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Das C H R I S T I N A - Piercing ( Venus )
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Hans Bambi
Anmeldedatum: 18.12.2009 Beiträge: 94 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 15.01.2010, 22:50 Titel: Das C H R I S T I N A - Piercing ( Venus ) |
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Vorbemerkung:
Ich biete den Beitrag aus 2005 nicht als Antwort unter den betreffenden „thread“, sondern als eigenständigen Beitrag, weil er mehrere Fragen zugleich beantwortet und somit „artikelwertig“ ist.
Ich habe kurz überlegt, ihn an anderer Stelle zu plazieren, aber ohne Abänderung des Titels scheint mir die Untergruppe „Intimpiercings“ der geeignetste Ort. Wer nicht nur die Überschrift konsumiert und den Artikel vollständig liest, der kann leicht selbst ermessen, welcher andere Teilbereich noch in Frage gekommen wäre.
Dieses nicht zu den „Klassikern“ gezählte Piercing gehört mit Fourchetta, Princess Albertina, Triangle und Isabella / Diana zur Gruppe der „neuen Generation“ und entspricht dem männlichen Pubic / Pubes. Es ist für mich eines der ästhetisch feinsten weiblichen Piercings, optisch wunderschön und wahrscheinlich für beide Geschlechter kopfmäßig sehr antörnend, vermutlich für „Ihn“ ein bißchen mehr als für „Sie“.
Ich empfehle dieses Piercing aber aus zwei Gründen trotzdem nicht: die Interessentin muß anatomisch möglichst geeignet dafür sein (weil Chrissie sonst leicht rauswächst), und weil der Venushügel blank wie ein Kinderpopo sein sollte und die umständliche Prozedur des Rasierens deutlich unterschätzt wird und der anfangs stolzen Besitzerin auf Dauer oft den Nerv zieht - vor allem dann, wenn schon die erste Voraussetzung nicht optimal zutrifft.
Ich lehne es aber nicht grundsätzlich ab (so wie z.B. Piercings im Nacken oder zwischen Daumen und Zeigefinger, in welchen Fällen ich die Leute immer weiterschicke); ab einer Prognose von 6o:40 für´s Behalten und bei einer wild entschlossenen Interessentin soll es sein.
Nur: frau hat jedenfalls das Anrecht auf ehrliche Information und sollte wissen, was eventuell auf sie zukommt, wenn die Bedingungen nicht so optimal sind, wie der Piercer es sich wünscht ...
C H R I S T I N A ist gleichsam ein „tiefergelegtes Nabelpiercing“ : senkrecht durch den V - förmigen Schnittpunkt der (oberen) äußeren Labien und des (unteren) Venushügels, also senkrecht vom obersten Treffpunkt der großen Labien Richtung Norden durch den unteren Teil des Venushügels. (Die seltener gebrauchte Bezeichnung „Venus“ für dieses Piercing ist folglich durchaus berechtigt.) Die Stelle sollte nur gepierct werden, wenn ein möglichst tiefes »Grübchen« vorhanden ist. Das ist meist bei großen und alles bedeckenden äußeren Schamlippen der Fall.
Weil der ERSTEINSATZ- Stecker für das meist zu erwartende Anschwellen der gepiercten Stelle Platz bieten muß und mindestens 6 mm länger als der Stichkanal sein sollte, empfehle ich einen Titan- Bananenstecker 1.6 bis 2.4 mm Ø, 24 bis 28 mm (Längenangabe aufgrund Nadelhexes Hinweis genauer formuliert) oder einen PMFK- „Bioplaststecker“ (nicht aus zweifelhaftem leichtem PTFE- Kunststoff).
Die Standardstärke ist am ehesten zu bekommen. Ein Ring ist wegen der benötigten Größe nicht empfehlenswert, schon gar nicht als Ersteinsatz.
Die Verwendung eines Ersteinsatzkunststoffsteckers ist ohnehin meist erste Wahl, weil der bis zu 32 mm lange Stecker billiger ist als das genauso lange Titan. Beide Materialien sind in größerer Stärke / Dicke und größerer Länge für mich nicht immer verfügbar.
Wenn man das PMFK später kürzt (eventuell an beiden Enden, um den Krümmungsradius möglichst naturgetreu beizubehalten), erspart man sich die nachträgliche Bastelei der Titan- Anpassung mithilfe der zu langen „Teflon“- oder „Bioplast“banane. Gutes Kunststoffmaterial als Dauereinsatz hat für mich keine ersichtlichen Nachteile. Autoclavierbar sollte jede Variante sein.
Das Venus- Piercing oder Christina gilt als „Oberflächenpiercing“, und folglich ist die Wahrscheinlichkeit des Verlierens (durch Herauswachsen) natürlich weit höher als bei den klassischen Körperpiercings. Man findet das Oberflächen- Zeugs heuzutage fast schon an jeder Körperstelle (auch in Gruppen). Um das Zurückbleiben von größeren Narben zu vermeiden, kommt es in letzter Zeit immer öfter vor, daß Ornamente, „Korsetts“ und Muster / Symbole nur einige Tage oder gar nur für eine Nacht zum Angeben bestellt und getragen werden. Ein deutlicher Mengenrabatt im Piercingladen sollte in diesen Fällen allemal drinnen sein.
Es ist aber jedenfalls verständlich, wenn jemand ein bestimmtes oder mehrere Oberflächenpiercings ständig haben und es nicht mehr verlieren will. Na ja, wünschen darf man / frau es sich ja. Ich wiederhole nun die „Tricks“ / Hauptmöglichkeiten, ohne technisch näher darauf einzugehen, um eine günstigere Anpassung an die Oberfläche zu erreichen:
1) Mit Hilfe einer geschwungenen Nadel einen künstlich gewölbten tiefer gelegten Stichkanal erzeugen.
2) Auf bestimmte Art geformte Metallstecker (Enden in verschiedenen Winkeln und Höhen aufgebogen) verwenden („Oberflächenbarbells“).
3) Biegsames Material einsetzen.
4) Die „Tieferlegung“ und Verlängerung des Stichkanals / Steckers, z.B. beim Venuspiercing 26 bis 32 mm oder mehr („deep Christina“).
Ohne diese Hilfen müßte der Stichkanal relativ knapp parallel zur gespannten glatten Hautoberfläche, eventuell sogar auf einer Wölbung wie beim Christina, verlaufen. Die Anbringung in einer Vertiefung ist in der Regel günstiger, aber beim Madison in der fossa jugularis (Drosselgrube) macht das die Montage auch kaum einfacher und erhöht die Überlebenschance gerade dort keineswegs.
Nochmal: das sind Hilfen, auf die Piercer und Kunde (manchmal ganz innig) hoffen - Garantie gibt es keine!!!
Eine Christina- Montage mithilfe einer der gar nicht mehr so neuen „neueren“ Applikationstechniken Transdermals / Hautverankerungen = dermal anchors / Hauteintaucher = skin diver / Microdermals / Singlepoint Piercings ... , die Schmuckanbringung an Stellen ermöglichen, an die man vor wenigen Jahren nichtmal im Traum zu denken wagte, empfehle ich nicht.
In der derzeit herrschenden ungehemmten Erwartungshaltung und maßlos übersteigerten Euphorie wird deren Bedeutung gewaltig überschätzt - viel zu groß sind die allenthalben in sie gesetzten enormen Hoffnungen, die sehr oft nicht erfüllt werden können > die Enttäuschungen sind nachher umso größer.
Es wird noch geraume Zeit brauchen, bis aussagekräftige Langzeitstudien vorliegen und einigermaßen gesicherte Erfahrungen / Antworten auf ein paar Fragen belegt sind: Schmuckbeschaffung / Schmuckqualität / Schmuckarten, Vorteile der verschiedenen Arten der Schmuckanbringung (Punchingnadel oder Skalpell oder „needle blade“) mit verschiedenen Materialien an verschiedenen Körperstellen > > > Abheilung / Verträglichkeit, Pflege, Rauswachsen, Überwachsen, Hängenbleiben, Abkippen, Entfernen müssen oder wollen ...
(„Gesicherte Erfahrungen“ = viele Piercings der gleichen oder zumindest vergleichbaren Art an vielen Menschen in vielen Ländern durch etliche Jahre beobachtet!)
Erst im Laufe der Zeit wird sich „allgemeingültig“ herausfinden lassen, an welchen Stellen mit welcher Methode und mit welcher Schmuckart sie den Oberflächenpiercings tatsächlich überlegen sind.
Einige (sehr wenige!) kritische Piercer sind der grundsätzlichen Ansicht, daß die besagten Montagetechniken aus einem einfachen Grund über lange Zeit nicht wirklich überlebensfähig sein können: weil sowohl eindringende schädliche Keime als auch innen entstehender Dreck nicht wie bei einem „normalen“ Piercing durch zwei Öffnungen abtransportiert werden können und die Haut- „Taschen“ gleichsam als Müllsammelplatz (und potentieller Infektionsherd) einladen.
Nochmals: von einem Christina- Piercing im Venushügel mit einem der „Einpunkt“- Piercings rate ich ab.
Der S C H M E R Z entspricht in etwa dem Nabelpiercing + / - ein Autsch.
Auf Schmerz / Schmerzvermeidung und Betäubung gehe ich hier nicht näher ein, weil es bereits seit 2002 einen eigenen gründlichen Fachartikel dazu gibt. Nur soviel: der Wunsch nach einer Betäubung ist absolut legitim (hartnäckige Interessenten, die darauf bestehen, werden von mir weitergeschickt), aber sie ist in Austria offiziell nicht vorgesehen, und ich selbst halte sie tatsächlich für entbehrlich.
Die ABHEILUNG verlangt meist Geduld: da der Stichkanal verhältnismäßig lang ist und das vorhin erwähnte Venusgrübchen bei vielen Bewegungen seine Form ändert (flacher wird) und Kleidung daran reibt, weil die Stelle dort schlecht durchblutetes Gewebe ist und weil dort desinfizierender Eigenurin kaum hingelangt und so wenig zur Abheilung beitragen kann, ist die Verheildauer ziemlich lang, so an die 4 bis 9 Monate. Die Körperbewegungen des Alltags können durchaus lästig zwicken und unbequem sein.
Bezüglich der Behalteqote gibt es die unterschiedlichsten Werte. Glaubt man so manchem Piercer, geht fast nie etwas verloren; liest man sich die traurigen Klagen in den diversen Foren ein bis zwei Jahre nach dem Ersteinsatz durch, so sind die Verluste relativ hoch.
Ein(e) Piercer(in), der/die von Anfang an kritisch auswählt oder grundsätzlich ein „deep Christina“ bevorzugt, hat naturgemäß weniger Ausfälle.
P F L E G E: ich mache es mir leicht und sage nun einfach „die übliche“ (in Österreich ist nur „Octenisept“ zugelassen), denn jedes Opfer bekommt von mir neben dem Standard- „Risikozettel“ auch eine ausführliche schriftliche „allgemeine Pflegeanleitung“ mitgegeben, und außerdem gibt es auch dazu einen eigenen Fachartikel, den jetzt sicher niemand wirklich lesen will.
Nachsorge / Pflege nicht nur der frischen Piercings, sondern auch der später immer wieder mehr oder weniger überraschend zickenden Sorgenkinder ist nun mal eines der zentralen Themen in einem Fachforum für Körperschmuckfreunde, und wer tatsächlich hier Info dazu haben will („Kritische Betrachtung einiger bei Piercings angewendeter Mittel, Aug 2007) kann selbst nachlesen.
Der „direkte LUSTGEWINN“ beim Körperkontakt ist meiner Erfahrung nach gering, er besteht vorwiegend im Verwöhnen des Bereichs um die untere Kugel durch die Zunge und in der händischen Stimulation. Dabei sollte es theoretisch so sein: die untere Kugel des Bananensteckers liegt ziemlich dicht an der Oberseite der Klitorisabdeckung (clithood) an, sodaß bei einem Stoß von oben die Kraft übertragen wird.
Enorm anregend kann dieses Piercing in folgender Verbindung wirken: BW links und rechts mit senkrechtem Stecker - einfacher Nabelschmuck mit vertikaler Banane mit kurzem Ketterl - Christina Banane senkrecht - VCH (vert. clithood / Klitorishaube senkrecht) Banane - je ein vertikaler Stift in den äußeren Labien! Ich habe diese symbolträchtige Variante, diese in einer logischen Richtung zum Zentrum der Weiblichkeit führende Längskombination, die zugleich mit je einer Parallelanordnung beginnt und abschließt, aber erst ein einziges Mal gesehen.
Die Faszination des Venuspiercings besteht vor allem in der Optik, in der entstehenden (Vor)Freude und Phantasie beim Anblick - im Genuß, den das Auge vor allem an´s männliche Gehirn weiterleitet. Und das dürfte wohl auch oft der Grund sein, warum etliche Frauen und Mädchen sich doch für dieses begehrte Piercing entscheiden, obwohl ihre persönlichen Chancen es zu behalten gar nicht so gut stehen.
Falls sich der Stecker verabschiedet: keinesfalls warten, bis er von selbst rausfällt, sondern ihn rechtzeitig entfernen; dann bleiben statt einer durchgehenden Narbe meist nur zwei Pünktchen sichtbar. Eventueller Zweitversuch knapp vor / neben / hinter dem / im Narbengewebe.
Möglichst lange Freude für alle Mädchen und Frauen, die sich für ein Christina- Piercing entschieden haben, wünscht ha
QUELLEN :
Internet (Auswahl) und privat.
Anatomie im Überblick: www.m-ww.de/anatomie_atlas
Anatomiebuch „Prometheus“ Band 2 und 3 von Michael Schünke / Erik Schute / Udo Schumacher, Verlag Thieme 2004/1 bzw 2005/1
(Für Mediziner eines der Standardlehrbücher, sehr gute Bilder, teuer, für Piercer zu ausführlich - die Fülle des Gebotenen erdrückt den schnell Suchenden. Niemals an einen nur oberflächlich bekannten Studenten verborgen.)
http://de.wikipedia.org/wiki/Christina-Piercing
Erfahrungen / Gespräche mit (ehemaligen) Trägerinnen und deren Verehrern.
„Persönliche“ Erfahrung mit dem Chrissy habe ich natürlich keine, geht ja nicht. Aber ich hatte das vergleichbare männliche Pubes- Piercing (einen Bananenstecker), das zwei Jahre überlebt hat.
www.christina-piercing.de
Unterlagen (+ persönliche Vorträge einschließlich Fragenbeantwortung) zur niederösterreichischen Piercingprüfung (medizinischer Teilbereich St. Pölten, Herbst 2004) von Philipp Olivier: Anatomie (Dermatologie), einfache Histologie ... , Physiologie / Wundheilung, Hygiene / Virologie, Teile Pathologie ... “ , WIFI St. Pölten, Sept. 2003
Änderungen: Tippfehler korrigiert, bessere Formation, Farbe hinzugefügt.
Zuletzt bearbeitet von Hans am 27.05.2010, 11:54, insgesamt 6-mal bearbeitet |
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Verfasst am: Titel: http://www.forum-piercing.de |
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theshadowoflight Moderator
Anmeldedatum: 11.06.2006 Beiträge: 1607 Wohnort: Elmshorn//Hamburg
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Verfasst am: 16.01.2010, 10:45 Titel: |
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verschoben, da dies doch eher ins piercing-lexikon gehört, bei der vielen info.  |
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