dennoch ein Piercing haben will. Ich würde während dieser Tage den Schmuck nicht herausnehmen.

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Anstatt eines historischen Überblicks folgt für die Ausdauernden eine interessante Draufgabe abseits des Piercens von Thomas Kresser (http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2006/0207/004_mund.jsp). Falls die Seite vom Februar 2006 nicht mehr aufrufbar ist:
Die Zunge ist ein ein wahres Multitalent - sie ist der beweglichste Muskel im menschlichen Körper und damit ungemein flexibel und akrobatisch. Sie ist ein wahrer Alleskönner - und tatsächlich braucht sie viele Talente, um ihren täglichen Aufgaben gerecht zu werden: ob sie schmeckt, tastet, prüft oder artikuliert, immer ist sie in voller Aktion.
Beispiel Essen: Sobald wir Nahrung aufnehmen, beginnt die Arbeit der Zunge. Sie wendet den Bissen immer wieder hin und her und bewegt sich dabei in alle erdenklichen Richtungen. Diese extreme Beweglichkeit der Zunge ist nur durch die besondere Architektur ihrer Muskeln möglich. Sie verlaufen in drei verschiedene Richtungen: vertikale Muskelfasern und Längs- sowie Quermuskelfasern durchdringen einander wie ein dreidimensionales Netzwerk, wobei die Fasern senkrecht zueinander stehen. Aus dem Zusammenspiel zwischen diesen drei Muskeltypen entsteht die hohe Wendigkeit der Zunge.

Die Zunge als Vorkoster:
Mit Hilfe ihres Geschmackssinns schlüsselt die Zunge die Nahrung in ihre Bestandteile auf. Mit Hilfe des Speichels vermengt die Zunge die Nahrung im Mund zu einem einheitlichen Brei. Währenddessen überprüft sie die Inhaltsstoffe: schmeckt der Brei süß und ist er demnach besonders nahrhaft? Oder bitter, was auf Giftstoffe hinweist? Um das zu ermitteln, liegen auf der Oberfläche der Zunge Geschmacksknospen - je nach Alter des Menschen zwischen 4ooo und 9ooo. Und jede Geschmacksknospe enthält im Schnitt 5o Geschmacksrezeptorzellen. Die Geschmacksknospen sitzen ihrerseits in sogenannten Geschmackspapillen. Sie vergrößern die Fläche der Zunge um ein Vielfaches und sorgen dafür, dass die einzelnen Geschmacksqualitäten verstärkt wahrgenommen werden. Physiologen nennen das die Lupenwirkung der Zunge. Aufgrund ihrer Form unterscheiden sie die Geschmackspapillen in Wall-, Blatt-, Faden- und Pilzpapillen. In den Papillen sitzen die eigentlichen Geschmacksrezeptoren, sie erkennen entweder süße, salzige, saure oder bittere Inhaltsstoffe. Neben diesen vier Grundgeschmäckern gibt es noch Rezeptoren für einen würzigen Brühe- Geschmack, in der Wissenschaft Umami genannt. Er ist seit einigen Jahren als fünfte Geschmacksrichtung anerkannt. Der Umami- Geschmack signalisiert der Zunge eiweißhaltige Nahrung. Neue Studien deuten darauf hin, dass die Geschmackspapillen auch Fett als eigene Geschmacksrichtung wahrnehmen können.
Vom Sinn des Bitter-Sinns:
Unter den verschiedenen Rezeptor- Typen spielen die Bitter- Rezeptoren eine besondere Rolle. Im Gegensatz zu allen anderen Rezeptoren sind sie überlebenswichtig, denn sie erkennen giftige Substanzen in der Nahrung, vor allem in Pflanzen und Pilzen. Die meisten natürlichen Giftstoffe weisen nämlich einen ausgeprägten Bitter- Geschmack auf - daran hat sich der menschliche Geschmackssinn im Laufe der Evolution angepasst. Kein Wunder also, dass dieser Rezeptortyp wesentlich sensibler ist als alle anderen: im Vergleich zu den Süß- Rezeptoren ist er um den Faktor 100ooo empfindlicher! Und der Bittersinn ist zusätzlich in der Lage, zwischen den unterschiedlichsten Bitterstoffen unterscheiden. Dazu verfügt er über 25 verschiedene Bitterrezeptortypen. Zum Vergleich: es gibt lediglich einen Süß- und einen Sauerrezeptortyp.
Jeder der 25 Bitter- Melder ist auf einen anderen Bitterstoff spezialisiert. Nur wenn sie keinen Alarm schlagen, schiebt die Zunge die Nahrung wie ein automatisches Fördersystem portionsweise in Richtung Rachen, normalerweise jeweils eine Menge von 5 - 15 Millilitern. Sobald die Zunge die Nahrung vollständig in Richtung Rachen weitergeleitet hat, beginnt die eigentliche "Mundarbeit": die Zunge beginnt, den gesamten Mundraum nach hängen gebliebenen Essensresten abzusuchen.
Bestes Tastorgan des ganzen Körpers - der feine Tastsinn der Zunge spürt jede kleinste Unebenheit auf und vergrößert sie wie eine Lupe
Dank ihrer großen Beweglichkeit kann die Zunge mühelos jede Stelle im Mundraum erreichen und auf Fremdkörper oder Unebenheiten absuchen. Dazu verfügt sie über den sensibelsten Tastsinn im menschlichen Körper - wie leistungsfähig die Zunge dabei ist, zeigt ein oft angewendeter medizinischer Test: Ärzte kennen als Kriterium für die Feinheit des Tastsinns die Fähigkeit, zwei dicht nebeneinander liegende Punkte noch als voneinander getrennt wahrnehmen zu können. Neurologen verwenden diesen so genannten Zweipunkt- Test, um zum Beispiel Störungen der Nervenleitungen bei Schlaganfallpatienten zu erkennen. Getestet wird mit einer Art Zirkel, mit dem der Arzt ganz leicht die Haut des Patienten anpiekst, und zwar an verschiedenen Körperstellen jeweils zwei Punkte. Je näher die Stellen beieinander liegen können und dennoch als zwei Punkte und nicht als einer wahrgenommen werden, desto empfindlicher ist der Tastsinn. Dieser Zweipunkt- Unterschied beträgt am Oberschenkel 68 Millimeter, am Rücken 54 Millimeter, an der Stirn 22, am Fingerrücken 16, am Daumen 9, an der Nasenspitze 7, an der Lippe 4, an der Fingerspitze zwei - aber an der Zungenspitze nur einen Millimeter! So entdeckt die Zunge jede noch so kleine Unebenheit und kann zum Beispiel Nahrungsreste aus dem Mundraum entfernen.

Zunge, Sprache und Stimme:
Auch wenn sie für das Sprechen nicht alleine verantwortlich ist: ohne die Zunge ließen sich Buchstaben, Wörter und Sätze nur undeutlich bilden. Denn die Zunge stellt zusammen mit Mund und Rachen einen Schalltrichter her, der für das Sprechen unerlässlich ist. Die von den Stimmbändern erzeugten Geräusche und Klänge werden erst dort zu Sprechlauten moduliert. Gemeinsam mit Lippen und Zähnen verwandelt die Zunge die Töne aus der Kehle in Buchstaben, Wörter und Sätze. Bei dieser Lautbildung ist die Zunge extrem geschickt und schnell: normalerweise bringt sie es auf mehr als 9o Wörter pro Minute. Extrem schnelle Zungen schaffen sogar bis zu 4oo Wörter in der Minute, ohne dabei ihre Koordination zu verlieren. Dabei greifen sie auf ein Repertoire von mehr als 2o verschiedenen Bewegungen zurück.
Ein großes Lob allen, die es bis hierher geschafft haben, spendet ha

o o o o o o o o o o

BIBLIOGRAPHIE (außer den im Text bereits angegebenen Quellen):

„Kosmetik“ - Das Buch zum Beruf. Herausgeber Dr. I. B. Peters, Bildungsverlag EINS- Stam, Troisdorf 2005 / 2

Anatomie im Überblick: www.m-ww.de/anatomie_atlas

Unterlagen (+ persönliche Vorträge einschließlich Fragenbeantwortung) zur niederösterreichischen Piercingprüfung (medizinischer Teilbereich St. Pölten, Herbst 2004) von Philipp Olivier: Anatomie (Dermatologie), einfache Histologie ... , Physiologie / Wundheilung, Hygiene / Virologie, Teile Pathologie ... “ , WIFI St. Pölten, Sept. 2003

http://www.piercing.de/piercingforum/index.php?t=msg&th=8859&start=0&rid=13398

Anatomiebuch „Prometheus“ Band 2 und 3 von Michael Schünke / Erik Schute / Udo Schumacher, Verlag Thieme 2004/1 bzw 2005/1 (Für Mediziner eines der Standardlehrbücher, sehr gute Bilder, teuer, für Piercer zu ausführlich - die Fülle des Gebotenen erdrückt den schnell Suchenden. Niemals einem nur oberflächlich bekannten Studenten herborgen.)

Hans-Peter MARTIN / Hans WEISS: „Nutzen und Risiken der Arzneimittel“ / Bittere Pillen - ein kritischer Ratgeber, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005 / 77

http://de.wikipedia.org/wiki/Zungenpiercing

Unterlagen zur niederösterreichischen Piercingprüfung (medizinischer Teilbereich, St.Pölten / Niederösterreich, Herbst 2005):
Dr. C. Steffal, Wien, Juli 2003: "Lippenherpes“.

Letztes „edit“: Hinzufügen eines "links", zwei neue Absätze, 1x Rechtschreibfehlerkorrektur, 1x Tippfehler ausgebessert, zusätzliche Farbunterlegung.


Zuletzt bearbeitet von Hans am 29.05.2011, 18:36, insgesamt 17-mal bearbeitet
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doenersbunny
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BeitragVerfasst am: 29.09.2010, 16:32    Titel: Hey

Sorry, ich muss hier nun hinschreiben^^ tut mir leid!

Wow, Respekt! Ich bin echt verblüfft mein Lieber:)

Super geschrieben! *daumen hoch*
_________________
1x Bauchnabel (03.01.07)

2xTattoo (1xSchulterblatt, links) (27.01.09) & (1xNacken) (06.10.10)

1x Zungenpiercing (23.09.10)
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